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Indonesien

Lorena freiwilligenarbeit indonesien erfahrungsberichtEndlich! Nach ca 24 Stunden Reise steuere ich den Flughafen in Denpasar auf Bali an. Ich bin unglaublich Nervös und kanns kaum noch aushalten in dem Flugzeug „eingesperrt“ zu sein. Der Flug hat Verspätung und ich bekomme Panik, dass mich niemand von der Organisation in Indonesien am Flughafen abholt. Bis ich endlich meinen Koffer habe vergeht eine gefühlte Ewigkeit. Schon hier fühle ich eine ganz andere Atmosphäre wie in Deutschland. Endlich kann ich raus in die Eingangshalle. Dort stehen ca. 300 Taxifahrer die durcheinanderrufen und Leute abholen wollen.

Ich suche nach einem Schild von der Partnerorganisation Ganz am Ende finde ich jemanden und freue mich sehr, dass mich doch jemand abholt. Der Mann kann leider nicht gut Englisch und führt mich zu Zwei andern Freiwilligen. Ein Mädchen aus England und ein Junge aus New York. Sie sind sehr nett und wir fangen an ein wenig zu reden. Das Englisch fällt mir im ersten Moment etwas schwer da ich immer noch sehr aufgeregt bin und müde von der langen Reise. Aber schon in diesem Moment wusste ich, dass sich die Reise auf jeden Fall gelohnt hat!

Kurz darauf stößt noch ein Mädchen aus China zu uns und dann geht’s mit dem Taxi los in Richtung Camp. Was ich in dem Moment noch nicht wusste war, dass ich im falschen Camp landen werde und das Abenteuer somit noch Abenteuerlicher wird!

Als wir irgendwann in der Nacht in dem Camp ankommen und Ich und der Junge aus New York nicht auf der Teilnehmerliste standen und die Leiter uns erzählten, dass wir an der Nordküste (in Lovina) von Bali seien, wusste ich, dass ich hier falsch bin. Zum Glück war ich nicht die Einzige. Die Leiter erklärten uns, dass es zwei Camps gibt. Und das wo wir hingehörten sei in Ubud, welches im Landesinneren liegt. Ich war etwas verunsichert aber der Junge aus New York lachte nur und meinte zu mir „The adventure is starting now!“ daraufhin musste ich auch Lachen und es war alles in allem nur halb so schlimm. Für uns wurde ein neues Taxi für den nächsten Morgen organisiert.

Die erste Nacht war schrecklich! Ich konnte nicht schlafen wegen der Zeitverschiebung. Am nächsten Morgen ging es dann schon sehr früh los, damit wir pünktlich zum Frühstück in Ubud waren. Die Fahrt war unglaublich! Der Sonnenaufgang war wunderschön und wir haben durch die Fahr sehr viel von der Insel gleich am ersten Tag gesehen. Ich hatte gehofft, dass ich mit dem Junge in die selbe Unterkunft kommen würde, damit ich jemand kenne aber wir wurden leider getrennt. Das Haus in das ich kam war von einer privaten Familie. Das Zimmer war noch ganz Neu und deswegen sehr sauber worüber ich mich gefreut hab. Es gab ein Zimmer für Mädchen und eins für Jungs neben an. Die Leute sind alle super nett! Und das Beste war, dass wir alle aus unterschiedlichen Ländern kamen. Ein Mädchen aus Belgien, zwei Schwestern aus Kalifornien und eine aus China. Bei den Jungs gab es jemanden aus England, zwei aus Frankreich, einen aus China und später noch ein Junge aus Deutschland. Es war einfach unglaublich! Ich hab mich sofort sehr wohl gefühlt und wir hatten echt super viel Spaß alle zusammen.

Die Einführungswoche war auch toll. Wir haben viele verschiedene Sachen gemacht. Am meisten hat mir die „Cooking Class“ und das „Batik Painting“ spaß gemacht. Außerdem waren die Coordinator Air und Darma auch sehr nett, hilfsbereit und haben einen immer zum Lachen gebracht. Die Zeit vergeht unglaublich schnell weil man einfach immer was zum Erleben hat und immer unterwegs ist. Auch das ständige draußen sein und die viele Sonne tut unglaublich gut im Gegensatz zum Alltagsstress in Deutschland. Was leider etwas gewöhnungsbedürftig war, war das Essen. Es war teilweise etwas seltsam und wurde immer in so kleinen Fesperboxen gebracht. Durch den Transport war es meistens kalt bis wir es bekommen haben. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass sich das Essen bis zum Ende der 3 Wochen gebessert hatte.

