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Au Pair USA

au pair in den usa - antonia

Und sie träumt von Chicago, von Chicago, irgendwo wo sie keiner kennt…
Auch mein Traum war, nach dem Abitur für ein Jahr als Au-pair ins Ausland zu gehen. Dieser Wunsch erfüllte sich dann auch im Juli 2012.
Montag, 23.7.2012, 17 Uhr Düsseldorf: Es war so weit. Zuerst ging es für fünf Tage nach New York. Der Workshop war okay, aber auch ziemlich anstrengend. Allerdings muss ich sagen, dass NYC den Workshop wieder ausgeglichen hat. Time Square, Brooklyn Bridge, Central Park und und und…. Schnell breitete sich bei allen Au-pairs ein Urlaubsfeeling aus, doch vergaß nie einer, dass es nach dieser Woche nicht nach Hause gehen würde, sondern für ein Jahr auf die andere Seite der Welt. In eine neue Familie, eine andere Kultur, neue Freunde und ein einfach komplett anderes Leben. Doch ich muss sagen, ich habe mich sehr darauf gefreut.

Freitag 27.7.2012, 3.00 pm New York Flughafen – Destination: CHICAGO! Da ich auch jetzt (fast einen Monat nach meiner Rückkehr), noch immer davon überzeugt bin, dass meine Gastfamilie eine ganz besonders „verrückte“ Familie ist, wundere ich mich im Nachhinein nicht darüber, dass ich an diesem Freitag nicht direkt zu meiner Gastfamilie geflogen bin, sondern erst eine Nacht bei meiner LCC übernachten musste.

So hatte ich noch eine Nacht mehr, um darüber nach zu denken, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, für ein Jahr die Heimat zu verlassen. Am Samstag hat mich dann auch so früh wie möglich meine Gastmutter mit meinem ältesten Kind (Drake, 12) abgeholt. Alles war sehr aufregend und zu Hause angekommen, wartete auch schon der Rest meiner Gastfamilie. Ich wurde sehr freundlich empfangen und hatte sofort alle vier Kinder um mich herum. Meine Kids waren: Drake (12 Jahre), Natalie (10) und die Zwillinge Storm (Colin) und Madeline (9). Da auch ich ein Zwilling bin, war ich für meine jüngsten „besonders cool“.

Ja, da war ich nun. In einem sehr großen, luxuriösen Haus, wo sich jeder wohl denkt: „Hier läuft alles perfekt.“ Ich kann euch ehrlich sagen, dass es natürlich auch in meiner Zeit als Au-pair Höhen und auch Tiefen gegeben hat. Vorab kann ich aber auch sagen, dass ich am Schluss ein sehr enges und vertrautes Verhältnis zu meiner Gastfamillie und auch zu Gastoma, Gasttante, Gastonkel und so weiter hatte. Das heißt, ich habe mich immer wie ein „echtes“ Familienmitglied gefühlt, was mir einiges erleichtert hat. :-)

Mein Tagesablauf war eigentlich jede Woche derselbe, abgesehen von Arztterminen oder besonderen Projekten, die ich dann mit meinen Kids auch erledigen musste. Für gewöhnlich habe ich jeden Morgen um 6:30 Uhr angefangen, habe Frühstück sowie Lunch für meine Kids gemacht. Mein Gastvater hat das Haus meistens schon gegen 6:30 Uhr verlassen, sodass ich ihn nur kurz gesehen habe. Meine Gastmutter ist für gewöhnlich gegen 7 Uhr aus dem Haus. Ich war eigentlich nie wirklich böse darum, dass die beiden zu meinen Arbeitszeiten nicht zu Hause waren, denn dann konnte mir auch niemand vorschreiben, wie ich etwas tun soll, sondern ich habe einfach mein Ding mit den Kids durchgezogen, was auch meistens echt gut geklappt hat. So habe ich sie jeden Morgen gegen 7:40 Uhr zur Schule gefahren und um 15 Uhr dort wieder abgeholt. In dieser Zwischenzeit hatte ich also mehr oder weniger Freizeit.

