Mein Name ist Melina und ich bin zur Zeit Au Pair in Wellington, also auf der Nordinsel Neuseelands. Ich war aber nicht die ganze Zeit Au Pair in Neuseeland, denn so vielseitig wie Neuseeland ist, so vielseitig ist auch mein Aufenthalt hier. Deswegen folgt hier ein Bericht aus dem Reisekoffer :)

Anfang Oktober 2018 ging es für mich los, nur mit Backpackerrucksack und Handgepäck, um genau zu sein. Nach zwei langen Flügen habe ich die ersten Tage mit einer Freundin in Auckland verbracht. Hier sind uns schon die ein oder anderen Sachen aufgefallen, zum Beispiel ist Obst und Gemüse hier teurer als in Deutschland und Quark gibt es auch nicht.

Da wir ja in Auckland gelandet sind, haben wir uns gleich einmal die Stadt angeschaut. Wir haben unseren ersten Sonnenuntergang typisch von Mount Eden betrachtet und sind mit der Fähre auf Waiheke Island gefahren. Beides ist sehr empfehlenswert und die Cookies von Mrs. Higgins, die es in jeder größeren Stadt in Neuseeland gibt, muss man unbedingt probieren.

Nach den ersten paar Tagen “Städtetrip” hat sich unser Leben hier von einem auf den anderen Tag geändert: Wir (beziehungsweise meine Freundin, die hier typisches Work and Travel gemacht hat) haben einen Campervan gekauft. Keinen Luxus-Camper, nein, sondern einen umgebauten Honda Odyssey, d.h. die hinteren Sitze wurden herausgenommen und dafür ein Bett eingebaut. Jedem, der Neuseeland für eine längere Zeit mit eigenem Fahrzeug bereisen will, empfehle ich den Kauf eines Autos/Campervans, da dies deutlich günstiger ist als mieten.

Unser erster kleiner Roadtrip ging dann um Coromandel. Besonders gefallen hat uns Cathedral Cove, wo ein Teil von Narnia gedreht wurde, und Hot Water Beach, denn dort musste man am Strand nur einen kleinen “Pool” ausbuddeln und zack hatte man seinen eigenen kleinen heissen Spa Pool! Da ich aber wusste, dass ich ab Dezember Au Pair auf der Nordinsel sein werde, sind wir ziemlich bald und direkt auf die Südinsel gefahren. Spätestens dann hatten wir das mit dem Tanken raus. Wenn man hier bei Pak’n’Save oder bei New World einkauft, bekommt man mit dem Kassenzettel sogar immer einen 6ct Tankvoucher, der an den Pak’n’Save oder Z Tankstellen einzulösen ist, denn als Backpacker und gleichzeitig Schwabe muss man ja fast den Sparer-Lifestyle leben.

Die komplette Südinsel habe ich mit dem Camper erkundet. Wir hatten einen nicht self-contained Camper, was unserer Meinung nach völlig ausreichte. Wir haben auch oft auf kostengünstigen Campingplätzen übernachtet. Oft aber auch auf kostenlosen oder mittelpreisigen. Auch wenn das Leben in einem etwas größeren Auto mit Bett (was es ja war) schon auch sehr anstrengend oder ätzend (besonders wenn es den ganzen Tag regnet) werden kann, hat es mir doch sehr gefallen, weil wir einfach super flexibel waren und sogar mehr von der Südinsel sehen konnten als wir mindestens vorhatten. Zu viel Zeit sollte man aber nicht einplanen, denn wir sind tatsächlich eine Woche früher fertig gewesen und hatten zwischendurch auch noch eine Woche für Essen und Unterkunft gearbeitet. Und das, obwohl wir „nur“ 1,5 Monate zum Reisen auf der Südinsel eingeplant hatten.

Nach einem kurzen “Urlaub im Urlaub” in Australien ging es für mich wieder nach Auckland, zu meinen Orientation Days für meinen Au Pair Aufenthalt. Logischerweise musste ich mich dann auch von Annas Camper trennen. Besonders als Au Pair erweisen sich dann Wochenendtrips als sehr praktisch, da dann die meisten automatisch frei haben und man sich die Fahrtkosten aufteilen kann. Hier haben sich zwei Arten den Reisens als gut erwiesen:
Zunächst einmal natürlich das gute alte Auto. Oft kommt es vor, dass eine der Au Pairs aus der Gruppe ein Auto zur Verfügung hat, mit dem man dann zusammen wegfahren kann, sodass man sich nur die Spritkosten teilen muss. Andernfalls muss man sich eben ein Auto mieten, was etwas teurer ist und mit ein wenig mehr Organisation verbunden ist, aber laut anderen Au Pairs eindeutig machbar ist! Ich hatte immer das Glück, dass eine meiner Freundinnen das Auto ihrer Gastfamilie nehmen konnte. Allgemein kann ich ein eigenes Gefährt in Neuseeland sehr empfehlen, vor allem wenn man viel Zeit hat, da man manche Orte eben anders nicht erreicht.
 
Dennoch habe ich auch öfters mal den Bus genommen, wenn es z.B. weiter weg ging oder wenn es in eine für Neuseeland vergleichsweise große Stadt ging. Dort haben wir meist einen Skip-Bus genommen. Wenn das mal nicht ging (Skip fährt nur einmal am Tag und auch nur auf der Nordinsel), dann haben wir einen InterCity-Bus genommen, der nur ein wenig teuerer ist.
Ich habe also viel erlebt und Neuseeland sowohl als quasi “Tourist” bereist als auch als Teil einer Gastfamilie kennengelernt. Und bei beiden Erkundungsarten (sozusagen) habe ich immer wieder neue Unterschiede erkannt, die – wie gesagt – sehr vielseitig sind. Das Strassenlayout, die Müll- trennung, der Erziehungsstil, die Essensauswahl, das Essverhalten und und und ist alles doch unterschiedlicher als man denkt. Je länger ich hier bin, desto mehr stelle ich auch größere Parallelen zu Amerika fest und weniger zu Europa, was ich so nicht gedacht hätte.

Falls Ihr jetzt neugierig geworden seid und mehr über meine Zeit in Neuseeland erfahren wollt, dann schaut doch gerne auf meinem eigenen Blog vorbei: https://melinatravels.jimdofree.com

Grüße aus Neuseeland, 

eure Melina!

 

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