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Indonesien

Am 04. Juni 2016 war es also soweit. Ich machte mich auf den Weg meiner bislang längsten Reise und an das andere Ende der Welt; Bali wartete schon auf mich! Da ich vorher schon einige Male auf eigene Faust gereist bin, war ich am Flughafen relativ entspannt und habe zu Beginn versucht mir nicht einen allzu großen Kopf zu machen, dennoch war eine Art Ungewissheit mit im Spiel. Gerade als das Check-In beendet war und man viel Zeit zum Nachdenken gehabt hatte, haben mich die Fragen nur so überrumpelt. Was wird mich erwarten? Welche Leute werde ich kennenlernen? Habe ich auch an alles gedacht und nichts zuhause liegen lassen? War das wirklich die richtige Entscheidung?

Bereits jetzt kann ich euch verraten, dass es mit eine der besten Entscheidungen meines Lebens war und ich jedem der sich für Freiwilligenarbeit interessiert, raten kann eine solche Reise anzutreten. Fünf Wochen hören sich Anfangs vielleicht nicht viel an, doch bin ich jeden Tag aufs Neue dankbar diese Reise angetreten zu haben!

Für mich persönlich war es wichtig eine Art Ansprechpartner sowohl in Deutschland als auch vor Ort im Ausland zu haben. Zwar reist man im Regelfall alleine, doch der Fakt dass jemand für Dich da ist wenn du mal Hilfe benötigst oder auch nur eine Frage hast, hat mir Sicherheit gegeben. Da ich bereits letztes Jahr mit der Organisation MultiKultur vorhatte ins Ausland zu gehen und mit ihrer Arbeit mehr als zufrieden war, habe ich beschlossen sie wieder mit in meine Pläne einzubeziehen und mit Ihnen meinen Aufenthalt auf Bali zu planen.

Der Alltag sieht nicht bei jedem Freiwilligen komplett gleich aus, was natürlich daran liegt, dass es verschiedene Projekte zu Auswahl gibt. In der Einführungswoche wurden wir nur so überrumpelt von neuen Eindrücken und Erfahrungen. Wir mussten uns allesamt erst mal an die ungewohnten Wetterbedingen gewöhnen (mindestens 32°? Kein Problem!). Wir haben so ziemlich alles zu Fuß erledigt, sind viel wandern gegangen, hatten kaum Zeit um uns richtig einzuleben, denn unser Terminplan war recht taff. Hinzu kam der Jetlag und ganz nebenbei war man einfach auf Bali! In Gesprächen mit anderen Gruppenmitgliedern habe Ich allerdings herausgefunden dass es nicht nur mir so ging und dass diese Umstellung völlig normal ist und es mit Sicherheit jedem so ergeht!

Ihr werdet coole Leute finden mit denen ihr euch austauschen könnt. Was mir an diesem Projekt wirklich super gefallen hat ist, dass Leute aus der ganzen Welt kommen um zu helfen! Es ist international und man lernt die verschiedensten Charaktere kennen. Mein Tipp; hab keine Angst und trau dich zu fragen! Die anderen Mitglieder sind in der Regel genauso unerfahren wie man selbst und sind ebenso froh neue und nette Leute kennenzulernen.

Ab der zweiten Woche fing dann die Freiwilligenarbeit an. Anfangs hatte ich geplant 3 Wochen auf der Nachbarinsel Nusa Penida für das Turtle Conservation Project zu bleiben, doch meine Pläne haben sich komplett verändert. Die Insel ist recht klein und es gab nicht allzu viele Aktivitätsmöglichkeiten, hinzu kam dass ich mich dagegen entschieden habe einen Roller zu mieten; dementsprechend war man ein wenig „eingeengt“. Wir waren an die 50 Freiwillige, was die Arbeit zwar erleichtert hat, jedoch hätten wir uns gerne mehr eingebracht, was allerdings einfach nicht möglich war. Letztendlich habe ich mich dazu entschieden auf eine Woche zu verkürzen. Die Zusammenarbeit mit den Koordinatoren vor Ort und natürlich auch die Arbeit mit den Schildkröten hat unglaublich Spaß gemacht. Ich war positiv überrascht, dass wir so nah an die Schildkröten heran durften. Unsere Arbeit bestand hauptsächlich darin sie zu füttern, die Becken zu säubern und die Schildkröten zu waschen. Des weiteren mussten wir auch den Strand reinigen und Futter für die Schildkröten sammeln. Die Arbeit an sich war nicht schwer zu bewältigen und es hat natürlich auch Spaß gemacht. Ich hatte dennoch das Gefühl ein wenig unterfordert zu sein und bei so vielen Freiwilligen nicht wirklich helfen zu können.

