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Indonesien

Carlotta freiwilligenarbeit indonesien erfahrungsberichtJedes Mal, wenn ich die Vögel zwitschern höre oder im Wald spazieren gehe, denke ich daran, wie anders die Vögel auf Bali klangen und wie viel grüner doch der Dschungel im Vergleich zum Nadelwald war. Wenn ich die Fotos meiner zwei Monate betrachte, die ich auf Bali verbracht habe, bin ich jedes Mal dankbar für die tolle Zeit – und sentimental, weil ich mich zurücksehne.

Carlotta freiwilligenarbeit indonesien erfahrungsberichtEs fing an, dass ich unbedingt nach dem Abitur nochmal ins Ausland wollte. Anfangs überfordert von der Vielzahl der Möglichkeiten entschloss ich mich im Januar dann, aufgrund der tollen Fotos und Berichte, die ich über Bali gefunden hatte, mir im Rahmen des Volunteerings selbst ein Bild zu machen. Ich habe es zu keiner Sekunde bereut! Anfang April, mit dem Sozialvisum, allen nötigen Unterlagen und der Unterstützung von MultiKultur, meinem Reisepass, einem riesigen Backpack voll Sonnencreme und Sommerkleider und jeder Menge Vorfreude, ging es endlich los. Schon bei der Landung, wo das Flugzeug sich langsam dem Meer nähert, bis man schon beinahe denkt, im Wasser zu stranden, hatte ich den Blick auf die Insel des Lächelns, deren Name sich bewahrheiten sollte.

Carlotta freiwilligenarbeit indonesien erfahrungsberichtBei meiner Ankunft in dem kleinen Dorf Penestanan Kaja, etwa 20 Minuten Fußweg von Ubud Zentrum entfernt, war ich schon mit Staunen und 1000 neuen Eindrücken gefüllt. Die Gerüche, die Geräusche, die Farben, alles schien intensiver, lauter, bunter zu sein. Meine erste Woche ging genauso weiter – jeden Tag so viele Impressionen, sodass ich abends k.o. aber unendlich bereichert in mein Bambusstockbett fallen konnte. Eigentlich jeder Tag auf Bali fühlte sich so an. In der Einführungswoche besuchte ich mit etwa 14 anderen Leuten aus aller Welt den Monkey Forest, wanderte durch Reisfelder, badete in heiligen Wassern in einem Tempel, bereitete Frühlingsrollen zu und lernte Bahasa Indonesia, also Indonesisch. Unheimlich schnell knüpft man Kontakte, schon nach einigen Tagen konnte ich eine Belgierin, eine Engländerin, eine Französin, einen Deutschen meine Freunde nennen. Ich empfehle jedem, dieses Abenteuer allein zu starten – es ist schön zu sehen, wie einfach man neue Leute kennen lernt und wie zugänglich und offen alle sind. Meiner Meinung nach ist das sehr spannend und ermutigend. Die Organisation vor Ort empfing und begleitete uns mit großer Herzlichkeit, alles klappte super unkompliziert und ich fühlte mich gleich willkommen. Unter balinesischer Hitze und hin und wieder tropischem Regen konnte ich meine zweite Woche, das Construction Projekt, starten. Wir halfen, einen Kindergarten in einem Nachbarort zu bauen. Zement mischen, mauern, sägen, hämmern, Drahtgerüste verkabeln und Metallteile zurechtbiegen, alles war dabei. Ich habe die Erfahrung sehr genossen, zu sehen, wie anderswo gebaut wird – die Sicherheitsmaßnahmen sind andere, das Tempo ist ein anderes: Wo bei uns innerhalb von Sekunden Holz mit Elektrosägen zerteilt wird oder Bauteile schon fertig an die Baustelle geliefert werden, wird hier einfach ALLES von Anfang an von Hand gemacht; und sei es, dass ich mal 45 Minuten in der Sonne an zwei Brettern säge. Auch die Art und Weise, wie Höhen gemessen werden, mit Stock und Schnur, war anfangs überraschend. Dennoch war die Präzision, mit der die einheimischen Männer die Arbeiten verrichteten, beeindruckend. Und jeden Abend, wenn es wieder zurück nach Penestanan ging, hatte ich ein gutes Gefühl: Der unmittelbare Fortschritt war täglich sichtbar.

