auslandprogramme weltweit

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit Argentinien von Carla

Nach der Schule hatte ich erst Mal genug von dem immer selben Alltag und beschloss für 6 Monate auszubrechen und in ein neues Land zu reisen. Argentinien ist für mich in diesen 6 Monaten zu einem zweiten Zuhause geworden und besonders die vielen unglaublich freundlichen Menschen hier haben sehr dazu beigetragen!

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit Argentinien von Carla

Nach einem 1 tägigen Flug kam ich endlich in Foz do Iguacu in Brasilien an und wurde von der Partnerorganisation von Multikultur abgeholt. Gisela begann gleich mir viel über die Gegend, Bräuche und die Menschen in Argentinien zu erzählen, während wir über die Grenze rüber nach Argentinien und dann noch ca. 45 Minuten immer nur geradeaus vorbei an roter Erde und grünem Regenwald nach Eldorado fuhren. Das kleine Eldorado mit seiner 18 km langen Hauptstraße gefiel mir sehr und auch in das Haus meiner Gastmutter, zu dem mich Gisela brachte, verliebte ich mich auf Anhieb. Nachdem wir meine Gastmutter Nony aus ihrer Siesta, was sich später für mich als typisch argentinische Angewohnheit herausstellte, die ich sehr zu schätzen gelernt habe, herausgeklingelt haben, wurde ich mit argentinischem Essen und offenen Armen begrüßt. Auch die nächsten Tage ging es mir nicht anders, ob wir ins Zentrum gingen oder einfach nur durch die umliegenden Straßen, jeder kannte Nony und schilderte uns die neuesten Begebenheiten in Eldorado. Somit und durch den Unterricht der Partnerorganisation hatte ich entgegen meinen Befürchtungen wenig Probleme mich in die Sprache einzuleben, auch wenn es noch etwas dauerte bis ich alles verstanden habe, was man mir gesagt hat- es ist eben etwas ganz anderes als das Schulspanisch. Ich lernte auf meinen unglaublich tollen Reisen durch Argentinien (besonders die Iguazúwasserfälle haben es mir angetan) die unterschiedlichsten Akzente kennen und wurde sogar, als eines der Highlights meiner Reise sofort als misionera (Person, die in Misiones lebt, der Provinz in der Eldorado liegt) erkannt.

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit Argentinien von Carla

Trotz der Reisen, die ich wunderschön fand, war das Beste an Argentinien die Arbeit in der San Miguel Schule. Sie liegt etwas außerhalb des Zentrums in einem ärmeren Teil der Stadt und ist eine Grundschule (Vorschule bis 7. Klasse), die von der unglaublich lieben und engagierten Direktorin Marlene Yenzer geführt wird. Vom ersten Tag an wurde ich vollständig integriert und das gesamte Lehrpersonal und die Kinder sind mir unglaublich ans Herz gewachsen und ich vermisse sie bis jetzt sehr. In der Zeit habe ich in der Vorschule und in der Bibliothek gearbeitet und freiwillig noch eine AG mit den 7. Klässlern geleitet.

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit Argentinien von Carla

Der Alltag unterscheidet sich sehr von dem in deutschen Schulen. Um 7.00 holte mich Marlene, die Direktorin, jeden Morgen ab und um 7.15 war ich spätestens immer in der Schule, um dort für alle Kinder mit den anderen Lehrern Brote zu belegen. Zu wissen, dass es einige Schüler gab für die ein Brötchen schon sehr viel war, hat mich damals sehr schockiert. Auch, wie viel Verantwortung schon auf den Siebtklässlern mit 12 Jahren in ihrer Familie liegt und wie wenig Kind sie zum Teil noch waren, ist etwas ganz anderes als man es aus Deutschland gewohnt ist. Gerade daher war es unglaublich schön sie in der AG spielen zu sehen und wie sehr ihnen das Freude bereitete. Sie sind mit so wenig so glücklich gewesen und fragten jede Woche, ob denn wieder AG mit mir sei. Diese Zufriedenheit mit so kleinen Dingen und die Lebensfreude, die sie immer ausstrahlten, ist für mich immer noch erstaunlich und beeindruckend.

Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit Argentinien von Carla

Um 7.30 fängt dann, nach einer Versammlung aller Schüler und der Flaggenhissung, der Unterricht an. Die Vorschule fängt erst um 8.30 an, was mir und der Lehrerin noch Zeit für unseren Mate (DAS Getränk in Argentinien) und die letzten Vorbereitungen für die Stunden ließ. Wenn die Kinder dann kamen, spielten wir, lernten schreiben oder bastelten und haben unglaublich viel gelacht. Am Nachmittag hatten die Kinder dann zwei Mal in der Woche AGs, in denen sie zum Beispiel Handarbeiten oder Umgang mit Computern lernten, wobei ich, vor allem bei den Handarbeiten, auch viel gelernt habe. Auch außerschulische Veranstaltungen wie Volkstanzwettbewerbe und die speziellen Aufführungen an Feiertagen waren ein Highlight.

Jeden Tag bin ich unglaublich gerne zur Schule gegangen, auch wenn es manchmal anstrengend war, zu sehen wie viel man den Kindern bedeutet und ihre "te quiero" s (ich hab dich lieb) zu hören ist auch die wenigen anstrengenderen Tage wert gewesen.

Der Abschied ist mir und ich denke auch den Menschen vor Ort dementsprechend schwer gefallen. Denn ich vermisse nicht nur sie, sondern auch die Lebenseinstellung, Mate trinken, Siestas, die uralten Autos auf den Straßen, die rote Erde, die Freundlichkeit und manchmal sogar die Unpünktlichkeit. Nach Argentinien zu gehen war definitiv die beste Entscheidung meines Lebens und ich kann nur jedem empfehlen es auch zu tun, um diese Erfahrung selbst zu machen!

So kann ich zum Schluss nur sagen. Voy a volver querida Argentina. Hasta la próxima,
Carla

weitere Erfahrungsberichte

Wir helfen dir gerne weiter

Mo. - Do. 10:00-17:00 Uhr
Fr. 10:00-15:00 Uhr

Wir helfen dir gerne weiter

Mo. - Do. 10:00-17:00 Uhr
Fr. 10:00-15:00 Uhr

Katalog

Feedback