Au Pair Australien

Lisa au pair australien erfahrungsbericht "Na wie wars, Lisa? Erzähl doch mal was!" - Auch wenn es nach einer simplen Frage klingt, ist es mir selten so schwer gefallen eine wirklich passende Antwort zu finden. Aber versuchen wir es doch mal: Los ging es bei mir letztes Jahr im Juli. Die letzte Woche vor meinem Abschied habe ich richtig genossen und zwischenzeitlich kamen kleine Zweifel auf, warum ich denn meine Familie und Freunde für so lange verlasse. Sorgen, die sich schon in den ersten Wochen in Luft auflösen sollten. Nach einer zweitägigen Anreise mit einem Tag in Taiwan landete ich dann das erste Mal auf australischem Boden und wurde vom Winter begrüßt. Nehmt auf jeden Fall warme Klamotten mit, im Winter kann es auch in Australien super kalt werden ;) 

Lisa au pair australien erfahrungsberichtEine dreistündige Autofahrt später war ich dann in meinem neuen Zuhause angekommen. Umgeben von Hügeln, Wiesen und einem Fluss befindet sich das riesige Grundstück meiner Gastfamilie. Ich fühlte mich dort sofort wohl und konnte am Anfang gar nicht genug Spaziergänge machen. Auch von der Familie wurde ich super freundlich empfangen. Mitglieder der Familie sind Vater, Mutter und drei Kinder, die bei meiner Ankunft 3,4 und 6 waren. An die Arbeitsroutine gewöhnte ich mich gut und zu den Kindern baute ich schnell eine gute Beziehung auf. Tagsüber war Capri, die Älteste, jeden Tag in der Schule und Zeph besuchte an drei Tagen in der Woche den Kindergarten. Toby, der Jüngste, war jeden Freitag in der Kinderbetreuung. Die restlichen Tage verbrachten die Jungs mit mir. Natürlich spielten wir viel und waren draußen im Park oder Wald unterwegs. Zusammen erledigten wir aber auch Aufgaben wie Einkaufen, Kochen und Wäsche. Nach einer anstrengenden Woche hatte ich dann meistens ein dreitägiges Wochenende und konnte kleine Trips, z.B. nach Melbourne, machen. Einige Wochenenden verbrachte ich aber auch mit meiner Gastfamilie und ich bin echt froh, dass ich auch am Wochenende jederzeit willkommen war sie zu begleiten.

Lisa au pair australien erfahrungsberichtDer Höhepunkt meiner Au Pair Zeit waren definitiv die Sommerferien. Die fünf Wochen zuhause mit allen Kids von morgens bis abends und ohne viele Termine waren eine echte Herausforderung und ich bin immer noch überrascht, dass uns nicht die Ideen ausgegangen sind. Riesige Basteleien aus Pappe oder Plätzchen backen haben uns teilweise ganze Tage beschäftigt. Weihnachten war leider nicht so toll wie ich es mir erhofft habe und so hatte ich über die Feiertage das erste und einzige Mal richtig Heimweh. Aber auch das überlebt man ;) Nach Weihnachten ging es dann mit der Familie in den Wakeboardingurlaub nach Yarrawonga. Es hat super viel Spaß gemacht und ich würde mich mittlerweile auch eine passable Wakeboarderin nennen :D Nach einer Woche in Yarrawonga ging es für mich noch mit drei Au Pair Freunden auf einem einwöchigen Roadtrip entlang der Great Ocean Road und zum Grampians Nationalpark. Danach blieben nur noch wenige Wochen mit meiner Gastfamilie und ich feierte meinen ersten Geburtstag bei 37 Grad im Pool.

Lisa au pair australien erfahrungsberichtEnde Februar hieß es dann das erste Mal Abschied nehmen und auch wenn dies alles andere als einfach war, freute ich mich auf mein großes Abenteuer. Mein erster Stopp hieß Launceston in Tasmanien. Für einen weiteren Monat arbeitete ich dort als Au Pair in einer anderen Familie. Auch in Tasmanien habe ich tolle Freunde gefunden und mit ihnen sowohl unter der Woche als auch auf vielen Wochenendtrips tolle Abenteuer erleben können. Anschließend ging es dann für einen Monat nach Neuseeland. Zusammen mit Lorena, einer Au Pair Freundin aus Melbourne, reiste ich mit einem Reisebus einmal quer von Norden nach Süden und bei zahlreichen Stopps besonders die faszinierende Natur bestaunen. Einen weiteren Monat verbrachte ich mit einer anderen Freundin an der australischen Ostküste. Anna und ich reisten gemeinsam mit unserem treuen Campervan Bert von Brisbane nach Cairns. Eine dreitägige Wanderung auf Fraser Island, die entspannten Tage auf Magnetic Island und ein Fallschirmsprung gehörten definitiv zu den Höhepunkten. Auch die Reise im Campervan für sich war eine super Erfahrung.

Anschließend machte ich noch eine sechstägige Tour durchs australische Outback von Alice Springs nach Adelaide. Unsere sich vollkommen fremde Gruppe von 10 Leuten wurde schnell zu einem eingespielten Team. Der australischer Tourguide Sam hat uns viel gezeigt und ich habe besonders das Schlafen am Lagerfeuer unter freiem Himmel sehr genossen. Den Sternenhimmel im Outback sollte jeder einmal gesehen haben! Anschließend ging es für mich noch zurück nach Traralgon zu meiner Gastfamilie. Die letzten Tage dort habe ich sehr genossen und der Abschied war viel schwerer als erwartet. Ich bin aber auch einfach kein Abschiedsmensch ;) Mein letzter Satz zu meinem Gastvater am Flughafen war allerdings "See ya" und ganz nach dem Motto sehe ich das auch. Ich war garantiert nicht das letzte Mal in Down Under und meine Gastfamilie plant auch in ein paar Jahren, wenn die Kinder etwas älter sind, nach Europa zukommen.

Multikultur möchte ich ganz herzlich danken! Sie haben mich super bei den Vorbereitungen unterstützt und während des Jahres häufig erkundigt wie es mir geht. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und würde sie immer als Organisation weiterempfehlen.

Und auch wenn das alles sehr kitschig klingt, habe ich zumindest einen Versuch für eine Antwort gefunden: Mein Jahr in Australien war unbeschreiblich toll. Ich bin an neuen Erfahrungen gewachsen und habe gelernt viel Verantwortung für eine ganze Familie zu übernehmen. Auf meinen Reisen habe ich viele neue Plätze gesehen und eine spontanere und offenere Reiseeinstellung bekommen. Aus Bekanntschaften wurden echte Freunde, aus fremden Sitten wurden alltägliche Lebensweisen und am allerwichtigsten: Aus einem fremden Ort wurde ein neues Zuhause mit einer für mich perfekten zweiten Familie.

weitere Erfahrungsberichte

Aussie Specialist Logo