Carlotta freiwilligenarbeit indonesien erfahrungsberichtMeine zweite Woche, sowie auch die drei folgenden Wochen, verbrachte ich im Teaching Projekt. Ich unterrichtete Englisch in einer dritten Klasse. Der erste Tag war überwältigend, die Kinder rannten schon auf mich zu, sobald ich die Autotür unseres Taxi geöffnet hatte und bestürmten mich mit dem wenigen Englisch, über das sie verfügten. „Hello, whats your name?“ “Good afternoon, teacher!” Zusammen mit meiner Partnerin Christina aus Deutschland konnte ich mich jeden Tag wieder an der Neugier und dem Ehrgeiz der Kids erfreuen, egal ob wir Tiere, Farben oder Kleidung besprachen. In der Pause wurde gespielt, insgesamt waren wir ca. 2 Stunden in der Schule. Manchmal war es anstrengend oder schwierig, sich zu verständigen, oft war Flexibilität gefragt, waren doch die Lernstände der Schüler so unterschiedlich. Dann war die Herausforderung, jene, die nach einigen Minuten schon das Arbeitsblatt korrekt bearbeitet hatten („Miss, finished, finished!“) noch anderweitig zu beschäftigen, bis eine halbe Stunde später auch der Rest fertig war. Am Berührendsten war immer die Abschiedsgeste, wenn die Kinder ankamen und unsere Hand an ihre Stirn führten – eine Geste des Respekts, des Dankes. Mit zunehmender Zeit schloss ich die Sieben- bis Neunjährigen immer mehr ins Herz; ihre Motivation motivierte auch mich und Christina, uns immer neue Spiele und Methoden zu überlegen. Das Final Good Bye, das wir am letzten Tag zu Reihan, Dwik, Mira, Tara, Eka, Pani und all den anderen Mädchen und Jungen sagen mussten, fiel uns deshalb schwer, insbesondere, als uns die Kinder mit zum Abschied mit Blumen, Süßigkeiten und Gebasteltem beschenkten.

Carlotta freiwilligenarbeit indonesien erfahrungsberichtAuch die Freizeitmöglichkeiten sind in und um Ubud schier unerschöpflich. Entweder man entspannt im örtlichen Café oder abends in der Cocktailbar zur Livemusik, oder besucht Wasserfälle oder den Ubud Market. Das Lebensgefühl auf Bali ist unvergleichlich, die Atmosphäre völlig stressfrei, die Menschen unendlich freundlich. Überall sieht man die Flower offerings, die die Balinesen und Balinesinnen den Göttern als Opfergaben darlegen; nur ein Teil der allgegenwärtigen Religion. Auch bunt geschmückte Frauen in traditioneller Kleidung sind keine Seltenheit.

An den Wochenenden unternahmen wir Ausflüge, um die Insel zu erkunden. Beim Schnorcheln, bei Tempelbesuchen, beim Ausblick auf den Regenwald oder beim Schwimmen im türkisblauen Ozean, offenbarte Bali immer noch ein Stückchen mehr von seiner Schönheit. In meinen letzten zwei Wochen, in denen ich reiste und tauchen lernte fühlte ich mich in Bali schon fast wie zu Hause.

Als krönenden Abschluss erlebte ich die Adventure week, mit Rafting, Radfahren und dem unglaublichen nächtlichen Aufstieg auf den Vulkan Gunung Batur mit Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Ich konnte es nicht glauben, als es tatsächlich Zeit war, wieder in den Flieger gen Europa zu steigen. Nie habe ich so intensiv gelebt wie in diesen Wochen auf Bali. Auch jetzt ging es heim mit vollem Gepäck. Aber diesmal voll mit Erinnerungen an die Sonne, die Farben, den Reichtum an Natur, die unendlich vielen Motorbikes, und nicht zu vergessen all die neuen internationalen Freundschaften, die ich schließen durfte. Terima kasih, Bali! Ich komme gerne zurück…

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