Viele denken bei Work and Travel nur an das klassische Work and Travel in Australien, bei dem man sich vor Ort einen Job sucht. Work and Travel ist aber auch in Europa möglich und bedeutet dort vor allem die Arbeit in Hotels oder auf Farmen. Nico arbeitet zur Zeit in Norwegen bei einem Arbeitgeber, der einen Golfplatz mit Apartmentvermietung und Camping sowie ein Café und eine Pferdefarm betreibt.

Wie es sich anfühlt im hohen Norden Nowegens zu leben, wo die Sonne im Sommer nie untergeht, berichtet er in unserem heutigen Blog.

 

„Die schönsten Momente im Leben sind nicht die, in denen man atmet

– sondern die, die einem den Atem rauben.“

J. W. v. Goethe

 

       Als Work and Traveller in Norwegen

He  Hei hei, ich bin Nico und ich verbringe derzeit einen 5monatigen Auslandsaufenthalt als Work & Traveller im Norden von Norwegen, auf den wunderschönen Lofoten. Vor meiner Abreise aus Deutschland im Mai 2016 haben mich viele gefragt, warum ich meinen sicheren, gut bezahlten Job in Deutschland aufgebe und stattdessen nach Norwegen gehe, wo ich als Work & Traveller nur einen Bruchteil meines bisherigen Gehaltes verdienen werde. Leider denkt unsere heutige Gesellschaft (fast) nur noch in diesen materiellen Ebenen. Geld allein macht doch nicht glücklich! Ich bin hier in Norwegen, um reicher zu werden – an Erfahrungen! Der finanzielle Aspekt ist nur nebensächlich, sollte aber nicht ganz aus dem Auge verloren werden, weil Norwegen eines der höchsten Preisniveaus in Europa hat.


Alltagsgewohnheiten aufgeben

      Wenn man sich auf das Abenteuer Norwegen einlässt, muss man sich bewusst sein, dass man so einige Alltagsgewohnheiten aus Deutschland aufgeben wird.
Norwegen ist ein sehr weites Land, die „Städte“ – vor allem in nördlichen Landesteil liegen zum Teil 50, 100 oder noch mehr Kilometer vom eigenen Wohnort entfernt. Anfangs bereitete mir dies einige Probleme. In Deutschland ging ich gern zwei bis drei Mal pro Woche einfach so in die Stadt – hier in Norwegen freue ich mich ganz hippelig, wenn ich einmal pro Woche in die nächste Stadt fahren kann. Der Einkaufszettel wird dabei schon Tage vorher geschrieben, damit man auch ja nichts vergisst.

Außerdem muss man sich in den ländlichen Regionen Norwegens auch mal auf längere Ausfälle des Internets einstellen. Auch wenn Norwegen eine sehr gute Infrastruktur für den mobilen Datenverkehr hat, kann es nach Stürmen etc. zum Teil Tage dauern, bis ein Techniker kommen kann, und man wieder mit der Netzgesellschaft in Verbindung ist.

Eine
der größten Umstellungen für mich war aber definitiv das Sommerwetter hier in Nordnorwegen. Durchschnittlich werden hier im Sommer nur 12-17 Grad erreicht und es regnet häufig – für deutsche Verhältnisse sehr herbstlich.

ABER! Ich bin ja nicht 3.000 Kilometer gereist, um meine deutschen Alltagsgewohnheiten hier in Norwegen fortzusetzen. Ich möchte neue Erfahrungen sammeln und Abenteuer erleben. Und an Abenteuern hat Norwegen so einiges zu bieten!

 

Naturerlebnis Norwegen

Eines der größten Abenteuer, das dich hier im Sommer erwartet, ist definitiv die Mitternachtssonne. Seit meiner Ankunft Mitte Mai habe ich hier keinen einzigen Sonnenuntergang erlebt. Es ist einfach 24 Stunden am Tag hell. Das wird noch bis Ende Juli so weiter gehen. Damals in der Schule hat man im Geografie-Unterricht einiges über den Polartag gelernt – wenn man es aber selber mit den eigenen Augen sieht, inmitten der atemberaubenden Natur Norwegens, ist es schlichtweg einzigartig und Momente werden zu Ewigkeiten. Man fühlt sich als Mensch plötzlich so klein und unbedeutend. Meine ganz persönliche Empfehlung: Genießt die Mitternachtssonne an einem stillen Ort, wo nicht viele Touristen um euch herum sind. Erst dann fühlt ihr die magische Wirkung dieses Naturphänomens.

 
Sehenswürdigkeit Lofoten

Doch neben der Mitternachtssonne gibt es hier auf den Lofoten noch so viele weitere Abenteuer zu erleben. Die Europastraße 10 führt über alle Inseln und wurde nicht umsonst in ihrer Ganzheit als „Sehenswürdigkeit“ von der norwegischen Tourismusorganisation festgelegt. Hier ein paar Tipps von Orten, die ich bereits besucht habe:

    - Svolværgeita
  - Nusfjord
  - Reine i Lofoten
  - Å i Lofoten
  - Kvalvika strand


Kontakte knüpfen

Am meisten Spaß machen die Ausflüge natürlich mit Freunden. Du wirst auf den Lofoten fast überall auf Gleichgesinnte Work & Traveller mit verschiedensten Nationalitäten treffen. Und das gemeinsames Ziel „Das Sammeln neuer Erfahrungen“ verbindet! Es fällt nicht schwer neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Auch die einheimischen Norweger sind sehr offen gegenüber den jungen Leute, die zumeist als Saisonkräfte kommen. Einzige Voraussetzung: Auch Ihr müsst Interesse an Land und Leute haben! Wer nach Norwegen kommt und nach der Arbeit oder an freien Tagen nur in seinem Zimmer vor dem Computer sitzt, ist definitiv fehl am Platz

 

Chancen nutzen

Norwegen hat so viel zu bieten! Nutzt die Chance, die euch gegeben wird. Die Erfahrungen, die ihr hier sammelt sind mit keinem Geld der Welt bezahlbar.

Ich freue mich auf meine nächsten 3 Monate hier fernab von der Zivilisation in Nord-Norwegen und blicke erwartungsvoll den neuen Abenteuern, neuen Bekanntschaften und Erfahrungen entgegen.

Das einzige was ich bereits heute bereue ist, dass ich mich nur für 5 Monate beworben hab. Ich möchte gern länger hier bleiben.

 

Med vennlig hilsen fra Norge

Nico

 

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