Freiwilligenarbeit Südafrika

erfahrungsbericht freiwilligenarbeit suedafrika-kap LeaAufregend, kalt und landschaftlich ein Traum – diese Worte fassen meine zwei Monate in Kapstadt, Südafrika wohl am treffendsten zusammen. Mit einer Mischung aus Vorfreude darauf, endlich selbst in den in vielerlei Hinsicht von uns weit entfernten afrikanischen Kontinent eintauchen zu können, als auch unzähligen Sorgen angesichts der weiten Reise landete ich in Kapstadt.

Angekommen im Hostel fand ich mich schnell zurecht und fühlte mich innerhalb kurzer Zeit in der aus ungefähr 30 wunderbaren, aufgeweckten, aus verschiedensten Ländern kommenden jungen Menschen bestehenden Freiwilligengruppe wohl. Auch dem Tagesablauf passte ich mich ohne Probleme an: vormittags gingen wir zu unseren jeweiligen Projekten, mittags traf man sich zum Lunch, um dann in kleinen Gruppen die Gegend zu erkunden oder auch einfach am Strand oder im Hostel zu entspannen. Abends saß man oft noch gemütlich zusammen oder schaute den ein oder anderen Film.

erfahrungsbericht freiwilligenarbeit suedafrika-kap LeaNach dem Orientierungstag, an dem wir mit den wichtigsten Basics ausgestattet wurden, ging es dann auch endlich in die Freiwilligenarbeit – ich verbrachte vier Wochen im Kindergarten, drei Wochen in einer Primary School sowie zwei Tage im Krankenhaus.

Ich hatte bereits bemerkt, dass die Afrikaner weitaus offener und entspannter sind, als ich es aus Deutschland gewohnt bin, aber dennoch war ich überwältigt von der Offenheit, dem Vertrauen und der Herzlichkeit der Kinder, die ich kennenlernen durfte. Voller Energie sorgen sie für eine wunderbare, aber auch anstrengende Zeit, da sie sich oft sehr ungehalten benehmen und viele, vor allem in der Schule, viel Unterstützung und Motivation zum Lernen benötigen. Letztlich wuchsen mir die Kinder als auch die Erzieher und Lehrer, die zwar zuweilen etwas verplant, jedoch unglaublich liebevoll und dankbar uns gegenüber waren, sehr ans Herz.

erfahrungsbericht freiwilligenarbeit suedafrika-kap LeaEbenfalls schwer gefallen ist mir der Abschied vom fantastischen Anblick der Berge, die sich unmittelbar an die Atlantikküste anschließen. Auch die umgebenden Ebenen, in denen sich teilweise große Gruppen von Pavianen und Straußen – ein für mich absolut ungewohntes Bild – auf Feldern vor den Felshängen aufhalten, faszinierten mich. Am eindrucksvollsten war wohl der Besuch des sehr stürmischen Kap der Guten Hoffnung als auch der Ausblick auf Kapstadt vom Berg Lion´s Head. Kapstadts Umgebung bietet ebenfalls eine Reihe sehr schöner Strände wie Camps Bay, von wo aus wir unter Palmen liegend zusehen konnten, wie die Sonne hinter dem Horizont verschwand.

Aber nicht nur die Natur, sondern natürlich auch Kapstadt hat mich beeindruckt. Neben vielen typisch westlichen Merkmalen einer Großstadt hört man oft alte Stammessprachen wie die mit Klicklauten versehene isiXhosa, sieht traditionell gekleidete Tanzgruppen oder probiert Straußenfleisch und Milktarte auf den fantastischen Foodmarkets, die neben afrikanischen auch Speisen aus Europa, Asien sowie Amerika anbieten.

erfahrungsbericht freiwilligenarbeit suedafrika-kap LeaBesonders gewöhnungsbedürftig ist auch der südafrikanische Straßenverkehr, der am besten in folgendem Zitat zusammengefasst werden kann: “Green means “Go“, red means “Go“ and yellow means “Speed up“ “. Bezüglich der Sicherheit galt es jedoch nicht nur auf den Straßen, achtsam zu sein. Die Armut existiert nicht nur in den Townships am Stadtrand, sondern in so gut wie jeder Ecke und die Leute sind teilweise sehr gerissen, wenn es darum geht, an etwas Geld heran zu kommen. Ich wurde zwar mit der Zeit etwas entspannter, habe jedoch meine Taschen nie aus den Augen gelassen und es gemieden, allein loszuziehen oder bei Dunkelheit draußen zu sein. Wenn man sich jedoch an diese einfachen Regeln hält, ist man in der Regel schon auf der sicheren Seite.

Ein anderes kleines Manko war der Umstand, dass es in den Gebäuden keinerlei Heizungen gibt, was die kälteren Tage in den Wintermonaten Juni bis August sehr unangenehm macht, besonders wenn dazu noch der doch kostbare Regen hinzukommt. Generell ist der Winter jedoch verglichen mit dem deutschen Winter sehr mild und es gab auch sonnige 25°C, die wir am Strand genossen.

erfahrungsbericht freiwilligenarbeit suedafrika-kap LeaAlles in allem bin ich sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, so viele neue Menschen kennengelernt zu haben und zumindest einen kleinen Teil der afrikanischen Kultur erkundet zu haben.

Dabei bekam ich große Unterstützung und eine sehr gute Betreuung, vor allem in der Vorbereitung, durch Multikultur, wofür ich sehr dankbar bin, denn vor allem für unerfahrene Reisende ist so eine Hilfe sehr wertvoll und empfehlenswert.

Solange man das nötige Geld und die Zeit hat, solche Reisen zu unternehmen, sollte man die Gelegenheit auf jeden Fall nutzen! Die Erfahrungen, die man sammelt, sind unschätzbar wertvoll und zugleich erlangt man einen sehr vielseitigen Blick auf sich, das Leben und die Welt.

weitere Erfahrungsberichte

Auf einen Blick
Start:
2-4 mal im Monat
Dauer:
von 2 bis 52 Wochen
Mindestalter:
ab 18 Jahre
Region:
Kapstadt und Kap Region
Sprachkurs:
optional
Bereiche:
Soziale Projekte
Teaching
Medizinische Projekte
Tierschutz
Business
Soziales
Gebühr:
ab 600 EUR

Certified South Africa Specialist