Wenn ihr euch für Freiwilligenarbeit interessiert, stellen eure Eltern oder Freunde vielleicht auch mal die Frage, warum man denn noch zahlen soll, wenn man sich doch freiwillig engagieren will – man also seine Arbeitskraft schon kostenlos zur Verfügung stellt. Hier erklären wir euch, warum Freiwilligenarbeit im Ausland unter Umständen Geld kostet und geben euch tolle Tipps zur Finanzierung eures Aufenthalts.

 

Warum muss ich für Freiwilligenarbeit zahlen?

Wie bei anderen organisierten Auslandsaufenthalten, fallen auch für die Freiwilligenarbeit Kosten an, die jemand begleichen muss. Bestimmt fallen dir sofort die Kosten für die Unterkunft und ggf. Verpflegung vor Ort ein, aber es kommen noch viele weitere Dinge hinzu. Interessenten und Teilnehmer müssen über die Programme informiert werden, also werden Broschüren gedruckt, eine Website erstellt, Flyer und Poster entworfen, Veranstaltungen organisiert, etc. Um gute Programme anzubieten, muss gleichzeitig mit der Partnerorganisation im Ausland gemeinsam ein genauer Plan für diese Programme entworfen werden. Das ist bei der Erstellung neuer Programme häufig mit langen Meetings und Besprechungen verbunden, bis das Programm wirklich rund ist. Generell entstehen Kosten bei der deutschen Organisation, aber eben auch bei der Organisation im Ausland, etwa für Personal, Büromiete, Druckkosten, Arbeitsmittel, wie Computer, Drucker und Büroaustattung, und so weiter. Vor Ort gibt es häufig eine Orientierungsveranstaltung, manchmal sind sogar mehrere Nächte in einem Hostel inklusive, vielleicht muss ein Sprachkurs bezahlt werden, dein Transfer von und zu deinem Projekt ist oft im Preis mit drin, etc. etc. Gerade bei Tierprojekten, die häufig in Gegenden mit eher schlechter Infrastruktur zu finden sind, helfen Freiwillige durch ihren Beitrag auch dabei, das Projekt am Laufen zu halten, da diese Projekte häufig keine oder kaum staatliche Unterstützung erhalten.

Bei staatlich geförderten Programmen fallen diese Kosten (mindestens) genauso hoch aus 

Vielleicht habt ihr auch jemanden im Bekanntenkreis, der geringere Kosten hatte, da er oder sie an einem staatlich geförderten Freiwilligen- Programm teilgenommen hat. Natürlich fallen bei diesen Programmen die gleichen Kosten an – in der Tat sind die Verwaltungs- und Bürokratiekosten hier noch deutlich höher. Die Kosten werden aber eben zum Teil nicht vom Freiwilligen selbst, sondern von öffentlicher Hand gezahlt. Dafür sind diese Freiwilligendienste jedoch auch sehr unflexibel – Ausreisen sind nur in bestimmte Länder und zu bestimmten Ausreisezeiten möglich, kürze Aufenthalt (unter 6-12 Monaten) sind gar nicht drin. Ein Projektwechsel vor Ort ist häufig schwierig und bei einem Abbruch muss der Freiwillige ggf. die Kosten tragen. Hinzu kommt, dass die Plätze für geförderte Freiwilligenaufenthalte bei weitem unter den Bewerberzahlen liegen.  Erstmal reinzukommen ist also eher schwierig.

Wie finanziere ich meinen Aufenthalt? Einen Unterstützerkreis aufbauen

Wer kann dir also helfen, deinen Traum zu verwirklichen und als Freiwillige/r ins Ausland zu gehen um dort ein Projekt deiner Wahl zu unterstützen? Es macht Sinn, hier nicht einen netten Spender zu finden, der dich bei der Finanzierung unterstützt, sondern gleich einen ganzen Kreis an Menschen, die einen kleinen Part des Gesamtpreises übernehmen.

Die Grundidee dabei ist, dass dein Unterstützerkreis dir nicht einfach ein paar Scheinchen über den Tisch schiebt, sondern aktiv über dein Engagement informiert wird und quasi passiv an deinem Aufenthalt teilnimmt. Deswegen solltest du vor deiner Ausreise so viele Menschen wie möglich von deinen Plänen wissen lassen.  Deine Familie, Freunde und Bekannte sind ein super Ausgangspunkt. Erzähle ihnen von dem Projekt, welches du unterstützen willst und bitte sie, dich mit einem kleinen Betrag zu unterstützen. Wie wäre es zusätzlich mit einem Vortrag an deiner Schule, der Kirchengemeinde oder örtlichen Vereinen? Wenn die Menschen merken, dass dir dein Projekt am Herzen liegt, sind sicher einige auch bereit, dich zu unterstützen.

Flohmarkt, Spendenlauf oder Crowd Funding online - Sei kreativ!

Wenn du ein bisschen Zeit hast und kreativ bist, gibt noch viele weitere Möglichkeiten, Förderer für deinen Aufenthalt zu finden. Viele davon sind auch gar nicht so aufwändig. Wenn dein Unterstützerkreis noch nicht groß genug ist, kannst du versuchen, ihn online, mit Hilfe einer Crowd Funding Plattform, zu vergrößern. Die Idee von Crowd Funding ist, dass viele Menschen einen je meist kleinen Betrag spenden, um ein Unternehmen / Projekt / Produkt ihrer Wahl zu fördern. Wenn du hier dein Engagement vorstellst, findest du sicher auch einige Unterstützer. Eine gute Idee ist aber auch eine Aktion – wie wäre es zum Beispiel mit einem Sponsorenlauf an deiner Schule? Hierbei hat jeder Läufer einen Sponsor (meist die Eltern oder auch ein Verein o.ä.) der pro Runde einen kleinen Betrag für den guten Zweck spendet. Schön ist auch eine Tombola, bei der die Leute (z.B. auf einem Flohmarkt oder Stadt-/Dorffest) Lose kaufen können und ggf. einen Preis bekommen. Die Preise kannst du meist recht einfach bei Bekannten oder Freunden erfragen – aber auch Geschäfte, Vereine und Firmen aus deiner Stadt oder deinem Ort beteiligen sich vielleicht gerne mit einem kleinen Gutschein oder einer Sachspende. Spielst du ein Instrument oder hast du vielleicht ein paar Musiker im Freundeskreis? Vielleicht könnt ihr ja ein kleines Benefizkonzert organisieren, auf das ihr Freunde und Bekannte einladet. Da kannst du dann über dein Vorhaben informieren und um einen kleinen Beitrag dazu bitten. Und das Beste ist: Das Ganze bringt dich im Zweifel nicht nur finanziell weiter – es macht sogar Spaß :)

Mehr Tipps findet ihr auch in unseren FAQs.

 

Habt ihr noch Ideen, wie man seinen Freiwilligen-Aufenthalt finanzieren kann?

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