Nach einer Woche ging es dann wieder zurück nach Bali, wo ich mit der Construction Woche begonnen habe und wir geholfen haben einen Kindergarten zu errichten. Jeden Tag haben wir uns nach dem Mittagessen getroffen und sind mit einer kleinen Gruppe zu der Baustelle gefahren. Wir haben uns ausschließlich um die Wände gekümmert und sie verputzt, da der Bau noch nicht allzu fortgeschritten war und wir uns erst mal um die „groben“ Sachen kümmern mussten. Hier hatte ich schon eher das Gefühl etwas zu bewirken und ein Teil des Projekts zu sein. Körperlich wurden wir hier natürlich mehr gefordert und gerade die Temperaturen haben einem manchmal ganz schön zu schaffen gemacht. Allerdings haben die Koordinatoren immer ein Auge auf uns gehabt und genügend Pausen eingelegt um ein wenig verschnaufen zu können.

Mir hat es super gut gefallen, dass wir den kompletten Vormittag Freizeit hatten und unsere Aktivitätsmöglichkeiten selbst gestalten konnten. An einigen Tagen haben wir uns beispielsweise mit der Gruppe für einen Ausflug verabredet und man hat es so geschafft noch ein wenig mehr von dieser wunderschönen Insel entdecken zu können.

Was genau meine Highlights in diesen fünf Wochen waren kann ich euch gar nicht genau sagen, denn es sind die kleinen Dinge die man genießen sollte. Ich habe vor allem die Schnorchel Trips genossen und die vielen Ausflügen die wir unternommen haben.

Das Thema Heimweh hat auch bei mir eine Rolle gespielt. Ich habe versucht mich so gut es nur geht abzulenken. An meinem Geburtstag habe ich mit einer Freundin zum Beispiel einen kompletten shopping Tag unternommen, wir waren am Strand und sind Abends noch etwas essen gegangen... Man sollte immer versuchen das Beste aus der Situation zu machen und gerade wenn man an wichtigen Tagen nicht zuhause sein kann; haltet euch immer vor Augen dass das jetzt die Zeit eures Lebens ist und man vielleicht nicht noch einmal so schnell nach Bali oder in ein anderes fernes Land kommt! Jetzt kann ich sagen dass dieser Geburtstag wirklich unvergesslich für mich ist. Doch es sind manchmal nicht komplette Tage die zu Heimweh führen können, oft sind es auch nur winzige Situation in denen man sich einfach wünscht zuhause zu sein. Man sollte sich vorher im klaren sein, wo man genau hinreist. Gerade Freiwilligenarbeit findet in Ländern und Städten statt die man mit Deutschland nur schwer vergleichen kann. Es ist dort eben alles ein wenig leichter gestrickt.

Die Einheimischen auf Bali haben uns freundlich empfangen, waren sehr rücksichts- und verständnisvoll. In der gesamten Zeit hatte ich nicht einmal das Gefühl unerwünscht zu sein. Die Balinesen waren sehr hilfsbereit und haben sich bei Fragen immer die nötige Zeit genommen um uns zu helfen.

Einen wirklichen Kulturschock gab es für mich nicht. Zwar war es anders dort als zuhause und man musste sich an einige Sachen erst gewöhnen und sich mit ihnen vertraut machen, jedoch habe ich mich im Grunde sehr wohl gefühlt. Gerade das Essen habe ich mir komplett anders vorgestellt; natürlich gibt es auch ganz landestypisch viel Reis und viele Nudeln zu essen, dennoch versuchen sie sich auch an westliche Gerichte um uns die Umstellung ein wenig zu erleichtern.

Natürlich gibt es noch 100 andere Dinge zu erzählen, doch würde das einfach zu lange dauern...

Ich persönlich kann nur jedem raten der einen Auslandsaufenthalt plant oder mit dem Gedanken spielt ins Ausland zu gehen, es wirklich tun sollte! Selbstverständlich ist nicht immer alles positiv und man lernt mit Sicherheit auch einige Dinge kennen, auf die man im Nachhinein vielleicht eher verzichten konnte, doch all das sind Erfahrungen die einem niemand jemals nehmen kann. Gerade bei der Freiwilligenarbeit wächst man mit seinen Aufgaben und lernt auch andere Seite an sich selbst kennen. Ich habe in der Zeit gelernt ruhiger zu werden, mich nicht allzu sehr zu stressen und es immer besser ist einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn gerade auf solch großen Reisen kann und wird nicht immer alles so funktionieren wie man es sich vorgestellt hat, doch gibt es für jedes Problem immer eine Lösung!

Alles in allem haben mir diese fünf Wochen wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe nun Freunde auf der ganzen Welt verteilt und bin schon ein klein wenig stolz auf mich, dass ich es wirklich durchgezogen habe! Außerdem ist es ein wunderbarer Nebeneffekt zu sehen, wie man anderen Leuten helfen kann und ihnen etwas zurückgeben kann. Dies war mit ein Grund warum ich mich für die Freiwilligenarbeit entschieden habe und ich spiele schon jetzt wieder mit dem Gedanken es auf jeden Fall wieder zu machen!

Ganz liebe Grüße,
eure Julia :-)

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