Du möchtest als Freiwillige/r die Welt entdecken und ein Projekt im Ausland unterstützen? Dann stellst du dir sicherlich die Frage, welche Aufgaben dich in deinem Projekt erwarten und wie viele Stunden du im Ausland tätig sein wirst.


Im Projekt ankommen
In der Anfangszeit geben viele Projekte den Teilnehmern erst einmal die Möglichkeit im noch fremden Land anzukommen, sich zu akklimatisieren und sich an alles Neue zu gewöhnen. Denn oft ist alles um dich herum neu: die Kultur, das Essen und die Sprache- und das kann eine große Herausforderung darstellen und auch Energie rauben. Da sich jeder Mensch unterschiedlich schnell an eine neue Situation gewöhnt - der eine früher, der andere später – fühlen sich Teilnehmer zu unterschiedlichen Zeitpunkten bereit, Aufgaben zu übernehmen und sich im Projekt einzubringen. Während die einen Teilnehmer am liebsten von der ersten Minute die komplette Schulklasse unterrichten möchten, wünschen sich andere Freiwillige wiederum erst einmal einen Einblick in den Schulalltag und die Unterrichtsgestaltung zu erhalten und bevorzugen es, die Mitarbeiter im Projekt bei ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen. Nicht nur die Freiwilligen haben unterschiedliche Vorstellungen, sondern auch die Arbeit in den Projekten und die Mitarbeiter vor Ort arbeiten unterschiedlich.
Während in machen Projekten ein klarer Arbeitsplan vorliegt gibt es wiederum auch Projekte, die den Freiwilligen die Möglichkeit geben sich selbst Aufgaben zu suchen und die eigenen Fähigkeiten nach Interesse vor Ort einzubringen. Es lässt sich daher nicht pauschal festhalten, welche Aufgaben du genau unterstützen wirst und wie viele Wochenstunden du im Projekt tätig bist. Jedes Projekt ist anders organisiert und bedarf unterschiedlich viel Unterstützung. Auch die Arbeitsstunden können sehr unterschiedlich ausfallen. In manchen Projekten wird die Arbeitszeit nur 2-3 Stunden betragen, da die Projekte beispielsweise nur vormittags geöffnet haben und in anderen Projekten hingegen kann man sich 6-8 Stunden pro Tag einbringen und im Projekt mit anpacken. Die Arbeitsstunden im Projekt können von Freiwilligen sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, abhängig von ihren Erwartungen. Dem einen reichen bereits 3-4 Stunden im Projekt völlig, dem anderen Teilnehmer hingegen sind 8 Stunden noch nicht genug! Überlege dir daher am besten bereits vorher, welche Erwartungen du hast und wie du damit umgehen möchtest, wenn dir nicht genug Aufgaben zugeteilt werden.


Die Beobachtungszeit
Da am Anfang vieles ungewohnt und neu ist, gibt es Projekte, in denen man zuerst einmal vieles beobachten und in das Projekt reinschnuppern kann, bevor man selbst mitanpackt. Du hospitierst beispielsweise zuerst oder unterstützt die Projektmitarbeiter bei ihren täglich anfallenden Aufgaben. Diese Zeit kannst du gut nutzen, um herauszufinden wie das Projekt organisiert ist, wie z.B. in dem Gastland unterrichtet wird und kannst von anderen Freiwilligen und den Projektmitarbeitern lernen. Versuche herauszufinden, in welchen Bereichen eventuell noch Unterstützung benötigt wird und biete dem/der Projektleiter/in an, die Aufgaben zu übernehmen. Versuche ebenso herauszufinden, welche Fähigkeiten und Interessen du hast und wie du diese gut einsetzen kannst! Bedenke dabei, dass du mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen kannst, wenn du einen längeren Aufenthalt vor Ort planst und die Möglichkeit hast das Projekt gut kennenzulernen.


Kultur
Denke auch daran, dass viele Projekte und Mitarbeiter dir die Möglichkeit geben wollen eine schöne Zeit in ihrem Land zu erleben, Feste mitzuerleben, die Kultur kennenzulernen und schöne Ecken ihres Landes zu besuchen. Einige sind daher eher zurückhaltend bei der Aufgabenverteilung, damit du noch genügend Zeit hast, neben dem Projekt auch das Land und die Kultur kennenzulernen!
Des Weiteren solltest du beachten, dass es auch einen kulturellen Hintergrund haben kann, wenn dir die Aufgaben nicht so direkt mitgeteilt werden, wie du es ggf. erwartet hast. Bedenke, dass in einigen Ländern nicht direkt kommuniziert wird was zu tun ist, da dies zum Beispiel als unhöflich wahrgenommen wird. Es kann daher sein, dass du dir die Aufgaben abhängig von deinen Interessen selber suchen und deine Unterstützung anbieten kannst. Solltest du „zu viel Freizeit“ haben, versuche die Sprache in deinem Zielland zu lernen, viel über die Kultur zu erfahren, oder werde selbst aktiv!

Eigeninitiative ist gefragt – Werde selbst aktiv!
Du bist noch nicht ausgelastet, bist sehr motiviert und würdest gerne mehr Aufgaben in deinem Projekt übernehmen? Dann ist jetzt Eigeninitiative gefragt. Du arbeitest vormittags in einer Schule uns hast nachmittags frei? Wie wäre es, wenn du eine offene Hausaufgabenbetreuung/Englisch Konversation Kurs anbietest oder einen Spielenachmittag auf Englisch? Wichtig ist, dass du deine Ideen mit den Projektmitarbeitern oder der lokalen Organisation besprichst. Des Weiteren hast du auch die Möglichkeit Aktionen zu planen, die mit deinem Projekt nicht direkt etwas zu tun haben: Zum Beispiel eine Müll-Sammel-Aktionen oder ähnliches. Sei Proaktiv und suche dir selbständig Aufgaben oder plane Aktionen, Workshops etc. in denen du dein Interesse und deine Fähigkeiten einbringen kannst! Stelle dir dafür einfach die folgenden Fragen: Was macht mir Spaß? Welche Stärken habe ich? Wie kann ich meine Fähigkeiten im Projekt einbringen? Und wie kann ich meine Ideen umsetzen? Denn mit Eigeninitiative und Ideenreichtum kannst du viel erreichen, sowohl für das Projekt, als auch für die Entwicklung deiner Persönlichkeit.


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