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Island

workandtravel island samira

Als das Flugzeug in Island landete und der Regen an den Fenstern entlang floss, war ich voller Aufregung. Mein Herz raste immer noch, als ich den Flybus bestieg und zum ersten Mal die einzigartige Landschaft Islands bestaunte. Nach einer Nacht in Reykjavik begann auch schon mein Arbeitsalltag im fast 2 Autostunden entfernten Hotelrestaurant Geysir. Ich arbeitete dort als „Waitress“ mit zunächst sehr vielen anderen jungen Menschen aus aller Herren Länder, aber auch Einheimischen zusammen. Denn in den Sommermonaten gibt es wegen der Lage direkt neben den Geysiren, einem der Hauptattraktionen für Touristen, sehr viel zu tun.

Neben normalen Tätigkeiten wie Gäste im Frühstücks- und Mittagsbetrieb mit Buffet, als auch abends im „à la carte“-Service zu bedienen, kam da die Versorgung von kleineren und größeren Gruppen (bis zu 1000 Gäste pro Tag) dazu. Außerdem rissen uns Hochzeiten und Konfirmationen mit ihren vielen Vorbereitungen aus dem Alltag.

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Aber weil diese Hotelanlage weitgehend allein stand, und sich das Personal ständig sieht (zB. Im Staffroom), entwickelt sich so etwas wie ein Familiengefühl. Außer dem Hotel mit Restaurant, Swimmingpool Pool, Souvenirshop, Campingplatz und Sommerhäusern gab es nur die Geysire und einen Golfplatz. Der nächste Ort war bereits zehn Minuten mit dem Auto entfernt. So half jeder überall mit, wo er gebraucht wurde. Ich wässerte Rasen, überwachte das Poolhaus, putzte Fenster und Böden, Staffautos, checkte Hotelgäste ein, brachte Handtücher, Schlüssel, Sekt und Schokolade zu Hotelgästen, schleppte viele Tische und Stühle, und Kisten voll Weihnachtsdekoration. So lernte ich auch, wie man Lichterketten mit einer Abzähltechnik gleichmäßig aufhängt.

Nachdem die Hauptsaison vorbei war, wurde es sehr ruhig im Restaurant und Hotel, bis es vor Weihnachten wieder mehr zu tun gab, denn an diesen Wochenenden fanden die Weihnachtsbuffets statt, an denen es vor isländischen Familien mit unglaublich vielen kleinen Kindern nur so wimmelte. Im Winter bestand dann auch das wenige Personal fast nur noch auch Isländern. Aber natürlich beschäftigte ich mich nicht nur mit Arbeit! Nach einer Eingewöhnungszeit, die sich, zugegebenermaßen, nicht immer so einfach gestaltete, zog ich in einem Staffhaus mit anderen Arbeitern zusammen und konnte Kontakte knüpfen, und meine freien Tage und Abende mit ihnen verbringen. Die meisten waren junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren.

Als Urlaubsland ist Island sicher atemberaubend. Die vielfältige Natur mit ihren Wasserfällen, heißen Quellen, Vulkanen, Gletschern, weiten Lavalandschaften, Gletscherlagune, schwarzem Strand und vielem mehr hat auch mich sehr beeindruckt. Der Blick auf einen weit entfernten Gletscher, der mitten in der Nacht von der fast den Horizont berührenden Sonne in ein warmes Abend- und gleich darauf Morgenrot getaucht wird, ist unbeschreiblich.

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Aber wenn man nicht nur als Tourist die Insel besucht, sondern auch die Menschen dort kennen lernt, erst dann kann man Island als Ganzes erleben. Die Leute, die ich kennen gelernt habe, waren immer für Partys zu haben, sie leben mehr als andere für den Moment und spontan in den Tag hinein; sind aber auch irgendwie speziell. Mit Isländern, und anderen, die ich hauptsächlich durch die Arbeit kennen gelernt habe, verbrachte ich viele schöne, lustige Abende, sowohl in Geysir als auch in Reykjavik, eine Stadt, die sich fürs Feiern durchaus eignet. In einem Abendkurs habe ich auch ein wenig Isländisch gelernt, um noch mehr zu verstehen, obwohl eigentlich jeder Isländer ziemlich gutes Englisch spricht. (Das kommt vielleicht auch von den Filmen in Originalsprache mit isländischen Untertiteln.)

Ich kann einen Auslandsaufenthalt nur jedem empfehlen, der mehr von der Welt entdecken will, ein neues Land, neue Leute, der aber auch über sich selbst mehr erfahren möchte. Ich finde aber den Namen ihres Programms, „work and travel“, ein wenig irreführend, da es sich eigentlich um eine Festanstellung handelte. Ich hatte auch mehr Kontakt zur isländischen Organisation direkt vor Ort.

Samira (Juni bis Dezember 2011)

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