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Neuseeland

Das Visum beantragt, der Flug gebucht, der Koffer gepackt, Familie und Freunde verabschiedet und Los ging meine Reise ans andere Ende der Welt, oder in Maori „Aotearoa“.au-pair-in-neuseeland-riley- nathan-und-ich

Auf dem Hinflug kamen dann die ersten Zweifel: War es Richtig Familie und Freunde zurück zulassen? Was wenn die Familie nicht so ist, wie ich sie mir vorstelle? Oder noch schlimmer, was wenn ich die Sprache nicht verstehe? Mein Kopf war voller Fragen und Zweifel; die sich jedoch schnell als unbegründet erwiesen haben.

 

Nach einem unendlich langen und vor allem anstrengenden Flug kam ich am 21.Juli.2010 am Auckland Flughafen an, wo Natalie, meine Gastmutter, mich mit einem Plakat in der Hand, auf dem mein Name stand, erwartete. War ich jetzt wirklich am Anderen Ende der Welt? Ich konnte es immer noch nicht realisieren, aber ja ich war angekommen.

Ich war überglücklich sie zu sehen und die Sprache war überhaupt kein Problem. Klar hatte ich anfangs Schwierigkeiten das neuseeländische Englisch, welches ganz anders ist, als das, was man in der Schule lernt, zu verstehen. Besonders die Kinder habe ich in meiner ersten Woche ganz schlecht verstanden. Aber das alles kommt mit der Zeit und niemand ist einem böse, wenn man mal das ein oder andere Wort nicht kann, nicht verstehen konnte, oder ihm glatt eine falsche Bedeutung zu ordnen und so in das ein oder andere Fettnäpfchen der englischen Sprache tritt. Bei sowas ist es wichtig gleich mit den Kiwis mit zu lachen, denn nur aus Fehlern kann man lernen. Mir ist doch glatt dreimal der Fehler unterlaufen auf der Fahrerseite ins Auto stiegen zu wollen, obwohl ich der Beifahrer war.

Meine Gastfamilie wohnt in Birkdale, ein Vorort der etwa 20km von Auckland City entfernt ist und eine super Busverbindung hat, auch nachts kann man problemlos nach Hause komme. Neben Natalie, meiner Gastmum und Henry, meinem Gastdad, gab es noch drei kleine Jungs: Riley (5), Nathan (3) und Brodie (1 ½). Alle waren genau so aufgeregt wie ich und das nicht nur, da ich das erste Au pair war.

Zu Hause angekommen habe ich erst einmal die ganze Familie begrüßt und mich häuslich in meinem Zimmer, eingerichtet; das Ganze mit tatkräftiger Unterstützung der kids.

Meine Aufgabe bestand in erster Linie in der Kinderbetreuung von Brodie und Nathan, wobei Nathan 2-3 Tage in der Woche in die „daycare“ und später in den „kindy“ gegangen ist. Riley, als Ältester, besucht die um die Ecke gelegene Schule und kommt erst nachmittags wieder nach Hause. Wie auch seine Eltern.

Nachdem die Eltern morgens um 8 Uhr zusammen mit dem Ältesten das Haus verlassen haben, habe ich die Küche aufgeräumt, Wäsche gewaschen, auf gehangen und gefaltet, gefegt, gesaugt oder was sonst noch so angefallen ist. Wäre alles gar nicht meine Aufgabe gewesen, da es meiner Gastfamilie viel mehr darauf ankam, dass die Kinder ihren Spaß haben und ich mich nicht überarbeite.
Zusammen mit den Kindern, die beide immer bei ALLEM helfen wollten und nicht immer eine Unterstützung waren, besonders wenn es umsau-pair-in-neuseeland-riley-brodie-nathan

Saugen oder Fegen des Hauses ging, habe ich alle Aufgaben gemeistert.

