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Mein Bericht
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Es gibt 2 Bilder in dieser Kategorie.
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Clara L. AuPair in Spanien
Kommentare: 1
Berichtstext:
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Clara L Au-Pair in Spanien
Kommentare: 0
Berichtstext: Warum?
Schon seit Jahren verspürte ich dieses Fernweh, dieses Verlangen, mehr
von der Welt zu sehen. Ein anderes Land, andere Sitten und andere Menschen kennen
lernen. Ich wollte gerne viele neue Dinge entdecken und erleben.
Für mich bot sich dann als erste Option, nach dem Abitur als Au-Pair für
ein Jahr nach Spanien zu gehen und so Einblicke in eine andere Kultur zu gewinnen,
eine neue Sprache zu erlernen und vor allen Dingen für eine gewisse Zeit
ein völlig anderes Leben zu führen.
Ankunft
Auf dem Weg in mein neues Leben ging es mit meinen Gefühlen drunter und
drüber. Die zwei Stunden im Flugzeug waren Gefühlschaos pur. Mir blieb
kaum Zeit die Trauer des Abschiedes zu verarbeiten, da ich mich mental schon
wieder auf meine Ankunft vorbereiten musste und vor Aufregung kaum klar denken
konnte.
Zum ersten Mal meine neue Familie zu sehen war sehr komisch, aber ich war froh,
dass dieser Schritt endlich getan war. Eine gewisse Zeit braucht man natürlich
erst einmal, um alles zu realisieren und zu verarbeiten. Die ersten zwei Wochen
waren die schlimmsten. Zwischen tausend neuen Eindrücken und Heimwehattacken
wurde mir erst so richtig bewusst, auf was ich mich da eingelassen hatte.
Doch je mehr ich mich an alles gewöhnte, desto besser wurde es. Nachdem
ich die ersten neuen Freunde kennen lernte, fühlte ich mich immer wohler.
Freunde sind in dieser Zeit das Wichtigste, was man haben kann. Den Kontakt
nach Hause pflege ich natürlich regelmäßig über das Internet
und das Telefon.
Arbeit
Viele Leute, die nicht genau wissen , was bedeutet, "Au-Pair" zu sein
denken, dass wir unendlich viel Freizeit haben und nebenbei ganz locker ab und
zu mal mit den Kindern spielen. Dabei wissen sie einfach nicht, dass Au-pair
ein echt harter Job ist. Denn jeden Tag Kinder zu betreuen und deren Alltag
zu regeln, kann unheimlich anstrengend und nervtötend sein. Manchmal kommt
es einem so vor, als wären es die eigenen Kinder, da man so viel Zeit mit
ihnen verbringt. Ein absolutes Au-pair - Syndrom ist es, sich in der freien
Zeit so gut wie nie zu Hause aufzuhalten - denn abschalten, sich entspannen
und den ganzen Kinderstress vergessen, das kann man einfach nur, wenn man unterwegs
ist und abgelenkt wird.
Eines darf man auf keinen Fall vergessen: "Wir sind nicht nur zum Arbeiten
da, sondern hauptsächlich um Erfahrungen zu sammeln und um die Zeit - so
gut es geht - zu nutzen und zu genießen!"
Verhältnis zur Familie
Meine spanische Familie ist für mich schon wie meine zweite Familie geworden.
Das Verhältnis zu ihr ist sehr intensiv. Meine Gastkinder stellen nicht
nur meine "Arbeit" dar, sondern sind in irgendeiner Weise auch meine
kleinen Geschwister.
Meine Gasteltern sind zwar meine Arbeitgeber, aber inzwischen auch schon wie
Eltern und Freunde geworden. Ich arbeite schließlich nicht nur für
sie, sondern lebe auch mit ihnen in einem Haus.
Kinder
Spanien ist ein außerordentlich kinderfreundliches Land. Die Kinder sind
für die Spanier einfach alles, und alles dreht sich um sie. Überall
und immer wird ihnen die volle Aufmerksamkeit geschenkt, und jedes Fest ist
auf die Kinder ausgerichtet.
