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Spanien

Aktuelle Informationen für Au Pairs bezüglich Corona

Ihr träumt von einem Au Pair Aufenthalt im Ausland aber seid verunsichert, ob eine Bewerbung z.Z. überhaupt möglich ist?

An dieser Stelle können wir euch eine positive Nachricht geben. Ja! Ihr könnt euch gerne bewerben. Es gibt wie in den letzten Jahren viele Familien, die ein Au Pair aufnehmen möchten. Die Familiensuche verläuft fast wie gewöhnlich und viele Au Pairs haben bereits eine nette Gastfamilie für den Sommer/Herbst gefunden.

Reisen in die EU Ländern sind wieder möglich!

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Carmen au pair spanien erfahrungsbericht

Liebe zukünftige Au Pairs!
Es ist noch gar nicht lange her, da saß ich mit meinem Abitur in der Tasche zu Hause, las die Erfahrungsberichte auf der Multikulturseite und überlegte mir, wie ich wohl mit wenig Geld […] meinen Wunsch vom Auslandsjahr in einem spanischsprachigen Land erfüllen könnte. […]

Carmen au pair spanien erfahrungsbericht

Mein Wunsch war es in Barcelona zu wohnen. Großstadt und Strand. Besser geht es ja wohl nicht!
 Obwohl das MultiKultur Team immer wieder betont, dass es nicht in jedem Fall den Standortwunsch berücksichtigen könnte, setzte ich darauf, eine Familie zu finden, die direkt in der Stadt wohnt (sowas nennt man Großstadtkindbedürfnisse). Deshalb lehnte ich auch den ersten Gastfamilienvorschlag aus Igualada, der schon zwei Wochen nach dem Einreichen meiner Unterlagen eintraf, ab. Und das obwohl ich meine Unterlagen sehr kurzfristig und spät eingereicht hatte und schon Angst hatte gar keine Gastfamilie mehr zu finden. Aber keine Sorge: Hilfsbedürftige Gastfamilien gibt es eigentlich immer. Auch den zweiten und dritten Gastfamilienvorschlag lehnte ich ab. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, bei der Auswahl seiner Gastfamilie auf sein Bauchgefühl zu vertrauen. Bei meiner Gastfamilie war das Gefühl von Anfang an schon mal grundsätzlich das Richtige, was vielleicht auch daher kam, dass sie alle meine Bedürfnisse erfüllten: junge Eltern, zwei kleine süße Kinder (6 Monate und 3 Jahre) und eine Wohnung direkt in Barcelona. Dazu angemessene Arbeitszeiten und beim skypen waren sie mir auch gleich total sympathisch. Natürlich kann man sich vorher nie zu 100% sicher sein ob es passt aber wenn man es zu 60% ist, dann sollte das fürs erste reichen. Also 2 Monate nach dem Skype Gespräch flog ich dann am 09.09.2014 von Berlin nach Barcelona.


Carmen au pair spanien erfahrungsbericht

Angekommen, habe ich vor Aufregung meine Winterjacke im Flieger liegen gelassen und tatsächlich überlegt es niemandem zu erzählen, damit bei der ersten Begegnung nicht gleich auffällt, was für ein krasser Trottel ich eigentlich bin. Hab ich dann aber ein Glück doch gemacht, sonst hätte ich mich nämlich ab spätestens Mitte November aus dem Fenster geschmissen. Und dazu kann ich dann auch gleich mal sagen: JA, in Spanien gibt es auch einen Winter! Und keine Heizkultur. Weshalb der Winter mir noch härter vorkam. Bis Ende Oktober war es noch ziemlich warm, teilweise sogar heiß aber nur 1-2 Wochen später fegte ein eiskalter Meereswind durch die Gassen Barcelonas und davon, dass die Temperaturen eigentlich durchschnittlich immer um die 7 Grad höher lagen als in Berlin, war auch nichts mehr zu spüren. Man gewöhnt sich schnell an das spanische Klima und dann rennt man wie auch die Barceloner mit Daunenjacke bei 14°C rum. Aber jetzt mal im Ernst: Der Wind ist echt eisig! Nur der Himmel, der ist immer blau. Auch bei -5°C. Ab April wird es dann, wie auch im Rest Europas wieder warm. Aber dann so richtig. Ab Mai hat man dann eigentlich eine „28°C und Sonne pur – Garantie“.

