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Costa Rica

freiwilligenarbeit in costa rica Sabrina

Mitte April ging es für mich los nach Costa Rica. Am Freitag bin ich am späten Abend in San Jose gelandet, wo ich von einer Partnerin von Multikultur sehr herzlich begrüßt wurde. In meiner Gastfamilie habe ich gemerkt, dass meine Spanischkenntnisse aus der Mittelstufe mir nicht viel gebracht haben. Mit Händen und Füßen haben meine Gastfamilie und ich uns verständig. Es hat zwar nicht immer ganz funktioniert, trotzdem hatten wir alle immer etwas zum Lachen.

Die erste Woche hatte ich dann in Santa Barbara einen Sprachkurs, was meine Sprachkenntnisse ein gutes Stück aufgefrischt hat. Die Mitarbeiter der Sprachschule haben sich gut um uns gekümmert und sie haben einem wirklich immer und überall geholfen.

Nachdem die erste Woche schon wie im Flug vorbei ging, habe ich mich Montag früh auf den Weg zu meinem Projekt gemacht. Nach einigen Stunden im Bus durch den Regenwald und an der Karibik Küste entlang, bin ich in Sixaola angekommen und wurde dort von einem Taxi abgeholt.

freiwilligenarbeit in costa rica Sabrina

Erst hatte ich ein wenig Angst wo ich landen würde, denn es gibt nur eine Straße die nach Gandoca führt. Nach einer holprigen, langen Fahrt wurde ich herzlich von meiner neuen Gastfamilie begrüßt und mit einem so schnellen Spanisch überwältigt, dass ich froh war, dass eine weitere Freiwillige aus Deutschland ebenfalls in dem Projekt ist.

Meine Aufgaben in diesem Projekt bestanden darin, von 20-24 Uhr oder von 24-4 Uhr am Strand zu patroullieren. Die meiste Zeit sind wir ohne Licht gelaufen obwohl es immer sehr dunkel war. Wenn der Mond jedoch zu sehen war, konnte man auch ohne Taschenlampe wirklich viel sehen. Generell am Strand durften wir nur rotes Licht verwenden, denn die "torugas baulas"(Lederrückenschildkröten) mögen kein Licht.

freiwilligenarbeit in costa rica Sabrina

Die Leute dort haben vorher schon viel erzählt, wie groß diese Tiere sein sollen und man würde sie hören wenn sie aus dem Wasser kommen. Das war für mich erst mal schwer vorstellbar, bis ich es selbst erlebt habe. Diese Nacht werde ich nie vergessen. Ich war sprachlos, als ich gesehen habe wie riesig diese Schildkröte ist und wie alt sie aussieht. Ich habe aus nur weniger Entfernung gesehen wie sie das Loch mit ihren Hinterflossen gräbt und wie sie die Eier in den Plastikbeutel legt, den wir darunter halten um sie später an einem sichereren Ort zu vergraben. Danach gräbt sie das Loch zu und fängt an ihre Spuren zu verwischen. Die ganze Zeit habe ich daneben gesessen und der Schildkröte bei ihrer Arbeit zugesehen. Ein Freund erzählte wir während wir dort gesessen haben einiges zu dem Ablauf und über diese Art von Schildkröten. Als sie fertig war und zurück ins Meer gelaufen ist, hat man gesehen wie langsam diese Tiere an Land sind. Sie schaffen ca. 3 Schritte und müssen dann erst mal tief durchatmen, was man sehr laut hört. Ihre Spuren im Sand sehen aus wie die Reifenspuren von einem Truck. Man kann sich nur vorstellen wie schnell diese Tiere in den tiefen des Ozeans schwimmen können.

Leider ist die Arbeit mit den Schildkröten am Strand sehr abhängig vom Wetter, jedoch gab es auch tagsüber Aufgaben wie zum Beispiel den Strand aufzuräumen.

Es ist leider sehr schwer Baby - Schildkröten zu sehen, da es dort in dem Projekt keine Station mehr gibt wo die Nester noch besser geschützt werden können und genau gesehen wird wann die Kleinen schlüpfen.

freiwilligenarbeit in costa rica Sabrina

Jedoch hatte ich sehr viel Glück, als ich an einem Nachmittag an den Strand kam und viele kleine Babys gesehen habe.

Ich durfte die Kleinen auf meine Hand nehmen und später am Abend in den Sand setzen um sie ins Wasser laufen zu lassen. Es sah so niedlich aus wie die kleinen Babys durch den Sand stapfen und sich den Weg zum Wasser suchen. Ebenfalls eine wundervolle Erinnerung die für immer bleiben wird.