Desweiteren wurde meine Kreativität gefragt, da der Fernseher eine große Rolle im Leben der Kinder spielte und ich manchmal keine Chance hatte sie von ihm weg zu bekommen.
Ich hatte mindestens genau so viel Spaß am Plätzchen backen, Malen und Basteln, Knete herstellen, Rennbahnen bauen, Bauklötze stapeln, Tattoos aufkleben, Wasserschlachten veranstalten, Sandburgen bauen, Schaukeln und Rutschen, Verstecken und Fangen spielen, Spiele spielen, Musikinstrumente selber basteln und tausend anderen Dingen, wie die Kinder auch; wenn nicht sogar noch mehr. Nicht ein Tag war wie der andere. Zum anderen auch da Brodie seinen Mittagsschlaf zu verschiedenen Zeiten gehalten hat und an manchen Tagen schien er einfach nicht müde zu werden. Das Ins-Bett-bringen wurde dann richtig anstrengend, denn schon nach einiger Zeit hatte er von seinen Brüdern gelernt, wie man aus einem Gitterbettchen klettert und Türen öffnet.

Manchmal kam morgens die Oma vorbei, da ich kein Auto zur Verfügung hatte, und ist mit uns in die Mall gefahren, damit die Kinder dort in den „playareas“ spielen konnten, oder wir haben einfach nur einen Tag bei ihr verbracht, wo wir die ganze „lounge“ mit Spielsachen verwüstet haben. Oder wir sind Spazieren gegangen, haben die angrenzenden Spielplätze und Parks erkundet und meistens haben wir unseren Lunch als Picknick veranstaltet, was natürlich bei Brodie und Nathan immer super ankam, besonders, wenn ein Muffin oder ein Müsliriegel mit von der Partie waren. Das nennt sich dann auch „ I have a little surprise for you!“ Denn manchmal haben die Kleinen doch keine Lust den ganzen WEg wieder vom Spielplatz bis nach Hause zu laufen. Aber Muffins, Müsliriegel und vor allem Eis sind gute Bestechungsmethoden. =)

Nachmittags um 3 sollte offiziell meine Arbeitszeit enden, aber ich habe die Familie direkt als meine zweite Familie anerkannt und  drei neue Brüder gewonnen, so dass ich, nachdem Riley von der Schule heim kam, ihm beim Lesen geholfen habe oder das ein oder andere Spiel mit ihm gespielt habe. Das heißt auch in meiner Freizeit habe ich gerne mit den Kindern gespielt, sofern ich zu Hause war.

Ich habe mich von Anfang an richtig wohl gefühlt und wollte schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr zurück nach Deutschland. In Neuseeland sind die Menschen einfach ganz anders; viel lockerer und entspannter, die Begriffe „Hektik und Stress“ schienen Fremdwörter zu sein und „Gastfreundschaft“ wird mehr als nur groß geschrieben. Einmal stand ich mit einem Stadtplan in Auckland und schon nach wenigen Sekunden hatten mir mindestens 3 Leute ihre Hilfe angeboten und wollten mir den Weg zeigen oder mich glatt dort hinbegleiten. Einfach wunderbar, denn verloren gehen, kann man so nicht. Alle sind hilfsbereit und freuen sich mit dir zu reden.

Und gerade das vermisse ich hier in Deutschland sehr. Ich bin nun seit etwas mehr als einer Woche wieder zurück und Einkaufen ist eine richtige Qual für mich, da ich jedes mal aufs neue über die Unfreundlichkeit der Verkäufer wie auch über die, der Kunden erstaunt bin. Kaum einer grüßt wirklich richtig oder scheint Interesse an deinem Tag zu haben; eine Konversation ist wohl nicht wünschenswert, ganz anders als in Neuseeland, wo Konversation zu den Hauptbeschäftigungen aller Kiwis zählt.

In meinen 9 Monaten und meiner gefolgten 10wöchigen Reise über die Südinsel hatte ich nicht einen Tag Heimweh. Natürlich gab es das ein oder andere was man vermisst hat, besonders das deutsche Brot. Toast ist einfach Toast, obwohl es als Brot gilt, solange es ungetoastet ist, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass man es zusammen drücken kann und es dann wieder von alleine aufgeht. Aber keine Panik, man gewöhnt sich an alles. Wenn nicht, dann kann man immer noch sein eigenes Brot backen. =)
Ansonsten fand ich das Essen super, besonders „Pies“ und „Fish’N’Chips“ haben es mir angetan und ich wünschte ich könnte ein wunderbares „Mince pie“ bekommen, oder „kumara“, eine Süßkartoffel, schmeckt einfach traumhaft.