Aber jetzt mal zum Wesentlichen. Au Pair. Cool oder nicht cool?

Carmen au pair spanien erfahrungsbericht

Um ganz ehrlich zu sein ist es eigentlich ziemlich uncool. Aber lehrreich. Und dadurch wieder ziemlich cool. […] Wie dein Au Pair Jahr abläuft, hängt von deiner Gastfamilie ab. Haben sie ein Wochenendhaus und sind jedes Wochenende weg? Sind sie faul oder engagiert? Sind sie zuverlässig oder nicht? Lassen sie dir Freiräume oder sind sie egoistisch und nutzen aus das du immer da bist? Sehen sie dich als Familienmitglied oder Kindermädchen? Das alles kann man im Vornhinein nicht wissen. Man lernt diese Leute erst richtig kennen, wenn man mit ihnen zusammen lebt. Ich habe in den 10 Monaten in Barcelona viele Au Pairs kennen gelernt und ich würde sagen 90% der Mädchen haben sich von dem Au Pair „Job“ etwas anderes erwartet. Und ich benutze bewusst das Wort „Job“. Denn wenn man von 8 – 22 Uhr auf Abruf bereit sein muss und unter der Woche nur Freizeit hat um in die Sprachschule zu gehen, dann ist das ein Job. Ein unterbezahlter Job. […]

Im Allgemeinen lernt man als Au Pair viel fürs Leben. Über Kindererziehung, das spätere Leben als Mutter innerhalb einer Familie und darüber alleine klar zu kommen. Man wird mit ganz anderen, einem zuvor unbekannten Problemen konfrontiert und daran reift man extrem. Außerdem lernt man durch das Leben in der Gastfamilie die Sprache und super schnell, wenn man wie ich Glück hat und eine katalanische Gastfamilie erwischt, die zu Hause auf Spanisch kommuniziert. Das kommt allerdings ziemlich selten vor.

Alles in allem kann ich sagen, dass mein Auslandsaufenthalt ganz anders war als ich es vorher erwartet habe. Statt einem Jahr Auszeit vor Beginn des Studiums bekam ich 24/7 Mutterrolle und ein Familienleben, dass wenig Freiraum und kaum Privatsphäre bot. Aber trotzdem glaube ich, dass ich aus meinem zehnmonatigen Auslandsaufenthalt in Barcelona viel für mein Leben mitnehme. Vor allem an Erfahrungen. Ich habe viele coole Leute kennengerlernt, ich habe neue Eindrücke und eine ganz andere Sicht auf mein Leben hier in Berlin bekommen.

Carmen au pair spanien erfahrungsbericht

Es war nicht immer alles einfach. Als Au Pair bist du nicht reich, es ist schwierig sich aufgrund der wenigen Freizeit ein eigenes Umfeld aufzubauen und es gab Momente in denen ich dachte, ich packe diese „Mutterrolle“ einfach nicht mehr. Aber dann gibt es diese unbezahlbaren Highlight-Momente, in denen sich all der Kummer und die Sorgen auszahlen und du denkst, dass das Au Pair Jahr die beste Entscheidung überhaupt war. Und das sind die Erinnerungen die du behältst. Alle anderen, schlechten Erinnerungen verblassen im Nachhinein als hätte es sie nie gegeben.

Ich würde keinen Au Pair Aufenthalt mehr machen. Nicht einmal mehr für 3 Monate. Aber ich bin dankbar dafür, dass ich es gemacht habe. Das ich durchgehalten habe bis zum Schluss. Und dafür wird man am Ende belohnt. Mit Stolz, mit Kraft und Stärke und mit der Zuversicht und dem Selbstvertrauen, dass man später mit allem was komme, zurecht kommen wird.

Ich jedenfalls kann meinen Enkelkindern später davon erzählen, wie ich mit kleinen spanischen Monstern, Angst, Heimweh und meiner Zuversicht gekämpft habe und das ich gewonnen habe. Und das ich 10 Monate in der mit Abstand coolsten Stadt Europas gelebt habe. Barcelona.

Zum Schluss bleibt nur noch eins zu sagen: Sammelt die Erfahrungen selber, denn das kann niemand anders für euch tun! Auch ich nicht.

Viel Spaß auf eurem Abenteuer.

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