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Norwegen

Wichtig: für 2023 können wir leider keine weiteren Bewerbung für Schweden und Norwegen akzeptieren!!

Wenn du in diesem Jahr ins Ausland gehen möchtest, empfehlen wir dir insbesondere Au Pair Aufenthalte in Spanien, Frankreich, Island oder Australien.

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Nina au pair in norwegen

Kalt, dunkel und einsam – Oder frei, umwerfend und wunderschön?
Eine so lange und so außergewöhnliche Zeit in wenigen Zeilen festzuhalten, ist – meiner Meinung nach - geradezu unmöglich und ich würde euch am liebsten alles erzählen, was ich erlebt und gelernt habe, aber das wird wohl nichts. Ich versuche also, mich auf das Wichtigste zu beschränken und wenn ihr Fragen habt oder mehr hören wollt, könnt ihr mich gerne persönlich kontaktieren.

Für mich stand schon während der Schulzeit fest: Wenn ich mein Abitur habe, werde ich auf keinen Fall sofort studieren. Ich wollte etwas erleben, etwas, das nichts mit Klausuren und Lernen zu tun hat. Da ich schon seit einigen Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit unserer Gemeinde mitarbeite und ich daran großen Spaß habe, hatte ich mich relativ schnell für ein Au Pair Jahr entschieden. Wenn ich gefragt wurde „Wieso denn ausgerechnet Norwegen?“ habe ich immer nur geantwortet, ich wolle etwas machen, was nicht jeder macht.

Gesagt. Getan. Ich habe mich also für eine Agentur entschieden und bin als erstes zu dem Au Pair Workshop gegangen und das kann ich auch nur jedem ans Herz legen. Dort habe ich unglaublich viel erfahren zum Beispiel über Heimweh, Kulturschock und Probleme sowie man sie lösen kann. Außerdem konnte man alle seine Fragen loswerden und hat auch noch andere zukünftige Au Pairs kennen gelernt.

Nina au pair in norwegen

Ich habe wenige Tage, nachdem ich die Bewerbung abgeschickt habe, meinen ersten Familienvorschlag bekommen und dachte, das würde meine Familie werden. Als ich eine Absage erhielt, war ich am Boden zerstört und habe das alles höchst dramatisch wahrgenommen. Da sollte man sich allerdings keinen Kopf machen. Der dritte Familienvorschlag ist es dann geworden und so saß ich im August 2014 im Flugzeug nach Norwegen, einem Land, in dem ich noch nie war.

Mein neues Zuhause befand sich in der kleinen Kommune Jølster an der Westküste, die eine Bevölkerungsdichte von sage und schreibe 5 Einwohnern pro km² hat. Unser Haus stand sehr abseits, aber direkt an einem See. Das nächste Zentrum (Tankstelle, Supermarkt, Kindergarten und Grundschule) war zu Fuß in 1 ½ Stunden zu erreichen. Die nächste Stadt war mit dem Auto eine Stunde entfernt. Und genau darüber habe ich mich sehr gefreut! Norwegen ist unbeschreiblich schön und so abseits in der unberührten Natur zu leben, ist unglaublich.

Meine Gastfamilie lebt auf einer Farm und hat deshalb neben den drei Kindern, einem Jungen (6 Jahre) und zwei Mädchen (8 Jahre und 11 Monate) auch noch zwei Hunde, 20 Hühner und jede Menge Kühe. Es wurde also so schnell nicht langweilig.

Nina au pair in norwegen

Mein Tagesablauf und meine Aufgaben haben sich während dem Jahr immer wieder verändert. Ich versuche mal einen Beispieltag zusammenzufassen. Ich bin morgens um 7 Uhr in die Küche gegangen und habe für die Kinder Frühstück und Lunchpakete gemacht. Während meine Gastfamilie gefrühstückt hat, bin schon mal in den Waschraum gegangen und habe dort weiter gearbeitet. Wäsche waschen, aufhängen, zusammenlegen und in Schränke sortieren gehörte auch zu meinen Aufgaben. Wenn dann um 8.15 Uhr bis auf die Kleinste alle aus dem Haus waren, habe ich unterschiedlichste Aufgaben erledigt, aber da gab es keine Reihenfolge: Staubsaugen, Putzen (nicht jeden Tag), das Haus aufräumen, die Hühner füttern, deren Eier einsammeln, mit den Hunden spazieren gehen, Mittagessen vorbereiten und manchmal noch anderes. Parallel war die Kleinste meine Hauptaufgabe, die mir täglich tatkräftig bei den Hausarbeiten geholfen hat. Wir haben gespielt, gelesen, waren draußen, spazieren, ich musste sie füttern und schlafen legen. Um 15 Uhr sind dann die anderen zwei Kinder aus der Schule gekommen. Mit denen habe ich dann Hausaufgaben gemacht, während ich die Kleinste beschäftigt und das Mittagessen vorbereitet habe. Das gab es dann meistens um 16.45 Uhr.

