Die Anzahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren steigt immer zu. In Deutschland sind es etwa 10 Prozent, die auf Fleisch verzichten, und etwa 1,5 Prozent verzichten auf alle tierischen Produkte und leben somit vegan.

Sich vegetarisch oder vegan zu ernähren relativ ist einfach – wenn man seine Mahlzeiten selber plant, einkauft und zubereitet. Aber nicht immer kann man oder will man sich selbst kümmern. Nicht an jedem Tag hast du Zeit drei Mahlzeiten zu organisieren. Oder vielleicht hast du einfach mal keine Lust. Vielleicht schaffst du es aber auch nicht einzukaufen. Dann bleibt da immer noch der Griff zum Telefon mit dem Lieblingslieferservice. Schnell ist eine Mahlzeit bestellt oder der Weg zum nächsten Restaurant mit vegetarischer oder sogar veganer Speisekarte gegangen.

Aber was passiert, wenn ich im Ausland bin?

Hier kenne ich keinen Lieferservice, befinde mich nicht in der Nähe eines Restaurants mit einer Auswahl für mich, oder die Leute verstehen mich nicht wenn ich ihnen erklären möchte, dass ich keine tierischen Produkte esse. Die Sprachbarriere kann leicht zum Problem werden. Sie kann aber auch mit ein paar Hilfsmitteln überwunden werden. Eine einfache Liste mit den Übersetzungen der „verbotenen“ Lebensmittel für mein Zielland gibt mir die Möglichkeit auch von Speisekarten, die in einer mir unbekannten Sprache verfasst sind, sicher zu bestellen, ohne meine vegetarische oder vegane Ernährung mal „pausieren“ zu müssen.

Das Wichtigste für jeden Auslandsaufenthalt ist es sich zu informieren. Je mehr Informationen ich habe, desto sicherer kann ich meinen Tag angehen. Gibt es in der Nähe meines Hostels oder meiner Wohnung vielleicht vegetarische oder vegane Supermärkte oder Restaurants? In Großstädten kann es viel leichter sein einen passenden Markt zu finden. Das kann ich schon bei meinen ersten Reiseplanungen berücksichtigen. Wenn ich lieber den Großstädten fern bleibe, dann versorge ich mich im Voraus mit Snacks und veganen Grundnahrungsmitteln, die sich lange halten, für den Notfall eben.

Je nach Land gestaltet sich die Selbstversorgung natürlich mehr oder weniger schwierig. In einigen Ländern ist es für einen Vegetarier oder Veganer viel leichter geeignete Speisen zu finden. Es gibt sogar einige Länder in denen sie unglaublich diverse Auswahl haben.

Die Küche Indiens ist für Vegetarier und Veganer ein Traum, denn hier ist die vegetarische oder vegane Ernährung nicht Minderheit, sondern „Normalzustand“, denn etwa 40% der Bevölkerung leben vegetarisch. Nicht umsonst werden Fleischessende in Indien „Nicht-Vegetarier“ genannt. Reis, Linsen, Currys und vieles mehr gehören zu den Standards der indischen Küche. Milchprodukte sind aufgrund der Laktoseintoleranz vieler Inder kein Hauptbestandteil der Ernährung – ganz anders als in vielen europäischen Ländern. Hinzu sind die Spezialitäten von Region zu Region unterschiedlich.

Asien, generell, bietet den Vegetariern und Veganern eine sehr vielfältige Küche bestehend aus Reis-, Linsen-, Erbsen- und Sojagerichten.

Neuseeland kann seine Nationalfrucht Kiwi vorstellen und auch mit Bio-Früchten und Gemüse werben, denn hier gehört Bio zur Norm.

Italien reizt vor allem mit der massiven Verbreitung aller Pasta-Gerichte. Auch Pizza ist gerne gesehen und, je nach Sorte, sogar vegan: die Pizza Marinara zum Beispiel, ganz ohne Milchprodukte.

Wer eine Auswahl vieler Nationalitäten, wie ihrer Speisen haben möchte, der hat in Kanada gute Chancen, denn als beliebtes Land für Auswanderer haben sich hier viele internationale Kulturen und Gerichte heimisch gemacht. Asiatische, europäische und viele weitere Speisen bieten große Auswahl und ergänzen die fast obligatorischen Pancakes mit Ahornsirup. Auch Australien kam durch seine Einwanderer aus aller Welt an eine sehr abwechslungsreiche Küche.

In jedem Land ist es möglich sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Nur ist es nicht in jedem Land universell leicht. Aber es sollte kein Kriterium sein nicht in ein Land zu reisen, dessen Küche nicht großteilig vegetarisch oder vegan ist. Denn überall besteht die Möglichkeit die eigene Ernährung mit geeigneten Produkten und Speisen ausleben zu können.

Auch als AuPair kommt oft die Frage auf wie gut meine Chancen sind eine Gastfamilie zu finden, wenn ich mich als Vegetarier oder Veganer zu erkennen gebe. Es ist wahr, dass bei manchen Gastfamilien etwa dir Zubereitung von Fleisch für Mahlzeiten vorausgesetzt wird, oder dass die Familie nicht extra einkaufen möchte. Aber viele Familien stört die gewählte Ernährung ihres AuPairs nicht. Es gilt vor allem offen mit der eigenen Ernährung umzugehen und es direkt mit den Gastfamilien zu besprechen. So ist es oft ganz einfach möglich die passende Familie zu finden, und sich nicht während des Aufenthaltes immer wieder unangenehm zu fühlen, wenn es um so etwas Grundlegendes wie Ernährung geht.

 

Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps oder sogar tolle vegetarische/ vegane Rezepte? Dann schreibt doch einen Kommentar!

 

Das könnte dich auch interessieren:

Nasi Goreng – der indonesische Klassiker

Auf nach Thailand - 10 Gründe für das Land des Lächelns

Fernweh - Sehnsucht nach Abenteuer

Kommentar schreiben