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Island

Leila work and travel in Island

Ich sitze im Flugzeug und sehe die ersten Zipfel der Insel langsam in Sicht kommen: schneeweiße Berge, braune, kraterdurchzogene Ebenen, vom Sonnenuntergang rot gefärbtes Meer, menschenleer. Es ist Liebe auf den ersten Blick!

Das erste Wochenende verbringe ich in Reykjavik, wo ich mich langsam akklimatisiere. Am Montag nach dem Einführungstreffen geht es los. Ich steige in den Bus und fahre zu der Farm, auf der ich das nächste halbe Jahr verbringen werde. Nach 5 Stunden Fahrt erreiche ich das kleine Dörfchen, wo mich meine Gastmutter/Chefin mit ihrem Sohn herzlich empfängt. Auf der Farm lerne ich den Rest der Familie kennen. Neben den Eltern und drei Kindern lebt auch der Großvater dort. Die Englischkenntnisse variieren von flüssig bis überhaupt nicht und ich nehme mir fest vor, Isländisch zu lernen.

Leila work and travel in Island

Am nächsten Morgen gehe ich sofort mit in den Kuhstall um meine neue Arbeit kennen zu lernen. Am Anfang schaue ich noch ein bisschen zu und helfe, wo ich kann, bevor ich mich Stück für Stück in den Arbeitsablauf eingliedere. In Island ist es üblich, dass jeder sich für die anfallenden Arbeiten verantwortlich fühlt und es kaum fest verteilte Rollen gibt. Deshalb ist ein bisschen Eigeninitiative sehr wichtig, etwas woran ich mich nach dem fest vorgeschriebenen System der Schule erst gewöhnen muss. In unserem Stall leben ca. 30 Milchkühe und nochmal 30 Bullen/Kälber. Meine Aufgaben beinhalten alles von Stall putzen über Kühe von ihren Plätzen zur Melkmaschine treiben, diese anschließen und Heu verteilen bis hin zu Kälbchen füttern. Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind, macht mir die Arbeit richtig Spaß. Es ist ein gutes Gefühl, genau zu wissen, wo die Milch herkommt, die man trinkt. Und obwohl ich in Deutschland Vegetarierin war, habe ich keine Schwierigkeiten, hier Fleisch zu essen, da der Großteil davon von unserer eigenen Farm kommt, wo die Tiere ein gutes Leben führen und nachhaltig gehalten werden. Neben meiner Arbeit im Kuhstall, helfe ich im Frühjahr zur Lämmerzeit auch bei den Schafen mit. Die Pferde auf unserer Farm werden leider nicht geritten, aber ich besuche sie oft an meinen freien Tagen.

Leila work and travel in Island

Ich bekomme 2 Tage pro Woche frei und spare mir jeweils einen davon auf, um ab und zu für ein paar Tage zu reisen und das Land zu erkunden. Es gibt so viel zu sehen; von Akureyri über den Mývatn-See bis zu den malerischen Ostfjorden. Von Reykjavik über den Geysir und die Wasserfälle des Südens bis hin zu gewaltigen Gletschern. Ich versuche in der kurzen Zeit, die ich habe, möglichst viel zu erleben. Ein Highlight sind natürlich die Nordlichter, die jetzt im Winter häufig zu sehen sind. Auch die spektakulären Sonnenuntergänge sind ein ganz besonderer Anblick.

Nach 1 1/2 Monaten verbringe ich dann mein erstes Weihnachten weg von zuhause...aber so fühlt es sich nicht an, denn ich habe hier breits ein neues Zuhause gefunden. Die Familie hat mich richtig gut aufgenommen und alle sind super lieb, obwohl unsere Kommunikation teilweise etwas eingeschränkt ist. Ich werde sie alle sehr vermissen, wenn ich zurück nach Deutschland gehe.

Leila work and travel in Island

Die 6 Monate vergehen wie im Flug und als ich micht dann schweren Herzens verabschieden muss, fließen schon ein paar Tränen. Aber ich verspreche, sie irgendwann wieder zu besuchen und auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben.

Ich habe so viel gelernt in meiner Zeit hier, bin unabhängiger und selbstständiger geworden und habe neben vielen netten Menschen auch mich selbst besser kennen gelernt.

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