Freiwilligenarbeit Südafrika

erfahrungsbericht freiwilligenarbeit suedafrika-kap AnnelieBevor ich nach Südafrika ging, rechnete ich bereits damit, dass die Zeit dort unglaublich werden würde. Aber die Realität sah eigentlich noch viel besser aus! Als ich dort ankam wurde ich direkt mit offenen Armen empfangen und in die Gruppe integriert – ich hätte schon fast keine andere Wahl gehabt. Dort waren Leute aus Kanada, Amerika, Australien, England, Frankreich, Schottland, Spanien, Brasilien – kurz: wirklich aus der ganzen Welt. Aber wir alle hatten uns für das Projekt entschieden und so auf jeden Fall Gemeinsamkeiten.

Morgens nach dem gemeinsamen Frühstück ging es immer zusammen zur Arbeit. Die anstehende Aktivität blieb eine Überraschung bis es losging, weil sie sich in Abhängigkeit vom Wetter und anderen Gegebenheiten spontan ändern konnte. Bei der Arbeit wurde gelacht, gesungen und vor allem zusammen mit angepackt. So viele Länder in einer Aktivität vereint. Nachmittags ging es immer zu einer anderen Aktivität. Meistens war es morgens anstrengend und Nachmittags dann entspannt, aber trotzdem wichtig für das Reservat. Besonders gut war, dass uns bei jeder Arbeit erklärt wurde, warum wir das machen müssen und weitere Fragen sind uns auch immer beantwortet worden. Wir haben Straßen ausgebessert, Bäume und Kakteen gefällt, Zäune gereinigt und kontrolliert, Tiere gezählt, Löwen gefüttert, Bäume gepflanzt, neue Sachen gebaut, sind wandern gegangen, Kindern zu essen gebracht – es gab immer Abwechslung und so wurde es nie langweilig!

Die Abende sind immer irgendwie zusammen verbracht worden. Wir haben Filme geguckt, Spiele gespielt, Lagerfeuer gemacht, man hat immer etwas gefunden, konnte sich aber auch jederzeit zurückziehen und einfach mal für sich sein. Da wir so viel Zeit miteinander verbracht haben fühlte sich die Gruppe irgendwann an, wie eine Familie. Einige blieben nur für ein bis zwei Wochen, andere einen bis drei Monate, aber das Gefühl blieb trotzdem.

So kam es, dass die Ausflüge an den Wochenenden immer etwas von Familienausflügen hatten. Aber deshalb war nie jemand allein. Wir hielten immer zusammen und haben in der Stadt, bei den Ausflügen oder beim Ausgehen aufeinander aufgepasst. Die Angst vor möglichen Gefahren in einem Land wie Südafrika war der eigentliche Grund dafür, dass ich mit einer Organisation da runter geflogen bin, aber auch dort ist immer auf mich aufgepasst worden. Sogar die Ranger im Reservat schienen jeden in ihre kleine Familie aufzunehmen. Ich hätte mit jedem Problem zu ihnen kommen können, wenn ich gewollt hätte.

Vor allem ist einem dort mit der Wochenendplanung geholfen worden. Nur deshalb konnte ich überhaupt Surfstunden nehmen, Shark Diving machen, in den Addo National Elephant Parc fahren und vieles mehr. Alleine habe ich fast eine Fakeseite gebucht und hätte somit horrende Summen für nichts bezahlt. Nur wegen all' dieser Menschen dort habe ich diese Erfahrungen machen können. In meinen zehn Wochen Aufenthalt habe ich vor allem gemerkt, dass die Südafrikaner sehr offen und sehr verständnisvoll sind. Die sogenannte „African Time“ kann nicht nur überpünktlichen Deutschen den Nerv rauben, aber wenn sie wissen, es kommt wirklich auf Pünktlichkeit an, dann können sie sogar rechtzeitig da sein. Mentalität ist eben abhängig von den Gegebenheiten. Dafür sind die meisten Menschen dort immer fröhlich und haben so viel Energie, die sie einfach für positives Denken und Motivation Anderer nutzen – ich wusste gar nicht, dass dies in diesem Ausmaße möglich ist.

Einen Kulturschock gab es für mich in keinster Weise. Auf angenehme Art bin ich in der Hotelanlage auf das afrikanische Gefühl eingestimmt worden und habe nach und nach immer mehr davon gesehen, wenn ich an den Wochenenden wegfuhr. In meiner Woche in Kapstadt habe ich dann das richtige Südafrika von allen Seiten gesehen, aber durch die Erfahrungen vorher bin ich dort langsam herangetastet worden. Die einzige unangenehme Umstellung war das Essen: Für einen „Halftime-Vegetarier“ ist es ziemlich ungewohnt, zweimal am Tag Fleisch zu kriegen, welches dann auch noch für europäische Verhältnisse sehr fett gekocht wird. Zum Glück waren sie dort darauf eingestellt und so gab es immer auch sehr viel Gemüse etc. Man wusste sich also zu helfen. Ich habe im Endeffekt eine wunderbare Erfahrung gemacht und bei meiner Abreise sogar überlegt, einfach dort zu bleiben und die Familie für Weihnachten einfliegen zu lassen. Schade, dass ich es nicht gemacht habe. Es wird also definitiv für mich zurückgehen!

weitere Erfahrungsberichte

Auf einen Blick
Start:
2-4 mal im Monat
Dauer:
von 2 bis 52 Wochen
Mindestalter:
ab 18 Jahre
Region:
Kapstadt und Kap Region
Sprachkurs:
optional
Bereiche:
Soziale Projekte
Teaching
Medizinische Projekte
Tierschutz
Business
Soziales
Gebühr:
ab 600 EUR

Certified South Africa Specialist