auslandprogramme weltweit

Abenteuerreise in eine andere Welt
November 08 – Februar 09

Ich hatte das brennende Gefühle einfach mal raus aus Österreich und meinem Alltag zu müssen. Ich wollte anderen helfen und gleichzeitig neues von der Welt sehen. Also machte ich mich auf die Suche nach angemessenen Projekten.

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit in Argentinien von Rebecca

Im Internet bin ich auf die Seite von Multikultur gestoßen und hab mir ihre Angebote durchgelesen. Da ist mir von Anfang an eines ihrer Projekte nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich war hin und weg von der Beschreibung über Argentinien.

Ohne weiteres Überlegen druckte und füllte ich den Anmeldebogen aus und gab ihn anschließend gleich bei der Post auf. Ich musste keine Woche warten bis ich das ja bekam am Projekt teilzunehmen. Voller Vorfreude bereitete ich mich auf 3 Monate Argentinien vor(Impfungen, ein bisschen Spanisch lernen,…).

Am 18. November war es endlich so weit, meine Reise in ein mir unbekanntes Land begann. Ich war schon tierisch aufgeregt, denn ich wusste nicht wirklich, was alles auf mich zu kommen würde(obwohl ich ein spitzen Infopaket von Multikultur zugeschickt bekommen habe), außer, dass alles ganz anders sein würde als in Österreich!

Um 22:00 Uhr startete mein Flugzeug von München. Über Nacht sollte es mich in ein neues Land bringen, dass ich für drei Monate mein zu Hause nennen durfte. Es war mein allererster Flug, was meine Nervosität nicht zügeln konnte. Im Endeffekt war ich so begeistert vom Fliegen und den tollen Aussichten die sich mir boten…einfach ein Wahnsinn!
Nach 13 Stunden reiner Flugzeit(mit 6h Stunden Zwischenstopp in Sao Paulo) kam ich endlich in Foz do Iguazu(Brasilien) an. Ich stieg aus dem Flugzeug aus und die Hitze schlug mir ins Gesicht. Mein erster Gedanke war, meine Leute zu Hause werden mich beneiden, denn die mussten sich gerade mit dem Winter auseinandersetzen…was dann auch wirklich so war, in Europa herrschte der kälteste Winter(-20°C) seit Jahren und ich durfte meinen heißesten Sommer(45°C im Schatten) ever genießen!!!

dreilndereck vorne argentinien, rechts brasilien, links paraguay

Nachdem ich mein Gepäck geholt habe, hat meine Gastfamilie bereits auf mich gewartet und mich sehr herzlich willkommen geheißen. Nach einer weiteren Stunde Autofahrt mit tausenden von neuen Eindrücken(rote Erde, Regenwald, maté tee,…) kam ich im schönen Eldorado an. Es war eine kleine Stadt, mit einer einzigen Hauptstraße, die 18km lang durch den Ort führte, mit überaus netten und hilfsbereiten Leuten, keinen bunten Häusern, seeehr alten Bussen…uvm. Der letzte Teil der Fahrt erwies sich als eine sehr holprige Angelegenheit, da die Straße nicht geteert ist! Das Haus meiner Gasteltern lag ein wenig abseits von der Stadt, schön versteckt im Wald :).

Für die Volontäre haben Gisela und Ernesto ein eigenes Häuschen zur Verfügung, das gleich neben ihrem steht. Falls man sich alleine fühlt und Lust auf Gesellschaft hat, kann man jederzeit zu ihnen ins Haus rüber gehen…ihre Devise ist, dass man sich so wie zu Hause fühlen soll!!!Ich wusste von Anfang an, dass ich mich in Eldorado sehr wohl fühlen würde, doch zu Beginn hatte ich ein bisschen mit Heimweh zu kämpfen. Doch das Heimweh hielt nicht lange an, da ich gleich in das ganze Leben von meiner Gastfamilie miteinbezogen und wie ein Familienmitglied behandelt wurde.
Am zweiten Tag begann mein Sprachkurs in der Fundaćion (eigene Organisation von Gisela) und ich lernte Claudia meine Lehrerin kennen. Claudia ist eine sehr nette liebenswerte Person, die sich total viel Mühe gegeben hat mir einerseits die Sprache und andererseits die kulturellen Unterschiede und verschiedenen Kulturen näherzubringen.