In meiner vierten Woche und somit auch letzten Woche in dem Projekt durfte ich dann endlich bei der Arbeit mit einer Schildkröte helfen, denn man muss erst etwas Erfahrung gemacht haben, bevor man mit einer der Schildkröten arbeiten darf.

Ebenfalls Glück hatte ich in einer meiner letzten Nacht, wo wir eine "tortuga carey" (Karettschildkröte) gesehen haben. Sie hat leider keine Eier gelegt, aber es war ebenfalls faszinierend diese, im Gegensatz zur Lederrückenschildkröte, kleine Schildkröte zu sehen.

Außer den vier Stunden patroullieren am Tag hatten wir nicht viel mehr zu tun, das heißt jede Menge Freizeit. In unserer Freizeit haben wir viel unternommen, viel gesehen und viel gelernt.

Mit einer Freundin bin ich an einem unserer freien Abenden in Puerto Viejo (die nächste "Stadt" an der Küste) gewesen und wir sind am nächsten Tag im Nationalpark Cahuita geschnorchelt, wo wir neben vielen verschiedenen Fischen und Korallen sogar einen Hai gesehen haben. Außerdem sind wir durch den Regenwald zu einem Wasserfall geklettert und haben viel am Strand in der Sonne gelegen. Wir haben auf einer Kakaoplantage gearbeitet und selber Kakao hergestellt und danach direkt getrunken. An einem Tag haben wir einen Ausflug nach Puerto Viejo gemacht zu einem Wildlife Rescue Center, was auch sehr interesant war. Natürlich habe ich noch viel, viel mehr gemacht.

Es gab immer irgendetwas zu tun und langweilig wird es so gut wie nie, es sei denn es regnet und stürmt so stark, dass der Strom und somit auch das Internet mal in ganz Gandoca ausfällt.

Die Leute dort haben mir so viele verschiedene Früchte gezeigt, wo ich mich bei mehr als der Hälfte nicht mehr an die Namen erinnern kann. Natürlich wurden mir auch viele Tiere ob klein oder groß gezeigt, schließlich waren wir direkt in der Natur und da blieben auch Kakerlaken, Schlangen und große Spinnen nicht aus. Aber nach nur ein paar Tagen hat es mir kaum noch etwas ausgemacht.

Meine Gastfamilie war sehr freundlich, das Essen war immer traditionell costaricanisch und hat immer sehr gut geschmeckt. Die Leute sind immer gut gelaunt, denn dort kennt man keinen Stress sondern achtet darauf immer Spaß bei der Arbeit und bei allem was man macht zu haben.

So gut wie jeder begrüßt oder verabschiedet sich mit den Worten "pura vida" und das nicht um sonst. Die Leute sind glücklich mit dem was sie haben und vorallem sind sie glücklich mit ihrem Leben.

Von der Kultur bin ich immernoch sehr begeistert und möchte gerne noch mehr darüber lernen. Ich habe mich direkt wohlgefühlt und ich denke ich kann sagen, dass ich mich ein gutes Stück angepasst habe an das Leben dort. Meine Erwartungen wurden um einiges übertroffen, denn soviele Erfahrungen und Erinnerungen wie ich gesammelt habe, hätte ich in meinem ganzen Leben nicht erwartet.

Ich könnte hier noch einiges mehr erzählen, aber ich würde sagen man muss dieses Land, die Kultur und vorallem die Menschen dort einfach selber gesehen, erlebt und kennengelernt haben.

<pZurück in Deutschland hat mich schnell der Stress gefasst und mein Fernweh nach Costa Rica wird von Tag zu Tag stärker. Zudem habe ich viele Leute aus der ganzen Welt kennengelernt und ich habe immernoch Kontakt zu ihnen und anderen Volunteers.

Die Vorbereitung von Multikultur war sehr gut. Was mir noch viel mehr gefallen hat war, dass ich immer eine Ansprechpartnerin hatte und der Kontakt auch dort vor Ort immer vorhanden war.

Ich bin sehr froh mit Multikultur diese Erfahrungen gemacht zu haben. Ich kann mich auf keinen Fall beschweren. Eher im Gegenteil möchte ich mich herzlich bei Multikultur und allen Leuten die ich dort getroffen habe bedanken, diese Erfahrung gemacht zu haben.
Muchas gracias y pura vida.

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