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Vietnam

In erster Linie habe ich mich für ein Volontariat entschieden, weil ich nach dem Abitur dem Alltagsstress entfliehen wollte. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln, neue Dinge kennenlernen. Ich habe ebenfalls darüber nachgedacht „Work and Travel“ zu machen, allerdings schienen mir die dafür gängigen Länder zu „westlich“, zu sehr wie zuhause. Somit habe ich mich bei meiner Suche auf asiatische und afrikanische Länder fokussiert. Letztendlich bin ich auf „Multikultur“ aufmerksam geworden und habe gesehen, dass dort ein Projekt in Vietnam angeboten wird: ein Umweltprojekt. Vom ersten Kontakt zu „Multikultur“ bis zu meiner Abreise waren es nur vier Monate. Im Endeffekt war es genug Zeit, um alle Vorbereitungen zu treffen, jedoch ist mehr Zeit im Vorhinein auch angenehm, um alles stressfrei regeln zu können.

Die Betreuung vor meiner Abreise war seitens „Multikultur“ sehr hilfreich, und ich habe mich immer gut beraten gefühlt. Hatte ich Probleme oder Fragen konnte ich per Telefon oder Email Kontakt aufnehmen und binnen kurzer Zeit wurde alles geklärt. Was man jedoch nicht erwarten sollte, ist, dass die Organisation einem alle Arbeit abnimmt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Organisation eher beratenden Charakter besitzt. Sie teilt dir mit was du brauchst und wie du es bekommst (seien es Visa oder Flüge), aber letztendlich musst du dich selbst darum kümmern.

Mitte September bin ich dann in Vietnam angekommen und das Abenteuer ging los. Am Flughafen wurde ich von einem Mitglied meiner Partnerorganisation in Empfang genommen und sogleich gut betreut. Mein Projekt, wie bereits geschildert, ein Umweltprojekt, befasste sich laut Beschreibung mit Aufforstung und Umweltschutz. Letztendlich habe ich leider die meiste Zeit im Büro gearbeitet im Bereich des „Eco-Tourism“, was die einmalige Erfahrung jedoch nur wenig schmälerte. Ich habe es sehr genossen dort, zu arbeiten. Was ich aber damit ausdrücken möchte ist, dass es immer anders kommen kann als man erwartet. Allerdings sollte man offen für alles sein. Es hängt zum Großteil an einem selbst was man aus seinem Aufenthalt macht. Man muss die richtige Einstellung haben und sich Neuem nicht verschließen.

Während meiner Zeit hier hatte ich nur vereinzelten Kontakt zu „Multikultur“ nach Deutschland. Die Mitarbeiterinnen haben sich immer wieder erkundigt, wie es mir geht, aber da ich hier keinerlei Probleme hatte und meine hier ansässige Organisation sich super um mich gekümmert hat (was eben auch grade deren Aufgabe ist), bestand von meiner Seite kein Bedarf. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass ich mich im Falle von Unstimmigkeiten und Problemen jeder Zeit an „Multikultur“ hätte wenden können.

Im Großen und Ganzen ist Vietnam ein wundervolles Land. Ich traf nur nette und aufgeschlossene Leute. Ich habe viele Freundschaften geschlossen. Die Natur und das Essen sind einzigartig. Aber es ist auch ein gutes Land für Volontäre, da es dort noch viele Probleme gibt. Die Arbeit hier Vorort wird benötigt. Auch wenn man die Auswirkungen des Vietnamkrieges im Alltag nicht mehr wahrnimmt, sind seine Spätfolgen jedoch noch zu spüren, wenn man tiefer in das Alltagsleben eindringt. Sei es in den einst zerstörten Wäldern, in den Krankenhäusern oder den Behinderteneinrichtungen. Ebenfalls spürt man die Armut, vor allem wenn man sich aus den Großstädten heraus begibt. All dem sollte man sich vorher bewusst sein, wenn man ein Entwicklungsland oder ein aufstrebendes Land bereist. Man sollte sich anpassen können und flexibel sein.

Letztendlich kann ich jedem, der sich noch nicht sicher ist ins Ausland zu gehen, sagen: Tu es! Ich würde behaupten, es ist eine der besten Erfahrungen, die man machen kann. Ich selbst würde von mir behaupten, dass ich sehr viel gelernt habe, sei es über mich oder über andere.

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