Ein längerer Auslandsaufenthalt ist oft ein einmaliger Lebensabschnitt und sollte deshalb optimal genutzt werden! Das ist jedem klar - doch trotzdem kommt es vor, dass man die Zeit nicht zu 100% genießen kann und Schwierigkeiten damit hat im Hier und Jetzt des Auslandsabenteuers zu leben.
Warum das so ist und was man tun kann um das Beste aus seiner Auslandszeit zu holen erklären wir in diesem Blogbeitrag!

Wenn man für mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr im Ausland lebt, z.B. als Au Pair oder Work & Travel Maker, ist es wie gesagt schwer zu jeder Zeit "im Hier und Jetzt" zu leben da man durch viele Dinge (gedanklich) abgelenkt wird.  
Man kann den Auslandsaufenthalt in 3 grobe Phasen unterteilen um die "Störfaktoren" zu identifizieren: Die Eingewöhnungsphase, die Alltagsphase und die Endphase.


Die Eingewöhnungsphase

Zu Beginn des Auslandsaufenthaltes ist man meist super aufgeregt und versucht all das Neue in sich aufzusaugen. Die neue Umgebung, die neue Kultur und die neuen Menschen um sich rum. Am liebsten möchte man seine neuen Eindrücke sofort mit seinen Lieben in der Heimat teilen und sich ihnen mitteilen, statt einfach nur die Momente zu genießen. Meistens fragen Familie und enge Freunde auch nach wie es einem geht und was man alles erlebt. Vielleicht ist auch nicht immer alles kunterbunt; es kann auch sein, dass Vieles anders ist als man es sich vorgestellt und erwartet hatte. Im Endeffekt kann man auch trotz super Reisevorbereitung nicht ganz genau wissen was genau auf einen zukommen wird und wie man mit der neuen Situation umgehen wird.  

Die Alltagsphase

Nach ein paar Wochen; spätestens nach ein paar Monaten schleicht sich so etwas wie ein Alltag ein - was weder Negativ noch Positiv gemeint ist. Der neue Alltag bedeutet auf jeden Fall, dass nicht mehr alles neu und aufregend ist, sondern man sich an Vieles gewöhnt hat und vielleicht auch das ein oder andere Mal Vergleiche zur Heimat zieht. Sei es zum Thema Essen, Gebräuche, Wohngegebenheiten, etc. Man denkt also beim Vergleiche ziehen öfter an zu Hause, aber auch wenn man mitbekommt dass die beste Freundin eine Geburtstagsparty schmeißt, ein neues Café in der Nachbarschaft aufgemacht hat, oder eine große Familienfeier (z.B. an Ostern oder Weihnachten) ansteht. Oft erfährt man von solchen Dingen natürlich per Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. und hat das Gefühl  viel zu verpassen. Man hatte vielleicht nicht erwartet, dass man auch während der aufregenden Auslandszeit mal einen schlechten Tag hat oder sogar an Heimweh leidet. Es kann auch passieren, dass Familie und/oder Freunde gewisse Erwartungen an einen haben und immer mal wieder nachhaken, ob man Dies oder Jenes schon gesehen oder erledigt hat.

Die Endphase

Gegen Ende des Auslandsaufenthaltes denkt man das ein oder andere Mal an die nahe Zukunft und fragt sich, was genau eigentlich der Plan ist und ob das alles auch so klappen wird wie man es sich erhofft. Oft fühlt man sich in der Zeit auch von seinen Eltern, der Gesellschaft und vielleicht auch von sich selbst unter Druck gesetzt. In dieser Phase drehen sich die Gedanken also häufig um Bewerbungen, Vorstellungsgespräche, Anmeldefristen,  eine mögliche Willkommensparty, einen Umzug und so weiter.    

Doch was kann man tun, um in allen drei Phasen möglichst viel im Hier und Jetzt zu leben und die Zeit im Ausland so richtig zu genießen?!

Top 10 Tipps um den Auslandsaufenthalt in vollen Zügen genießen zu können:

1. Versuche den Kontakt nach Hause so gering wie möglich zu halten! Das gilt für Skype Gespräche/Telefonate, Chats und Social Media! Du wirst nach deiner Rückkehr genug Zeit haben um von all deinen Erlebnissen zu erzählen und sicher mindestens genauso viele spannende Dinge erleben wie deine Freunde zu Hause!

2. Mache dir klar, dass jeder Auslandsaufenthalt eine ganz individuelle Erfahrung ist und versuche dich und deine neue Situation nicht mit denen anderer zu vergleichen! Sei einfach offen für alles was kommt und lasse dich überraschen und du wirst die Zeit deines Lebens haben!

