Wenn man mich jetzt nach meinem Jahr als Au Pair in Frankreich fragt und wissen möchte, ob es mir denn dort gefallen hat, dann sage ich oft, dass es das beste Jahr meines Lebens gewesen sei! Und das, obwohl ich mich erst relativ kurzfristig während dem Abi dazu entschied, mich als Au Pair zu bewerben.
Ich konnte mir tatsächlich gar nicht so viel unter dem Alltag eines Au Pairs vorstellen, aber als ich auf Multikultur gestoßen bin, wusste ich relativ schnell, dass das etwas für mich sein könnte.
Ursprünglich wollte ich nach England, was mit dem Brexit leider etwas schwer war. Deshalb fiel meine Wahl dann auf Frankreich, denn ich wollte gerne in Europa bleiben und ich hatte Französisch in der Schule gelernt.
Die Suche nach einer Gastfamilie gestaltete sich deutlich einfacher als erwartet und ich entschied mich direkt für meinen ersten Familienvorschlag. Und das obwohl die Familie einen großen Hund hatte, ich aber eigentlich immer eher Respekt vor Hunden hatte. Doch hier haben mich Mira und Celine von Multikultur bestärkt und meinten, ich solle doch einfach mal mit der Familie telefonieren.
So kam ich also Mitte August in Aix-en-Provence im Süden Frankreichs an. Ich kümmerte mich um drei Kinder, zwei Jungs (11 und 12) und ein Mädchen (7). Meine Familie hat mich total freundlich aufgenommen und ich habe mit der Kleinen beim gemeinsamen Basteln besser kennengelernt und mit den Jungs sehr viel Tischtennis gespielt. So haben wir uns trotz meines ausbaufähigen Französisch schnell gut verstanden.
Aber nicht nur mit der Gastfamilie hat es direkt super gepasst, ich habe auch super schnell Freunde gefunden. Entweder haben wir uns über die WhatsApp-Gruppe der Agentur oder die Sprachschule kennengelernt, die ich vier Mal in der Woche besucht habe.
Mit meinen Mädels habe ich oft nach der Sprachschule noch einen Kaffee in der Stadt getrunken, bevor wir dann alle unsere Kids abholen mussten. Auch am Wochenende haben wir total viele Ausflüge gemacht, ob an den Strand, nach Marseille, ins Kino oder Jump House oder auch mal Wandern. Wenn wir an verlängerten Wochenenden alle frei hatten, haben wir auch viele tolle Städte in Frankreich wie Paris, Nizza oder Montpellier zusammen besucht.
Ich habe tatsächlich auch angefangen Volleyball in einem Club in der Nähe zu spielen. Das hat super viel Spaß gemacht, weil die Franzosen dort total offen und herzlich waren und Sport einfach verbindet!
Natürlich war es manchmal anstrengend mit den Kids, vor allem am Anfang, als mir einfach noch viele Worte fehlten, aber das Vokabular kommt schneller als man denkt und eine Sprache mit Kindern zu lernen ist super leicht. Und ich habe so viele tolle Dinge mit den Kindern erlebt, welche die anstrengenden Momente ganz schnell verdrängen und wofür es sich auch lohnt, diesen Job zu machen.
So wie meine Gastkids in diesem Jahr gewachsen sind, bin ich auch gewachsen. Ich bin selbstständiger, verantwortungsbewusster und reiselustiger geworden. Und ich habe auch zum ersten Mal allein, weg von Zuhause gelebt, was eine tolle Erfahrung war. Ich hatte auch so gut wie nie Heimweh, weil ich so viel erlebt hatte und so ein tolles Leben dort hatte, dass ich gar keine Zeit hatte, Zuhause zu vermissen. Und wenn doch, dann waren meine Gasteltern und Freunde immer für mich da!
Abschließend kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, nach dem Abi nach Frankreich als Au Pair zu gehen, denn ich habe eine zweite Familie gefunden und vor allem im Süden Frankreichs fühlte es sich manchmal wie ein Jahr Urlaub an.
Ich bin auch super froh, dass ich mit Multikultur ins Ausland bin, denn ich wurde super betreut, wenn ich Fragen hatte und auch sonst wurde ich regelmäßig gefragt, ob alles klar ist und wie es mir in meiner Gastfamilie geht.
Gros bisous,
Anne


