Wenn man vom Urlaub im Süden Europas spricht, fallen einem ohne groß nachzudenken sofort einige Länder ein: Spanien, Italien oder auch Griechenland – das sind die ersten Namen, die in meinem Kopf auftauchen. Aber das sind bei weitem noch nicht alle. Was ist z.B. mit Portugal? Die Frage habe ich mir vor kurzem mal wieder gestellt. Ich war noch nie dort gewesen und kannte generell wenige, die schon einmal da gewesen waren. Und so stand das Ziel für die nächste Reise auch schon fest!

Von Deutschland aus ist es ein Leichtes das kleine Land am Atlantik zu erreichen – noch leichter ist es aber natürlich von Spanien aus. Wenn du also gerade als AuPair im Land der Tapas sein solltest, liegt es doch quasi auf der Hand auch einmal einen Abstecher ins Nachbarland zu unternehmen.

Denkt man darüber nach eine Reise nach Portugal zu planen, sei es nun mit Deutschland, Frankreich oder auch Spanien als Ausgangspunkt, so denkt man meist doch zunächst ans Fliegen. Besonders wenn der Zeitraum begrenzt ist, überlegen es sich viele zweimal, ob man eine mehrtägige Anreise in Kauf nehmen möchte. Dabei solltest du allerdings nicht vergessen, dass dieses Vorhaben schon ein kleines Abenteuer für sich und mit kurzen Zwischenstopps super zu vereinen ist! Auf dem Weg nach Portugal könntest du z.B. verschiedene Stopps in Frankreich und/oder Spanien einlegen.
Geht es von Spanien oder Frankreich aus los, bietet es sich besonders an ein alternatives Transportmittel in Betracht zu ziehen. So gibt es zum Beispiel einen Nachtzug der Reisende zwischen den Hauptstädten Madrid und Lissabon hin und her transportiert, was dir nicht nur eine Menge Zeit, sondern auch eine unbequeme Fahrt/Flug im Sitzen erspart. Einfach abends einsteigen, sich vom rattern des Zuges in den Schlaf wiegen lassen und am nächsten Tag frisch und ausgeschlafen ankommen – besser geht’s ja wohl kaum! Bist du doch eher etwas weiter entfernt von Madrid "zu Hause", kannst du natürlich auch einen Bus oder gewöhnlichen Zug in Betracht ziehen. Oder vielleicht auf Blablacar zurückgreifen! Richtig gehört – das Portal für Mitfahrgelegenheiten gibt es auch in Spanien und Portugal und ist dort sogar noch verbreiteter als bei uns. Besonders von größeren Städten wie Sevilla fahren für gewöhnlich mehrmals pro Woche Leute in verschiedene Teile Portugals, die sich über ein bisschen Gesellschaft freuen.

Einmal in Portugal angekommen, gestaltet sich der Transport vollkommen unkompliziert und günstig. Fast immer gibt es Rabatte oder Angebote für Schüler und Studenten, selbst wenn man auf den ersten Blick keine entdecken kann. Manchmal lohnt es sich ganz einfach mal nachzufragen :)

Aber auch sonst punktet Portugal mit niedrigen Preisen – sowohl beim Essen, als auch im Hinblick auf Unterkünfte. Gerade in der Nebensaison sind die Preise kaum mit einem anderen europäischen Land zu vergleichen (zumindest aus meiner Perspektive). Besonders wenn du also als AuPair in Spanien oder Frankreich unterwegs bist, sind die niedrigen Preise in Portugal sicher eine willkommene Abwechslung für dein Budget.

