Wer als Au Pair ins Ausland möchte, muss eine relativ aufwändige Bewerbung anfertigen. Auch Familien müssen sich mit vielen Unterlagen bei ihrer Agentur vorstellen. Die Gründe dafür sind so einfach, wie auch sinnvoll: Beide Seiten sollen ein möglichst genaues Bild voneinander bekommen, bevor sie sich dafür entscheiden, die nächsten Monate unter einem Dach zu leben. Eine gute Au Pair Bewerbung ist also quasi deine Eintrittskarte in das Au Pair Abenteuer, denn umso besser deine Bewerbung ist, umso mehr Familien werden mit dir sprechen wollen und dich vielleicht einladen, in ihrer Familie zu leben. Hier gibt’s die besten Tipps für deine perfekte Au Pair Bewerbung!

Bevor du mit deiner Au Pair Bewerbung startest, solltest du dir über einige allgemeine Hinweise Gedanken machen. Die Au Pair Bewerbung sollte im Ganzen zu dir passen und dich als Person möglichst deutlich widerspiegeln. Ein ganz wichtiger Tipp, den du unbedingt befolgen solltest, ist daher, möglichst ehrlich zu sein. Wenn du wenig Erfahrung mit Kleinkindern hast, Sport so absolut nicht dein Ding ist, oder du ungewöhnliche Essgewohnheiten hast, sollte deine zukünftige Gastfamilie unbedingt davon wissen, bevor du einziehst. Wenn du einen Freund hast, kann dieser auch gerne in deiner Bewerbung auftauchen – er spielt ja schließlich auch in deinem Leben eine wichtige Rolle. Im Vordergrund deiner Bewerbung stehst allerdings du mit deinen Erfahrungen, Kenntnissen und individuellen Eigenschaften. Wenn du zu viele Bilder von deinem Freund zeigst und ihn im Brief an die Familie zu häufig erwähnst, fürchten die Familien, dass du die Zeit kaum überstehen wirst, ohne vor Liebeskummer und Heimweh zu zerfließen ;)

Der Bewerbungsbogen:

Der Bewerbungsbogen ist meist das erste, was sich die Familie anschaut. Hier werden natürlich vor allem Fakten abgefragt, wie persönliche Daten und Randbedingungen deines geplanten Aufenthaltes. Aber auch hier kannst du schon ein paar Hinweise beachten. Dein Foto für die erste Seite sollte ein Bild sein, welches dich möglich natürlich und sympathisch zeigt. Ein biometrisches Foto, wie du es z.B. für deinen Reisepass brauchst, eignet sich nicht immer gut, da man da ja normalerweise recht ernst schauen muss, da wirkt man schnell unfreundlich oder mies gelaunt. Du solltest außerdem darauf achten, zunächst möglichst flexibel zu sein – etwa was das Alter der Gastkinder angeht. Wenn du beispielsweise angibst, dass du nur auf 4-8 Jährige aufpassen willst, meldet sich eine Familie mit einem älteren / jüngeren Kind vielleicht nicht bei dir, auch wenn sie 2 weitere Kinder in deiner Altersspanne haben. Dasselbe gilt etwa für dein Ausreisedatum: Gib am Besten erstmal eine größtmögliche Spanne an. So werden sich mehr Familien für dich interessieren und je nachdem, wie überzeugt du bist, kannst du nach dem ersten Kennenlernen noch überlegen, inwiefern du beim Datum Kompromisse machen möchtest oder eben nicht.

