Au Pair England

Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, nach dem Abitur erst mal für eine Zeit lang ins Ausland zu gehen. Da ich in den englischsprachigen Bereich und auch nicht zu weit weg gehen wollte und ich vor allem ein großer Fan vom britischen Englisch bin, ist die Entscheidung sehr schnell gefallen. In England gibt es jedoch nicht sehr viele Möglichkeiten. Au-Pair ist dabei eine der einfachsten Methoden.

Wer sich gerne mit Kindern beschäftigt und dabei noch Neues erleben möchte, der ist hier an der richtigen Stelle. Die Bewerbung hat zwar einige Zeit gedauert, war jedoch auch ziemlich detailliert und dadurch hatte ich ein recht sicheres Gefühl. Dass ich eine Agentur benutzen würde und nicht über die vielen online Möglichkeiten eine Gastfamilie suchen würde war mir ziemlich schnell klar. So hatte ich einen guten Vertrag, konnte mir sicherer bei der Gastfamilie sein und es wurde direkt Kontakt zu anderen Au-Pairs aufgebaut. Es gab immer einen Ansprechpartner und die Möglichkeit, die Familie zu wechseln, falls es Probleme gibt. Auch die Bezahlung und die Aufgaben waren dadurch geregelt.

Meine Familie habe ich dann sehr schnell gefunden. Kontakt hatten wir jedoch bis zum Beginn des Aufenthalts kaum. Das war aber kein Problem, denn schon ab dem ersten Tag hat alles super geklappt. Meine Familie war stets für mich da und hat ihr Bestes getan, damit ich mich dort wohlfühle. In den Ferien habe ich den ganzen Tag auf die Kinder aufgepasst, zu Schulzeiten hatte ich vormittags eine ca. 6 stündige Pause. Allgemein habe ich meistens mit den Kindern gespielt oder mich mit ihnen anderweitig beschäftigt. Ansonsten habe ich das Essen vorbereitet, gekocht und etwas aufgeräumt oder organisiert. Das Wochenende hatte ich eigentlich immer frei und konnte dadurch auch vieles erleben. Mein Gehalt hat dabei immer gut ausgereicht und ich konnte dadurch uneingeschränkt reisen. Vorwiegend war ich natürlich in London selbst unterwegs und es gibt dort wirklich einiges zu entdecken. Aber auch Tagesausflüge sind immer gut machbar. Ich war von Anfang an begeistert von meiner Freiheit und all den neuen Möglichkeiten, die mir dort geboten wurden. Neue Freunde waren recht schnell gefunden. In London gibt es sehr viele Au-Pairs und auch Events (vor allem von der Agentur organisierte) bei denen man Leute kennenlernen kann. Davon abgesehen ist Facebook auch sehr hilfreich. Allgemein ist England anders, aber nicht zu unterschiedlich von Deutschland. Die Menschen sind größtenteils sehr höflich und das Essen ist besser als sein Ruf. Man bekommt allgemein fast alles, was man in Deutschland auch zum Kochen verwendet. Heimweh kannte ich zu Beginn gar nicht. Das änderte sich jedoch mit der Zeit. Nach 2 Monaten habe ich mich das erste Mal danach gesehnt, meine Familie und Freunde zuhause wieder zu sehen. Von da an war es ein ständiges auf und ab. Mal ging es mir super, zu anderen Zeiten wünschte ich mir, die Zeit würde doch schneller vergehen. Mit meinen Au-Pair Freunden konnte man immer sehr gut reden und ohne sie wäre alles bestimmt nicht so besonders gewesen. Dabei haben wir festgestellt, dass jeder von uns sehr unterschiedlich mit Heimweh umgeht und dass manche es stark und andere gar nicht haben. Die schwerste Zeit war für mich ohne Zweifel die Vorweihnachtszeit. Ich habe die Stunden gezählt bis ich über Weihnachten nach Hause kann. Und war dort unglaublich glücklich. Die Zeit danach war wieder sehr schwer für mich. Ich habe gemerkt dass ich nur noch halbherzig bei der Arbeit war und für meine Freizeit gelebt habe. Wochenlang habe ich mit dem Gedanken gespielt abzubrechen. Dass viele meiner Freunde nicht so lange dort geblieben sind oder bleiben würden wie ich, war ein weiteres Problem, jedoch nicht der ausschlaggebende Punkt. Letztendlich habe ich mir  selbst ein Ultimatum von 6 Wochen gesetzt. Wenn es mir danach immer noch so gehen sollte, dann würde ich meine Au-Pair Zeit verkürzen. Mein Hauptgrund zu bleiben war dabei meine Gastfamilie, die ich sehr lieb gewonnen hatte und denen ich keine Schwierigkeiten bereiten wollte. Letztendlich habe ich mich jedoch dazu entschieden, früher als geplant zu gehen. Ich bereue diese Entscheidung überhaupt nicht! Ich habe sehr viel darüber nachgedacht und wusste was das bedeuten würde. Letztendlich bin ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen.

Ich bin unglaublich froh darüber, dass ich diese Erfahrungen gesammelt habe! Ich würde es auf jeden Fall wieder tun, aber eventuell nicht wieder für einen so langen Zeitraum planen.

Auch mit MultiKultur bin ich sehr zufrieden und würde es jederzeit weiterempfehlen. Die Bewerbungen waren ausführlich und genau, die Vermittlung schnell und gut. Während des Aufenthalts war stets jemand zur Verfügung und es herrschte regelmäßig Kontakt. Auch Kontakt mit anderen Au-Pairs der Umgebung wurde hergestellt und bei Problem wurde man unterstützt und hat Tipps und Unterstützung erhalten.

Allgemein schaue ich glücklich auf diese Erfahrung zurück und bin froh darüber, dass alles so gekommen ist.

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