Die typischen Pastel de Nata (kleine Blätterteig Törtchen mit einer Vanillecreme), zum Beispiel, sind nicht nur unglaublich lecker, sondern oft schon für einen Euro zu bekommen, was einen nur noch mehr dazu verleitet ein bisschen zu naschen! Obwohl es die kleinen Köstlichkeiten wirklich überall zu kaufen gibt, kennen tatsächlich nur 3 Personen das Ursprungsrezept, die in der bekanntesten Pasteleria des Landes tätig sind. In Belém, einem Vorort der Hauptstadt, befindet sich nämlich der Geburtsort der Pastel, wo auch die erwähnte  Pasteleria besucht und eine der ‚Ursprungstörtchen‘ gegessen werden kann - was allerdings mit einer gewissen Wartezeit verbunden ist. Jedem, der nicht ganz so viel Geduld mitbringt, empfehle ich trotzdem einen Ausflug in diesen Teil der Stadt zu unternehmen. Der Park am Meer bzw. der Bucht von Lissabon ist wirklich schön und bietet einen tollen Blick auf die Brücke und einen Teil der Stadt. Und Pastels gibt es ja nicht nur in der einen Pasteleria sondern können auch in anderen Cafés gekauft und dann mit einem tollen Ausblick gegessen werden smile

Neben Lissabon ist auch Porto einen Besuch wert. Die kleinere Stadt im Norden des Landes, ganz in der Nähe der spanischen Grenze, entzückt mit einzigartigem Charme und gutem Wein. Beim auf und ab schlendern entlang der Hügel der Stadt vergeht ein Tag wie im Flug.

Wen es dann doch eher ans Meer zieht, kann entweder Ausflüge von der Stadt aus starten oder natürlich ein paar Tage direkt am Strand verbringen.
Zwischen den beiden größeren Städten gibt es diverse kleine Fischerdörfer, in denen der Tourismus mal mehr, mal weniger zu spüren ist, die aber alle ihren ursprünglichen Charme beibehalten haben. Von Nazaré hat der ein oder andere vielleicht schon einmal gehört, denn dort kann man, mit etwas Glück, die höchsten Wellen der Welt zu sehen bekommen. Ist das Wasser aber gerade mal nicht aufgewühlt und die Wellen für die breite Masse nicht mehr aufregend genug, kehrt besonders gegen Ende des Tages eine gewisse Ruhe ein. Sind die Tagestouristen in ihren Bussen wieder verschwunden, bleiben ein paar wenige Reisende, die sich an der Promenade unter die Einheimischen mischen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Und während die Sonne dann so ins Meer sinkt, könnte man fast meinen die Zeit wäre stehen geblieben, wenn man die älteren Damen in ihren Trachten und Kniestrümpfen vorbeiwackeln sieht.

Wem doch nach etwas mehr Mittelmeerflair ist, der ist an der Südküste, der Algarve, genau richtig. Von Sevilla nur wenigen Stunden entfernt, liegt die Stadt Faro – das Zentrum der Region. Bewegt man sich dann weiter gen Westen, stößt man auf Orte wie Lagos, die besonders im Sommer bei Urlaubern beliebt sind. Von dort ist es nur noch einen Katzensprung bis zum südwestlichsten Zipfel Europas, wo man nicht nur das Gefühl hat am Ende der Welt zu stehen, sondern auch noch ‚die letzte Bratwurst vor Amerika‘ genießen kann.
Die Region zwischen Faro und der spanischen Grenze ist dagegen vom Tourismus weitgehend unberührt und das Gefühl der Zeitlosigkeit stellt sich noch mehr ein, als im Rest des Landes.

Wie du sicher schon gemerkt hast, ist Portugal ein mehr als vielfältiges Land und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch weiter im Inland gibt es unglaublich viel und abwechslungsreiche Natur zu entdecken. Neben der Landschaft war ich vollkommen angetan vom Wesen der Portugiesen und ihrer entspannten Lebensweise. Selbst in der Hauptstadt kam nie ein Gefühl der Hektik auf – nicht einmal unter der Woche, und das will schon etwas heißen.

In welche Region es dich nun am ehesten zieht, bleibt dir selbst überlassen – aber einen Besuch ist es aber allemal wert! smile

 

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