Neben den Unterschieden beim Essen gibt es natürlich noch tausend andere Unterschiede.
Meine Gastfamilie geht, wie viele andere Familien auch, jeden Sonntag in die Kirche und verbringt das Wochenende immer mit den Kindern. Ausflüge stehen auf der Tagesordnung ganz oben und dabei bleibt die Hausarbeit schon einmal liegen. Gerade beim Wäsche waschen kommt man nicht nach, da jeden Abend die komplette Kleidung der Kinder, ganz gleich ob dreckig oder nicht, in der Waschmaschine landet.

Auch wird so oft „please“ und „thank you“ gesagt, dass man es schon gar nicht mehr zählen kann. Alle sind freundlich, hilfsbereit, gastfreundlich, immer zu Scherzen aufgelegt und freuen sich, dass du da bist. Ich habe mich direkt vom ersten Tag an willkommen gefühlt und bin froh darüber, dass ich die Möglichkeit hatte ein Jahr nach Neuseeland reisen zu können.

Bei meiner Reise während meiner Au pair Zeit sind mir meine Gasteltern sehr entgegen gekommen und haben mir den einen oder anderen Tag frei gegeben, damit ich nicht nur das Wochenende zur Verfügung hatte.
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Nach 9 Monaten arbeiten habe ich 10 Wochen rein gar nichts getan als die Südinsel zu erkunden und dabei habe ich meine Gasteltern und die Kids jeden Tag vermisst. Ich war glücklich am Ende des Jahres noch einmal für 3 Nächte zurück zukommen. Die Gastfreundschaft war die gleiche und alle hatten sie mich vermisst, genau wie ich sie auch.

Ein Jahr Neuseeland scheint auf den ersten Blick unendlich lang, aber ehe man sich versieht steht der Tag der Abreise wieder vor der Türe; die Zeit vergeht viel zu schnell und ich habe mich so oft gefragt wo all die Zeit hin ist. Denn selbst nach 9 Monaten hat es sich erst wie 3 angefühlt. Dies lag auch daran, dass man schon nach kurzer Zeit viele Freunde aus aller Welt findet, die in der Familie immer willkommen waren und man einfach tausend Dinge sehen möchte.

Nicht einmal in dem ganzen Jahr hatte ich Zweifel oder Heimweh. Das Auslandsjahr war das beste Jahr meines Lebens und das habe ich der Familie, meinen Freunden und einfach der Mentalität der Kiwis und der atemberaubenden Landschaft Neuseelands zu verdanken. Ich habe super schöne Dinge gesehen, bin um unendlich viele Erfahrungen reichen geworden, habe meine Sprachkenntnisse verbessert, Freunde fürs Leben gefunden und habe mich auch selbst weiter entwickelt, bin selbstbewusster geworden.

Der Abschied viel mir unendlich schwer, auch wenn ich mich riesig auf meine Familie und Freunde in Deutschland gefreut habe, doch nun zurück in Deutschland hat mich der Alltag direkt gepackt und es kommt mir so vor als wäre ich nie weggewesen. Doch in weiß, dass ich weg war, denn ich habe Fernweh ohne Ende.

Neuseeland ist meine zweite Heimat geworden und ich freue mich schon jetzt auf den Tag an dem ich wieder zurück gehen werde, denn ein Teil meines Herzens ist immer noch dort und wird immer dort bleiben.
Ich kann jedem empfehlen sich für ein solches Jahr zu entscheiden, denn zum einem hat man wahrscheinlich nur einmal diese Chance und zum anderen sind es unbeschreibliche Erfahren und Erlebnisse die man in diesem Jahr macht. Und glaubt mir, wenn ich sage, dass alle Zweifel die ihr jetzt habt unbegründet sind. Wenn ihr euch traut, dann kann ich euch versprechen, dass ihr eine unvergessliche Zeit haben werdet.

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