Heute geht es recht früh aus den Federn, um an der Cape Peninsula-Tour teilzunehmen. Diese Tour machen sonst auch unsere Freiwilligen in ihrer Orientierungswoche in Kapstadt, bevor sie in ihre Projekte gehen. Aber auch für alle anderen Besucher von Kapstadt ist die Tour bis an den südwestlichsten Zipfel des Kontinents ein echtes Muss!

Nachdem wir aus Kapstadts Zentrum und dem obligatorischen Verkehr raus sind, geht es durch Hout Bay –  das „Kalifornien Südafrikas“ J , mit großen Villen, steilen Klippen und einer atemberaubenden Aussicht auf den Atlantik. Dann geht es weiter über den Chapmans Peak, eine abenteuerliche, 114 Kurven reiche Küstenstraße, die sich zwischen Fels und Atlantik bis Noordhoek schlängelt. Ein Glück, dass ich gut gefrühstückt habe!

Den ersten längeren Stopp legen wir dann in Boulders Beach ein, um die dort ansässige Kolonie afrikanischer Pinguine zu bestaunen. Diese schwarz-weißen Tierchen werden nur rund 50 Zentimeter groß und ziehen zwischen Februar und August ihre Jungen groß, sodass wir das Glück haben, auch einige flauschig-braune Jungtiere beobachten zu können. Ich hätte hier auch noch 2 Stunden länger bleiben können – in einer Pinguin-Kolonie gibt es immer etwas zu sehen: großer Streit und große Liebe, Familienleben und watschelnde Flucht in die Brandung. Der afrikanische Pinguin wird auch als Jackass Pinguin bezeichnet, was so viel wie Trottel oder Esel bedeutet. Den Namen verdanken sie jedoch nicht ihrem putzig-trotteligen Watschelgang, sondern vielmehr ihren Lauten, die tatsächlich ein bisschen Esel-ähnlich klingen (zumindest mit ein bisschen Fantasie). Letzten Endes muss ich mich von den putzigen Pinguinen doch eher losreißen, aber ich weiß ja dass heute noch einiges auf mich wartet!

Das Ziel unserer Reise ist das Kap der guten Hoffnung, der (fast) südlichste Punkt Südafrikas. Das eigentlich Kap der Stürme getaufte Gebiet macht seinem ehemaligen Namen heute alle Ehre, denn es zieht richtig Wind auf. Nichtsdestotrotz können wir bei einem kleinen Spaziergang die Gegend erkunden und den einmaligen Ausblick über den Atlantik genießen. Obwohl dem Kap der guten Hoffnung oft zugeschrieben wird, der südlichste Punkt Afrikas und der Scheitelpunkt zwischen indischem und atlantischem Ozean zu sein, trifft das eigentlich beides auf das rund 250 km weiter östlich (und eben rund 50 km südlich) gelegene Cape Agulhas zu. Trotzdem kennt es kaum jemand, der noch nicht hier war. ;)

Am Nachmittag holen Frans und Christiaan von unserer Partneragentur mich ab und wir besuchen das Kinderheim in Kapstadt, in welches wir schon seit vielen Jahren erfolgreich Freiwillige platzieren. Zunächst haben wir ein langes Meeting mit Yvonne, der Chefin des Kinderheims, in dem wir viele Details über das Projekt, die Kinder und die Arbeit der Freiwilligen erfahren. Sie erklärt dass die Arbeit sicherlich nicht immer einfach ist, da viele Kinder schlimmes erlebt haben und deshalb nicht einfach nur süß sind, sondern eben zum Teil auch schwierig. Trotzdem wird kein Kind weggeschickt – wo sollte es auch hin?! Es ist toll, die Mitarbeiter kennenzulernen und von ihrem Engagement zu erfahren. Das Kinderheim ist eines der fortschrittlichsten in der gesamten Region und man merkt, wie bei allen Maßnahmen das Wohl der Kinder im Vordergrund steht!

Yvonne macht aber auch deutlich, dass die Betreuung der 140 Kinder im Alter von 2-18 Jahren in dem Umfang  ohne die Unterstützung von Freiwilligen kaum möglich wäre. Einmal im Monat veranstalten sie deshalb einen No-Volunteer Day, an dem alle Freiwilligen an Team-Building Maßnahmen teilnehmen und Ausflüge unternehmen. An diesen Tagen wird auch dem gesamten Team ganz praktisch deutlich, was ohne die Hilfe der Freiwilligen fehlen würde. Ein großes Dank also nochmal an alle aktuellen und ehemaligen Freiwilligen!

Anschließend treffe ich endlich selbst unsere MultiKulturler! Glücklicherweise haben Ronja, Lukas, Janine und Naemi gerade frei und zeigen mir ihr aktuelles Zuhause. Die insgesamt rund 30 Freiwilligen wohnen auf dem Gelände in WGs zusammen, teilen sich Bäder und Küchen. Die Stimmung ist super und man merkt, wie viel Wertschätzung auch die Freiwilligen den Kindern und Mitarbeitern gegenüber haben und wie wohl sie sich hier fühlen. Wir genießen die Sonne, die Freiwilligen zeigen mir das Gelände und ihre Zimmer und erzählen ein bisschen von ihrer Arbeit.

Leider hatten viele unserer Freiwilligen gerade Schicht, sodass ich nicht alle treffen konnten, aber wir versuchen, uns diese Woche nochmal zu verabreden – ich hoffe sehr, dass das klappt!

Anschließend verabschieden wir uns und schleichen wir durch den Vorabendverkehr zurück in die Stadt. Nach diesem spannenden Tag bin ich ziemlich platt und kann sicherlich gut schlafen.

Morgen besuche ich dann weitere Projekte und bin schon gespannt, was ich alles sehen und erleben darf!

PS: Weitere Fotos findest du auf unserer Facebook-Seite :)

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