Gisela fuhr in der ersten Woche sehr viel mit mir herum, damit ich etwas vom Land sehen konnte. Zum einen sah ich die reichern Viertel und zum anderen die Armenviertel. Es war schockierend zu sehen wie Leute auf engstem Raum in einer Holzhütte zusammenleben. Es ist ganz anderes darüber zu lesen oder es von den Nachrichten zu hören als wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat…

Nach zwei Wochen intensivem Sprachkurs begann mein erster „Arbeitstag“ im Kinderheim La Buena Semilla. Ich war dementsprechend nervös. Ich kam im Heim an und alle saßen im Aufenthaltsraum und warteten gespannt auf mich. In diesem Augenblick als ich das Heim betreten habe lächelten mir 33 Kinder ins Gesicht und ich wusste, hier am richtigen Platz zu sein. Nach der Ansprache von Hermann (Heimleiter) stürzten sich die Kinder auf mich und wollten alles Mögliche wissen. Zum einen hab ich mich sehr darüber gefreut, zum anderen hab ich nicht sehr viel verstanden, denn die Kinder redeten in einem Eiltempo und ich hab sie gebeten für mich ein wenig langsamer zu sprechen (mas despacio!). Das Sprachproblem heilt noch einige Zeit an, was aber kein Problem war, da die Kinder sehr viel Spaß haben, wenn sie anderen was beibringen. Außerdem ist diese Art von Lernen mit sehr viel Spaß verbunden und wirkt sich sehr positiv auf das Vokabular aus!! Die Kinder wiederum sind auch sehr offen für neue Sachen, vor allem für deutsche Wörter…am meisten fragen sie, was te quiero (ich liebe dich/ hab dich lieb) auf Deutsch heißt.

Es ist wirklich erstaunlich mit was die Kinder im Heim alles zufrieden sind. Sie leben mit dem Nötigsten und haben so eine Lebensfreude daran, das ist einfach unglaublich…es ist sehr beneidenswert!!! Denn irgendwie fühlt man sich ganz komisch, wenn man Probleme von sich oder seinem Land erzählt, denn eigentlich geht es uns Europäern tausendmal besser als den Südamerikanischen Ländern…doch ich glaube, dass Geheimnis ist, die Zufriedenheit überhaupt etwas zu haben!

Noch dazu hatte ich das Vergnügen einiges von Argentinien und Brasilien(machte 4 Tage Urlaub mit meiner Gastfamilie am Strand) sehen zu können! Ich kann nur sagen, dass ich zur begeisterteren Argentinien Liebhaberin geworden bin. Die tollen und riesigen Iguazú Wasserfälle haben es mir sehr angetan, das Dreiländereck (Argentinien, Brasilien und Paraguay), Buenos Aires, die riesen Metropole!!!, die Siesta, die von 12 – 15 Uhr gehalten wird, da es in dieser Zeit zu heiß wäre um sich körperlich anzustrengen, das wöchentliche Asado (Grillen mit der ganzen Familie), die argentinischen Spezialitäten (z.B. dulce de leche, so eine Art Karamell), uvm.
Die drei Monate vergingen wie im Flug. Es ist mir sehr schwer gefallen wieder nach Hause zu fahren, doch ich hab mich sehr darüber gefreut, dass ich meine Erfahrungen bzw. Fotos nun mit meiner Familie und meinen Freunden teilen konnte!

Die tollen und riesigen Iguazú Wasserfälle haben es mir sehr angetan

Auch jetzt, nach vier Monaten, muss ich noch viel an meine Zeit in Argentinien denken. Ich hab eine große Argentinienkarte in meinem Zimmer hängen. Jeden Morgen wenn ich aufwache sehe ich sie mir an und frage mich, was wohl die Kinder jetzt machen und ob es meiner Gastfamilie gut geht. Zum Glück gibt es Internet, wo man die neu gefundenen Freunde immer auf dem Laufenden halten kann und so die gewonnen Spanischkenntnisse auffrischen kann. Die Zeit in Argentinien bleibt eine unvergessliche an die ich mich immer gern zurück erinnern werde.
Zum Schluss möchte ich Mutlikultur dafür danken, dass sie sich immer sehr darum bemüht haben, dass es mir im Ausland gut geht! Danke

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