Freiwilligenarbeit Kenia

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit in Kenia von NiklasMoin, ich bin Niklas und habe von Anfang Mai bis Mitte Juni (2018) zwei verschiedene Projekte in Kenia kennenlernen dürfen. Am Anreisetag wurde ich von Monica (sie betreut die Freiwilligen) am Flughafen in Nairobi abgeholt und in die Unterkunft in Kirwara gebracht. Dort gibt es zwei Zimmer mit jeweils 4 Schlafplätzen, ein Wohnzimmer, sowie eine Küche und ein Badezimmer.

Am Folgetag haben wir in der nächstgrößeren Stadt Thika ein paar grundlegende Dinge, wie zum Beispiel eine SIM-Karte, besorgt. Auch in Kirwara gibt es kleinere Supermärkte und einen großen Marktplatz, wo man vor allem frisches Obst und Gemüse kaufen kann.

Einen Tag später ging es für mich dann im Kindergarten los. Dieser ist knapp 2 Kilometer von der Unterkunft entfernt und gut zu Fuß zu erreichen. Es gibt zwei Klassen, die jeweils von einem Lehrer betreut werden. Die jüngeren Kinder sind 4 Jahre alt, die Kinder aus der anderen Klasse sind ein Jahr älter. Auf dem Gelände gibt es darüber hinaus auch noch eine Grundschule (Klasse 1-8) und eine kleine Küche, in der "Mama Jessica" Porridge für die Kindergartenkinder und Chai für die Lehrer zubereitet.

Im Unterricht wird viel gebastelt und gespielt, Zahlen und Buchstaben werden spielend oder singend gelernt. Oftmals haben wir auch draußen zusammen gespielt. Es war wirklich schön zu sehen, wie glücklich und unbeschwert die Stimmung im Kindergarten ist. Vor allem vor dem Zusammenhang, dass es an vielen Materialien fehlt. So wurde beispielsweise aus Blättern und Stielen von Pflanzen ein Propeller gebastelt und so "Flugzeug" gespielt, in dem man mit dem Propeller in der Hand über den Schulhof läuft. Als Gastgeschenk hatte ich ein paar Bälle im Gepäck, mit denen wir viel gespielt haben und einen Menge Spaß hatten.

Als Highlight Moment sind mir auch einige der Wege zur Schule in Erinnerung geblieben, wenn ich auf dem Weg Kinder aus dem Kindergarten getroffen habe. Diese gehen zum Teil einen Schulweg von 3 oder 4 Kilometern an der Hauptstraße, an denen es keinen Bürgersteig gibt und die Autos rasen. Den Rest des Weges sind wir dann zusammen gegangen und die Kinder haben zum Teil nach meiner Hand gegriffen, sodass ich ihnen ein Gefühl der Sicherheit geben konnte.

Insgesamt kann ich das Projekt Kindergarten sehr empfehlen. Die Stimmung ist enorm positiv und auch die beiden Lehrer nehmen die Freiwilligen sehr herzlich auf und freuen sich über die Unterstützung.

Die zwei letzten Wochen meiner Zeit habe ich im Projekt Gemeinde-/Farmarbeit verbracht. In diesen Tagen war ich sehr viel unterwegs und habe einiges vom Land sehen können: Am Weltumwelttag haben wir beispielsweise zahlreiche Bäume an einer Schule gepflanzt. Da ich während der Erntezeit des Kaffees in Kenia war, habe ich einen Tag beim Waschen der Kaffeebohnen in einer kleinen Fabrik geholfen. Darüber hinaus habe ich einen Schweinebauern besuchen können und einer Huhn-Farmerin beim Füttern ihrer ca. 1000 Tiere helfen dürfen. Mein persönliches Highlight dieses Projektes war die Avocado Ernte. Ein paar dieser selbstgeernteten Früchte habe ich auch mit nach Hamburg genommen.

Noch ein paar allgemeine Dinge: Die Leute vom Projekt vor Ort sind echt super aufgeschlossen, hilfsbereit und interessiert, sodass man schnell Anschluss finden kann. Auch die anderen Personen aus dem Dorf und der Umgebung sind mir und den anderen Freiwilligen gegenüber sehr freundlich gewesen. In der Wohnung werden für die Freiwilligen täglich 3 Mahlzeiten frisch zubereitet.

An den Wochenenden habe ich oft Safaris in den umliegenden Nationalparks gemacht. Die Touren starten meistens in Nairobi. Vor allem der Maasai Mara Nationalpark ist die Reise wert, da dort alle Tiere der Big Five (Löwe, Nashorn, Elefant, Büffel, Leopard) beheimatet sind. Mich persönlich haben alle National Parks, welche ich gesehen habe, mit ihrer Landschaft und Tiervielfalt umgehauen! An meinem letzten Wochenende habe ich mit einem Fahrrad die nähere Umgebung erkundet.

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