In der ersten Woche haben wir erfahren, dass die Schule für die nächsten zwei Wochen geschlossen ist wegen einem Fest namens Galungan und Kuningan. Das bedeutete, dass alle Leute die das „teaching Project“ machen wollte das nicht machen konnten und dann teilweise in mein Projekt rübergeschoben wurden. Ich hatte echt Angst, dass die dann die Stimmung runter ziehen, weil die das Constuction project nicht machen wollten. Im Endeffekt war es dann aber schon ok. Die Organisation vor Ort ist zwar etwas durcheinander und sehr spontan aber in Indonesien ist das glaub sehr normal und man gewöhnt sich schnell daran. Die Mitarbeiter waren immer nett und man konnte immer zu denen gehen, wenn man Fragen hatte.

An den Wochenenden hatten wir frei und konnten machen was wir wollten. Das fand ich super weil man auch mal ans Meer fahren konnte. Dadurch hat man einiges von der Insel gesehen.

In der ersten Woche vom Projekt durften wir ein Klassenraum gestalten. Wir haben immer von 9 – 13 Uhr gearbeitet. Es war keine schwere Arbeit und jeder durfte malen was er wollte. Allerdings ging das eine ganze Woche lang so und irgendwann war es etwas langweilig. Aber es hat Spaß gemacht und die Vorstellung, wie die Kinder in das Zimmer kommen und sich freuen hat sehr motiviert. Es ist einfach schön zu wissen dass man durch keine Arbeit helfen und Freude schenken kann.

Die zweite Projektwoche war dafür umso spannender! Jetzt ging es richtig ans Bauen. Die Grundidee war einen Anbau an das schon stehende Schulgebäude zu errichten. Doch bevor wir an die vorgesehene Stelle etwas bauen konnten musste erstmal das dort stehende Dach weg. Es war unglaublich kompliziert das alte Dachgerüst runter zu bekommen. Aber mit guter Zusammenarbeit haben wir das auch hinbekommen.

Nach dem Abreißen ging es dann ans neu aufbauen. Aber bevor wir Mauern konnten mussten wir erstmal noch von Hand so Art Stahlträger bauen.

Das Mauern in Indonesien ist nicht ganz so wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Alle arbeiten nach dem Motto „Was nicht passt wird passend gemacht!“. Es ist unglaublich und total faszinierend, dass die Häuser trotz den geringen Werkzeugen und der schlechten Vermessungen (oft nur ein Seil) am Schluss stehen. Das Mauern hat aber sehr viel Spaß gemacht. Ich fand auch toll, dass man mich als Mädchen mithelfen lies. Man konnte alternativ auch noch Tische und Stühle reparieren aber das fand ich langweilig und wollte lieber beim richtigen bauen mithelfen. Die einheimischen Arbeiter haben leider kein Englisch geredet aber mit Händen und Füßen hat man sich am Ende doch immer verstanden.

In der gesamten Zeit in Bali hab ich mich sehr wohl gefühlt. Hauptsächlich lag das an den tollen, netten und offenen Menschen die ich dort kennen gelernt habe. Auch die Einheimischen sind immer sehr freundlich und egal wo man hin geht bekommt man immer ein Lächeln geschenkt. Das werde ich in Deutschland sehr vermissen. Die 3 Wochen sind rasend schnell vergangen. Als ich am Ende gehen musste hatte ich eine Hälfte meines Herzens, die sehr traurig war und gerne noch länger geblieben wäre, doch die andere Hälfte hat sich ein bisschen auf zu Hause gefreut.

Zum Schluss möchte ich wirklich jedem empfehlen einen solchen Auslandsaufenthalt zu machen! Es sind Erfahrungen, Momente, Erinnerungen und Leute die man am Schluss mit nimmt und die einen das Leben lang begleiten.

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