3. Nimm möglichst viel von der neuen Kultur mit! Komme mit Einheimischen ins Gespräch, gehe offen auf neue Leute zu und unternimm viel mit Ihnen, versuche jede Chance zu nutzen um Sitten, Traditionen und Feste deines Gastlandes mitzuerleben!

4. Setze dich nicht unter Druck! Es ist ganz normal, dass man auch im Ausland Hochs und Tiefs erlebt und nicht immer alles rosig ist. Versuche so viel wie möglich zu sehen und erleben, aber sei auch nicht traurig, wenn du nicht alle Punkte auf deiner Bucketliste abhaken kannst. Du kannst nicht alles planen und oft erlebst du auch ganz spontan Dinge die deine Auslandszeit auf jeden Fall bereichern werden!

5. Versuche, von Anfang an in der Sprache des Gastlandes (bzw. Englisch) zu sprechen, damit du möglichst schnell sicherer wirst. Du brauchst gar keine Hemmungen haben! Auch wenn du zu Beginn teilweise mit Händen und Füßen reden wirst, wirst du erstaunt sein, WIE schnell du lernst fließend zu sprechen! Versuche also so viel wie möglich mit Einheimischen zu sprechen und nur in Maßen mit anderen Deutschen Reisenden.

6. Springe über deinen eigenen Schatten! Du wirst das ein oder andere Mal in Situationen kommen die neu und vielleicht auch ein bisschen beängstigend für dich sind. Versuche kleine und große Herausforderungen von Anfang an offen anzunehmen und stelle dir vor, was im schlimmsten Fall passieren kann. Du wirst merken, dass die Welt davon nicht untergehen wird. ;) Im Gegenteil! Du wirst ganz sicher über dich hinauswachsen und später mächtig stolz sein!

7. Nimm dir Zeit, dich selbst besser kennenzulernen! Während deiner Zeit im Ausland wirst du sehr viel über dich selbst erfahren und deine Stärken und Schwächen  so richtig kennenlernen. Vielleicht merkst du während des Auslandsaufenthaltes gar nicht wie du dich veränderst. Doch spätestens wenn du wieder in der Heimat bist, wird es dir und Anderen auffallen - Positiv natürlich! Die meisten Reisenden kommen selbstbewusster, eigenständiger und weltoffener zurück nach Hause.

8. Überlege dir vor der Ausreise, wie es nach deinem Auslandsaufenthalt weiter gehen soll! So hast du während des Abenteuers nicht so viel Druck und kannst dich besser auf deine Zeit konzentrieren. Schmiede also rechtzeitig Zukunftspläne und informiere dich über die nötigen Schritte wie z.B. Anmeldungen/Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und Fristen. Vielleicht kannst du auch schon vor der Auslandszeit einiges erledigen und in Bewegung setzen.

9. Versuche alle Erlebnisse bewusst zu erleben! Wenn man reist und viele neue Eindrücke gewinnt, kann es passieren, dass man die Natur etc. nicht mehr richtig wahrnimmt und die Chance des Reisens und der vielen Erlebnisse vielleicht nicht mehr so zu schätzen weiß. Denke daran, dass dieser Lebensabschnitt vermutlich einmalig ist und du die Zeit nicht mehr zurückdrehen kannst. Du solltest versuchen, die schönsten Momente per Kamera festzuhalten, aber auch nicht vergessen den Moment auch mal ganz ohne Fotos, Snaps, etc. zu genießen!

10. Dein  Leben kann nur an einem einzigen Zeitpunkt gelebt und gestaltet werden: Genau Hier und genau Jetzt. Versuche möglichst wenig über die Vergangenheit und die Zukunft nachzudenken und stattdessen die Gegenwart zu genießen!

Hast du dich in manchen Punkten wiedergefunden!? Oder vielleicht noch weitere Tipps?

Das könnte dich auch interessieren:

Wie mein Auslandsaufenthalt mich verändert hat

Bald geht es los! Tipps zur Reisevorbereitung

Sprachen lernen - die beste Vorbereitung für deine Zeit im Ausland

 

Kommentare  
#1 Tobias Müller 2018-09-10 12:14
Ein sehr interessanter Artikel darüber, wie man sich auf den Moment einlässt, wenn man ins Ausland gezogen ist. Nach dem Überseeumzug meiner Cousine, hat sie auch daran arbeiten müssen, im Hier und Jetzt zu leben. Besonders das mit den Phasen ist sehr interessant. https://www.intermover.de/ueberseeumzug.aspx
Zitieren
Kommentar schreiben