Ab 15 Uhr bin ich dann ziemlich viel Auto gefahren. Das war für mich eine krasse Umstellung. Denn in meiner Heimatstadt fahre ich viel mit dem Fahrrad und eigentlich achtet man ja doch darauf, dass die Schule vor den ganzen Freizeitaktivitäten steht. In Amerika jedoch, ist der Lebensstil diesbezüglich anders. Meine Kinder hatten ziemlich viele Freizeitaktivitäten. Von Soccer über Turnen, Schwimmen und Karate, Schauspielern, Querflöte und Piano. Das hieß: IMMER VOLLES PROGRAMM! Zumal es ja „nebenbei“ auch noch Hausaugaben und Tests, für welche geübt werden musste, gab. Somit kann ich sagen: Ich hatte wirklich selten Langeweile. Auch bei meinen Gasteltern stand das Businessleben meistens im Vordergrund, sodass ich echt total als „Mutter“, beste Freundin oder auch wie eine große Schwester den täglichen Tagesablauf, gemeistert habe.

Da wir die meiste Zeit des Tages gemeinsam im Auto verbracht haben, war es für mich am Anfang gar nicht so leicht meine Lieben, bei guter Laune zu halten. Denn Hausaufgaben im Auto zu erledigen und auch für die Tests im Auto zu lernen, ist gar nicht so einfach. Dennoch haben wir immer einen spielerischen, lustigen Weg gefunden und somit wurde eine Autofahrt oder ein Stau „meistens“ nie langweilig. An die großen Autos und den Straßenverkehr habe ich mich nach meinen ersten zwei Monaten übrigens eigentlich doch recht schnell gewöhnt. :-)

Wenn wir dann abends zu Hause waren, habe ich immer entweder für die ganze Familie oder nur für meine Kids und mich gekocht und dann sind wir meistens alle zur selben Zeit völlig müde ins Bett gefallen, denn so ein Tag ist wirklich anstrengend. Die meisten Freunde in der Heimat denken zwar: „Ach, so ein Au-pair-Jahr kann doch gar nicht so anstrengend sein. Du reist so viel, lebst in einer tollen Stadt und hast immer so viel Freizeit.“ Dazu kann ich nur sagen, wer es nicht selbst gemacht hat, wird sicherlich immer in dem Glauben bleiben, dass man als Au-pair ein Jahr „chillen“ würde. Ohne euch abschrecken zu wollen, kann ich euch sagen, dass es neben dem zehn Prozent „chillen“, vor allem die 200 Prozent Verantwortung für die Kinder gibt.

Aber ich kann auch sagen, dass ich meiner Gastfamilie sehr dankbar dafür bin, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben, selbst zu reisen und auch haben sie mich gleich in mehrere ihrer Urlaube mitgenommen. So habe ich ziemlich viel sehen können. Über Wisconsin, Atlanta, Utah, Miami bis über Mexiko wieder hoch zur Westküste war echt viel dabei. :-)

Dann stellen sich einige sicher die Frage, wie es so mit dem Heimweh ist. Dazu kann ich sagen, dass ich dadurch, dass ich ein Zwilling bin und eigentlich noch nie wirklich von meiner Schwester getrennt gewesen bin und auch so noch nie wirklich länger von zu Hause weg war, ich mir am Anfang schon Gedanken gemacht habe, ob das alles so leicht wird. Aber dadurch, dass ich mich wirklich immer sehr auf mein Jahr gefreut habe und meine Gastfamilie mich von Anfang an gut aufgenommen hatte und ich nie Zeit hatte, um über zu Hause nachzudenken, hatte ich nie wirklich Heimweh. Natürlich habe ich meine Familie und meine Freunde vermisst, aber ich hatte ja immer Zeit, um zu skypen und hatte über das ganze Jahr verteilt auch Besuch von meiner Familie.

Ich kann euch also sagen, dass dieses Jahr das bisher BESTE JAHR war, das ich je hatte. Es ist eine einmalige Erfahrung, die euch im Leben sicherlich weiter bringt. Ich habe viele Sachen probieren können, die ich so sicherlich nie oder noch nicht gemacht hätte. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, die euch niemand mehr nehmen kann. Ich habe ein zweites zu Hause gefunden, habe tolle Freunde kennengelernt mit denen ich auch immer noch Kontakt habe und bin einfach glücklich darüber, dass ich bei meiner Gastfamilie ein tollen Eindruck hinterlassen habe und kann somit sagen, dass ich auch stolz darauf bin meine zwölf Monate als Au-pair sowie meinen Reisemonat erfolgreich, glücklich aber auch erleichtert und sogar ein wenig traurig abgeschlossen habe.

Viel Glück und Spaß bei euerm Au-pair-Jahr. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen Mut zu sprechen.

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