Viel persönlicher wird es bei deinem Brief an die Gastfamilie und den Fotos, die du deiner Bewerbung beilegst. In deinem Brief solltest du dich der potentiellen Gastfamilie vorstellen, mit deinen Hobbies, deinen Erfahrungen in der Kinderbetreuung, deiner Familie und allem, was dich sonst noch ausmacht ;) Wichtig ist auch, dass du erklärst, warum du gerne als Au Pair zu der Familie kommen möchtest. Dabei sollte deutlich werden, dass für dich die Beschäftigung mit Kindern im Vordergrund steht, und erst in zweiter Linie dein Interesse am Land, die neue Erfahrung, die Erweiterung deiner Sprachkenntnisse, oder ähnliches. Sprachlich muss dein Brief auf keinen Fall perfekt sein – die Gastfamilie weiß ja, dass sie keine/n Muttersprachler/in zu sich einlädt. Der Ton deines Briefes darf gerne locker sein, aber nicht zu umgangssprachlich. Lass am Besten nochmal einen Freund über den fertigen Brief drüber schauen, oft ist man irgendwann so drin, dass man selbst nicht mehr einschätzen kann, wie der Brief klingt. Auch die Fotos solltest du mit Bedacht aussuchen, da die Familien hier direkt beim ersten Durchsehen der Bewerbung einen Eindruck von dir gewinnen. Hier sind nicht unbedingt die Bilder gefragt, die du vielleicht gerne auf sozialen Netzwerken teilst, auf denen du dich selbst besonders hübsch / sexy findest oder die dich vielleicht sogar bei einer lustigen Party zeigen. Auch Bilder mit Snapchat-Filtern haben in deiner Bewerbung nichts zu suchen. Für Familien ist es wichtiger, dass du natürlich aussiehst, sympathisch bist und gerne lachst. Du solltest auf jeden Fall Bilder einfügen, die dich mit Kindern zeigen! Das ist für die Familie immer das Wichtigste. Zusätzlich sind Bilder toll, die deinen Alltag und dein Umfeld abbilden: Du mit deiner Familie, deinen Freunden oder zum Beispiel bei der Ausübung deiner Hobbies.

Jetzt wird es ernst: Die Eltern legen gesteigerten Wert auf deine Kinderbetreuungsnachweise. Das ist für sie der wichtige Beleg, dass du gut mit Kindern umgehen kannst. Du brauchst mindestens 2 Nachweise, aber es ist natürlich super, wenn du weitere Nachweise hast. Ein langer Job als Babysitter über Jahre ist dabei natürlich besser, als etwa ein zweiwöchiges Praktikum im Kindergarten. Es ist auch super, wenn du Erfahrungen mit verschiedenen Altersgruppen hast – so sprichst du auch viele verschiedene Familien an. Deine Charakterreferenz ist wichtig. Damit die Familien möglichst Vertrauen in die Bewertung deines Referenzgebers haben, ist es toll, wenn du deine Referenz von einem Pfarrer, einem Lehrer oder zum Beispiel einem ehemaligen Arbeitgeber ausstellen lässt.  Weil die Kinderbetreuungsreferenzen so wichtig sind, haben wir dem Thema einen ganzen Beitrag gewidmet, schau mal hier.

Die übrigen Dokumente, etwa deinen Führerschein, dein Führungszeugnis, das ärztliche Attest oder dein letztes Schulzeugnis, solltest du vollständig als Kopien online hochladen. Solltest du medizinische Einschränkungen haben, kläre am Besten vor deiner Bewerbung ab, ob deine Krankheit, deiner Bewerbung im Wege stehen könnte.

Gerne kannst du auch weitere Dokumente beilegen, wenn diese relevant sind. Das können zum Beispiel zusätzliche Kinderbetreuungsnachweise sein (immer gern gesehen) oder auch ein Sprachkurs – Nachweis, wenn zum Beispiel deine letzte Schulnote in der Sprache deines Gastlandes  nicht ganz so gut war. Belege anderer Praktika oder Arbeitsnachweise, die nichts mit Kindern zu tun haben, haben in deiner Bewerbung jedoch nichts zu suchen.

Wenn du möchtest, kannst du auch ein Bewerbungsvideo drehen. Das fällt natürlich sofort auf und die Familie kann sich in kürzester Zeit ein gutes Bild von dir machen. Die Regeln sind dabei ähnlich, wie die für den Gastfamilienbrief.

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