Nach meinen Erfahrungen sind spanische Kinder sehr energiegeladen, aktiv und
wild. Sie gehen förmlich auf in Tätigkeiten in denen sie ihre überschüssige
Energie abbauen können, wie zum Beispiel beim Toben, beim Herumhüpfen
und Herumklettern. Weniger gut können sie sich beim Basteln oder Malen
konzentrieren und ruhig bleiben. Doch bei dem guten Wetter in Spanien ist auch
das kein Problem, denn es gibt unzählige Möglichkeiten, raus zu gehen
und die Zeit mit den Kindern an der frischen Luft zu verbringen.
Essen
Die mediterrane Küche gefällt mir sehr gut. Viel Fisch, Obst und Gemüse,
aber auch Unmengen an Fleisch, Kartoffelchips (ist hier schon fast so was wie
Brot) und vor allen Dingen: Olivenöl - ein absolutes Grundnahrungsmittel
der Spanier. Schmeckt super, aber setzt auch unheimlich an - muss man dann halt
wieder mit Sport ausgleichen.
Sehr gewöhnungsbedürftig ist - vor allen Dingen für mich als
Deutsche -, dass nur Weißbrot gegessen wird. Ich hätte nie gedacht
das ich mich echt manchmal nach einem richtigen Vollkornbrot sehne.
Sprache
Ich kam nach Spanien mit einem minimalen Basiswissen, das hauptsächlich
aus "Hola" (Hallo) und "Gracias" (Danke) bestand. Ich dachte,
mit Englisch könnte ich die anfängliche Sprachbarriere überwinden,
aber falsch gedacht. Meine Gasteltern sprechen kein Englisch, so wie die meisten
Spanier. Die ersten Tage war es echt schwierig, sich überhaupt irgendwie
mit der Familie zu verständigen, aber mit Händen und Füßen
ging es dann.
Wenn man wie ich in einer rein Spanisch sprechenden Familie wohnt, lernt man
ziemlich schnell, die Sprache fließend zu sprechen. Etwas, was ich mir
vorher absolut nicht vorstellen konnte.
Natürlich gehört immer etwas Engagement und Motivation dazu, wenn
man eine Sprache gut erlernen möchte. Da bleibt das extra Lernen nicht
aus. Die Sprachschule, die ich zwischenzeitlich besuchte, hat mir persönlich
nicht viel gebracht. Ich sehe mehr Erfolge, wenn ich für mich selbst lerne.
Aber das muss jeder selbst ausprobieren und für sich entscheiden.
Spanier
Die Spanier an sich sind sehr offen, herzlich und scheuen sich nicht vor Körperkontakt
(Küsse, Umarmungen). Sie essen viel, gerne und sehr gut. Spanier sind sehr
gastfreundliche Menschen, und als Ausländer wird man sofort aufgenommen
und voll und ganz akzeptiert. Sie genießen das Leben richtig und sehen
alles etwas lockerer als wir Deutschen - das gute Wetter hebt eben die Laune.
Was sie am besten können, ist feiern, und das zu jedem noch so kleinen
Anlass. Das Wort "Feiertag" wird dort also immer wörtlich genommen!
Eine Schwäche ist allerdings ihre Unpünktlichkeit und ihr Hang zum
extremen Trödeln - etwas, womit man sich auf jeden Fall anfreunden muss.
Ich für meinen Teil musste überrascht feststellen, wie deutsch ich
mich doch verhalte. Die allgemeinen Vorurteile, die es über die Deutschen
gibt (Verhalten, Perfektionismus, Pünktlichkeit, Genauigkeit,
), scheinen
schon irgendwie zu stimmen.
Mein Rat
Ich würde jedem empfehlen, ein Auslandsjahr zu machen. Die Erfahrungen,
die ich selbst in diesem ersten halben Jahr gemacht habe, haben mich persönlich
unheimlich weiter gebracht und meinen Horizont stark erweitert. Und selbst,
wenn es mal nicht so gut läuft - gerade auch die negativen Erfahrungen
machen einen stark und lassen die Persönlichkeit wachsen.
Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen einen guten Einblick
in das Leben als Au-pair in Spanien (Katalunien) geben und vielleicht auch dabei
helfen, eine Entscheidung zu treffen.
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