Dann bin ich meistens noch unten geblieben, war mit den Kindern draußen, Trampolin springen, Fahrrad fahren oder wir haben gemalt oder Spiele gespielt. So um 20.30 Uhr bin ich dann meistens totmüde auf mein Bett gefallen. So lange war ich nicht immer bei der Familie, aber meistens. Da weit und breit niemand in meinem Alter war, war ich allerdings meistens zu Hause. Über die Monate hinweg habe ich die drei Kinder unglaublich lieb gewonnen und sie sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich sie am liebsten auf dem Rückflug in den Koffer gepackt hätte.

Nina au pair in norwegen

Der Sprachkurs war recht amüsant. Obwohl wir die meiste Zeit nur norwegische Kinderlieder gesungen haben, habe ich ziemlich schnell norwegisch gelernt und ab Weihnachten haben wir komplett aufgehört, englisch zu reden. Norwegisch ist eine sehr lustige Sprache und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, sie zu lernen.

Weihnachten wollte ich unbedingt in Norwegen mit meiner zweiten Familie feiern. Habe ich gemacht – Deutschland ist mit lieber. Keine Lebkuchen, keine Weihnachtsmärkte, kein christlicher Hintergedanke, Pinnekjøtt (Lammrippen) und ein ganzer Lammkopf auf meinem Teller; es war eine Erfahrung wert, aber ich freue mich schon auf das nächste deutsche Weihnachtsfest. Der Dezember war auch der erste Monat, in dem ich Heimweg hatte.

Wo wir gerade beim Essen sind: Essen ist nicht so außergewöhnlich. Kartoffeln, Nudeln, Reis, Frikadellen, Hamburger, Pizza, Tachos standen ebenso an der Tagesordnung wie hin und wieder Lamm, Fisch (selbst gefangen) und Hirsch (selbst geschossen). Das war aber auch schon das Außergewöhnlichste.

Jetzt könnte man meinen, mein Jahr wäre eigentlich ziemlich gut gelaufen. Allerdings habe ich nicht nur einmal mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuschmeißen und letztendlich bin ich auch einen Monat früher nach Hause gekommen als geplant.

Der Grund dafür war, dass meine Gastmutter und ich zwei sehr unterschiedliche Charaktere haben und ihre Erwartungen an das Jahr andere waren als die meinen. Ich musste mir oft genug Vorwürfe anhören, was ich alles falsch mache und wenn ich gefragt habe, wie ich etwas machen soll, hieß es, ich solle selbstständiger sein und nicht so viele Fragen stellen. Ich war irgendwann nur noch frustriert, weil ich das Gefühl hatte, nichts richtig machen zu können. Ich hatte Angst, dass sie nach Hause kommt aus Furcht, wie ihre Laune wohl ist. Sie war natürlich kein Unmensch und sie konnte auch unheimlich lieb und lustig sein, aber eben nicht immer. Und das hat mich irgendwann sehr belastet. Es tat mir unglaublich leid um die Kinder, aber man muss auch einfach zugeben können, wenn man keine Energie mehr hat.

Alles in allem sind wir aber im Guten auseinander gegangen und es war auch ein tränenreicher Abschied. Meine Gastfamilie freut sich schon darauf, mich in Deutschland besuchen zu kommen und auch ich habe versprochen, nach Norwegen zurückzukommen, da ich bei weitem noch nicht alles gesehen habe.

Ich habe in diesen 9 Monaten viel gelernt. Abgesehen von Kindererziehung und Haushaltstätigkeiten. Ich habe gelernt, selbstständig zu sein, Verantwortung zu übernehmen. Ich habe gelernt, was es bedeutet, eine Familie zu haben, wie viel man von seinem Leben aufgibt, wenn man Kinder hat und dass es nicht alles so eine heile Welt und so harmonisch ist wie in meiner deutschen Familie.

Ich habe von den Kindern neu gelernt, mich für Kleinigkeiten zu begeistern und ich habe einen kleinen Menschen aufwachsen sehen, wie sie jeden Tag etwas Neues gelernt oder entdeckt hat. Die ersten Schritte, die ersten Worte und völlig unschuldiges, ehrliches Kinderlachen, bei dem einem das Herz aufgeht.

Oft werde ich gefragt, ob ich es bereue, ins Ausland gegangen zu sein. Ich habe mir viel gefallen lassen und mir einiges anhören müssen, habe mich oft an andere Orte gewünscht, war sauer, frustriert und hatte keine Lust mehr. Aber dieses Jahr war unglaublich bereichernd, wertvoll an Erfahrungen, neuen Bekanntschaften und ist vor allem unersetzbar. Wenn ich nicht gegangen wäre, hätte ich mich wohl immer gefragt: Was wäre gewesen, wenn ich gegangen wäre?

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