Die Beziehung zu den Kindern spielt während deines Au Pair Aufenthalts eine entscheidende Rolle. Sie beeinflusst, wie wohl du dich in deiner Gastfamilie fühlst und wie harmonisch der Alltag verläuft. Es ist völlig normal, wenn es zu Beginn noch Unsicherheiten oder kleine Schwierigkeiten gibt. Wichtig ist, dir selbst und den Kindern Zeit zu geben, sich aneinander zu gewöhnen und Vertrauen aufzubauen. Die folgenden Hinweise helfen dir besonders in der Eingewöhnungsphase und bei typischen Herausforderungen.

Die Eingewöhnungsphase: Geduld und Offenheit


Die ersten Tage in der neuen Familie sind für alle Beteiligten aufregend. Nicht nur du bist neugierig auf das kommende Jahr – auch die Kinder und Gasteltern freuen sich auf dich und sind gespannt, wie ihr zusammenpasst. Bereits vor deiner Ankunft kannst du dich gut vorbereiten, indem du die Eltern gezielt nach den Kindern fragst. Viele Familien geben gerne Auskunft darüber, welche Routinen ihnen wichtig sind, welche Spiele besonders beliebt sind oder welche Situationen manchmal herausfordernd sein können. Wenn es ein vorheriges oder aktuelles Au Pair gibt, lohnt es sich ebenfalls, dessen Erfahrungen einzuholen.


Vergiss nicht, dass jedes Kind anders reagiert. Manche schließen ein neues Au Pair sofort ins Herz, andere brauchen Zeit. Gerade wenn vor kurzem ein liebgewonnenes Au Pair abgereist ist, können Kinder anfangs zurückhaltend oder unsicher sein. Nimm das nicht persönlich – gerade diese Zurückhaltung zeigt, wie eng die Bindung zuvor war. In ein paar Monaten wirst genau du die Person sein, deren Abschied schwerfallen könnte. Geduld, Freundlichkeit und wiederkehrende kleine Gesten sind am Anfang besonders wichtig. Du wirst merken, dass die Verbindung zu den Kindern von Tag zu Tag wächst. Oft sind es die ersten gemeinsamen Erfolgsmomente, die unvergesslich bleiben.


Wenn du dich während der ersten Tage noch orientierst, stelle sicher, dass du die richtigen Telefonnummern deiner Gasteltern hast – sowohl privat als auch am Arbeitsplatz. So hast du in unsicheren Situationen jederzeit jemanden, den du erreichen kannst.


Trotzphase und Konfliktsituationen


Vor allem drei- bis fünfjährige Kinder erleben intensive Entwicklungsphasen, in denen Trotz und der Wunsch nach Unabhängigkeit eine große Rolle spielen. Diese Zeit kann anstrengend sein – für dich, aber auch für die Kinder selbst. Deshalb ist es wichtig, geduldig zu bleiben und gemeinsam mit den Gasteltern eine einheitliche Vorgehensweise abzustimmen. Sprich schon früh darüber, wie die Eltern mit schwierigen Situationen umgehen und welche Regeln im Familienalltag gelten. Dazu gehört auch der Umgang mit Streit zwischen Geschwistern oder Konflikten, die immer wieder auftreten. So vermeidest du Missverständnisse und kannst sicherer reagieren.


Wenn du dich einmal überfordert fühlst oder das Gefühl hast, dass ein Kind besonders stark ablehnt oder ungehorsam reagiert, solltest du das offen mit den Gasteltern besprechen. Meistens lassen sich gemeinsam gute Lösungen entwickeln. Auch ein Austausch mit anderen Au Pairs kann beruhigend sein und hilft dir, Situationen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.
Reflektiere zudem dein eigenes Verhalten: Kleine Veränderungen in deiner Herangehensweise können manchmal große Wirkung zeigen. Und vergiss nicht, dass schwierige Phasen ganz normal sind – sie gehören zum Familienalltag dazu und gehen vorüber. Gleichzeitig wirst du viele Tage erleben, an denen dich die Kinder mit Herzlichkeit und Vertrauen überraschen.


Vertrau auf deine bisherigen Erfahrungen, sei geduldig und offen – und geh mit Zuversicht in deine neue Aufgabe. Eine enge Beziehung zu den Kindern wächst nicht über Nacht, aber sie entwickelt sich Schritt für Schritt. Am Ende wirst du auf viele wertvolle Erlebnisse zurückblicken, die deine Zeit als Au Pair besonders gemacht haben.

 

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