Au Pair Schottland

viktoria au pair in schottlandNachdem ich bereits Au Pair in Irland war, hat es mich nach zwei Jahren wieder von daheim weg gezogen – dieses Mal nach Schottland. Dabei war ich eher das „untypische“ Au Pair, im Gegensatz zu den Freundinnen, die ich in zwei verschiedenen Ländern kennen gelernt habe und inzwischen zu den mir wichtigsten Menschen im Leben zähle: ich hatte eine abgeschlossene Berufsausbildung als Erzieherin, stand bereits im Berufsleben und war bereits 27 Jahre als ich nach Schottland ging.

Das tat einer erfolgreichen Suche nach einer Gastfamilie für mich aber keinen Abbruch. Regelrecht auf Anhieb, in einem der ersten Vorschläge, fand ich „meine“ Gastfamilie, die ich inzwischen als meine schottische Familie bezeichne – denn als Gast habe ich mich dort nie gefühlt. Oder zumindest: diesen „Status“ habe ich innerhalb des ersten Monats verloren.

Die lieben Damen bei Multikultur sind unglaublich schnell, effizient, super freundlich und immer und zu jeder Zeit für mich da gewesen. Während des Bewerbungsprozesses und auch während der Vermittlung hatte ich zu jeder Zeit das Gefühl, in sicheren Händen zu sein. Auf Nachfragen und sonstigen Emails wurde prompt geantwortet, wenn nicht gerade ein Wochenende dazwischen lag. Um die Agentur vorab kennen zu lernen, habe ich an dem Au Pair Workshop in Köln teilgenommen und konnte mich von der offenen, freundlichen und kompetenten Arbeitsweise überzeugen.

Das Gespräch mit meiner Gastfamilie war super angenehm, easy und noch am selben Abend haben wir quasi „gematcht“. Das einzige Problem: ich wollte im August ausreisen (weil mein Arbeitsvertrag gekündigt war), sie hatten aber gerade noch meine Vorgängerin da, weshalb ich erst Anfang September hätte anfangen können. Hier hat Multikultur und auch die Partnerorganisation vor Ort eine Übergangsfamilie für mich gefunden, bei der ich für den einen Monat bleiben konnte. Das war sehr spannend für mich, weil diese erste Familie auf dem Land lebte und meine Hauptfamilie in Schottlands Hauptstadt.

viktoria au pair in schottlandAls der „Umzug“ dann anstand, hat mich mein Gastvater bei meiner alten Gastfamilie abgeholt und mich sofort mit einer Umarmung begrüßt bevor es dann die etwa 40 Minuten ins neue Heim ging. Und was soll ich sagen? Die drei Kids (ein Mädchen, zwei Jungs) haben mich direkt am ersten Abend beschlagnahmt, bevor tags darauf am Montag auch schon das tägliche school-drop-off los ging. Dieser Sprung ins kalte Wasser hat mir wirklich gut getan, weil ich so von Anfang an meine tägliche Arbeit von Montag bis Freitag kennen lernen und verinnerlichen konnte. Und fit hat mich das auch gehalten, weil die zwei ältesten auf verschiedene Schulen gingen – zumindest das erste halbe Jahr, bevor sie auf dieselbe Schule kamen.

Meine Arbeit bestand darin, morgens früh mit den Kindern zu Frühstücken und ihnen zuvor beim Aufstehen und Anziehen zu helfen. Mit dem Jüngsten bin ich daheim geblieben und habe die Zeit genutzt, um Hausarbeiten zu erledigen oder die sozialen Möglichkeiten in Edinburgh kennen zu lernen. So habe ich mit dem Jüngsten während die Großen in der Schule waren wöchentlich eine Playgroup besucht (quasi das Äquivalent einer „Krabbel/Spielgruppe“ hier in Deutschland) bei der ich die Möglichkeit hatte, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und mich über Bildung und Erziehung, aber auch ganz alltägliche Situationen mit Kindern auszutauschen. Ganz schnell war ich nicht mehr „das Au Pair von...“ sondern Viktoria, die in alle Gespräche mit eingebunden wurde. Im Café der Playgroup habe ich auch oft mit dem Jüngsten und anderen Elternteile gemütlich Lunch gegessen.

Weiterhin haben wir ebenfalls wöchentlich eine Aktion namens „Magic Carpet“ im National Museum besucht, bei dem es eine kleine Reime-Lieder-Aktion Stunde mit jüngeren Kids gab. Das war auch für mich sehr praktisch, weil ich so nach und nach zum Profi des Museums wurde und mich überall bestens auskannte. ;)

Da meine beiden Gasteltern als Ärzte durchaus auch mal länger arbeiteten, war ich im Familienleben täglich voll integriert. Ich kochte mehrmals die Woche das Abendessen für die gesamte Familie oder übernahm dies auch mal spontan, wenn irgendwas dazwischen kam. Da ich selber sehr flexibel und spontan bin, ging es arbeitstechnisch mit meinen Gasteltern Hand in Hand. Haushaltliche Tätigkeiten wie staubsaugen, wischen, die Betten und Wäsche der Kinder machen und generell auf Ordnung zu achten gehörten genauso zu meinen Aufgabenfeldern wie die Kids abends zu baden und Gute Nacht Geschichten vorzulesen.

Meine Gastfamilie nahm mich zu familieninternen Events wie Geburtstagen und Weihnachten oder einfach nur zu Besuchen bei Geschwistern oder den Großeltern mit – daher hatte ich auch die Möglichkeit nach Liverpool in England zu reisen, wohin ich kurz vor meiner Rückkehr nach Hause auch von den Eltern meiner Gastmutter hin eingeladen wurde. So lernte ich auch andere Orte in England und Schottland kennen und konnte das Land ein bisschen erkunden. Der Kontakt zu anderen Au Pairs war dank der Partnerorganisation vor Ort super easy, man verabredete sich via Whats App, über Facebook und dann klebte man zusammen wie die engsten Freunde überhaupt. Auf diese Weise lernte ich drei der wundervollsten Menschen kennen, die ich jemals getroffen habe – auch wenn zwei von ihnen wortwörtlich am anderem Ende der Welt leben. Gemeinsam mit den anderen Au Pairs haben wir oft zusammen Ausflüge genommen oder unser Taschengeld ganz schnell fürs essen gehen wieder ausgegeben. ;)

Unglücklicherweise ereigneten sich zweimal während meiner Zeit in Schottland Notsituationen die mich zwangen, nach Deutschland zu reisen. Während dieser Zeit wartete meine Gastfamilie auf mich und blieb im ständigen Kontakt mit mir. Für mich stand jedoch fest, dass ich meine Zeit in Schottland nicht abbrechen wollte auch wenn mir das keiner übel genommen hätte. Ich bin jedoch dort geblieben und habe Liebe, Wärme und sehr viel Fürsorge in einer für mich sehr schweren Zeit erfahren. Das hat meine Gastfamilie und mich noch viel enger zusammen geschweißt.

Als es Zeit war nach Hause zurückzukehren, ist uns der Abschied leicht gefallen: es war kein Auf Wiedersehen für immer, uns war klar, dass wir uns sehr bald wiedersehen würden und seit ich daheim bin schreiben wir uns dennoch fast täglich oder zumindest wöchentlich (wir haben eine gemeinsame Whats App Gruppe). Auch war ich inzwischen wieder zu Besuch und habe mich tierisch gefreut die Familie wiederzusehen.

Natürlich gab es auch mal stressige Momente / Zeiten und ja, Kinder testen ihre Grenzen. Hier konnte ich jedoch immer super mit den Eltern reden und gemeinsam haben wir dann immer eine passende Lösung gefunden. Diese Zeiten waren jedoch völlig nichtig im Vergleich zu der hauptsächlich spannenden, lustigen und lehrreichen Zeit, die ich in Edinburgh bei meiner schottischen Familie habe verbringen und erleben dürfen.

Über meine Zeit in Schottland habe ich außerdem einen Blog geschrieben, den man auf vikiandthelochnessmonster.wordpress.com finden kann.

Ich kann jedem nur empfehlen einen Auslandsaufenthalt – egal wie – zu machen und nein, in Schottland regnet es nicht nur. Ich habe dort sogar Sonnenbrände kassiert und auch eine Woche lang den heftigsten Schnee überhaupt, bei dem Schulen und Geschäfte geschlossen wurden. Das war ein Spaß! ;)

Hier findest du alle Informationen rund um das Au Pair Schottland Programm.

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