Au Pair in Paris
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Berichtstext: Die Entscheidung ins Ausland zu gehen war vor den sieben Monaten eher eine zufällige
Idee.
Ich hatte starke Zweifel, ob ein halbes Jahr Aupair in Paris das Richtige für
mich ist. Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Auslandsaufenthalt das Beste
war, was mir passieren konnte.
Ich habe meine Familie relativ schnell über die Organisation "Multikultur"
gefunden: Eine Patchwork-Familie mit vier Kindern, die im 12. Arrondissement von
Paris lebt und mir ein eigenes Zimmer plus Bad in einem Häuschen im Garten
zur Verfügung stellte, für Aupair-Verhältnisse also recht luxuriös.
Nach einem ersten Telefongespräch sagte ich spontan zu und flog im September
2006 nach Paris. Ich muss zugeben, dass mir die Anfangszeit sehr schwer fiel,
ich hatte mir nicht klar gemacht was für eine Veränderung mich erwartet.
Ich liebe Paris, aber es war doch eine fremde Stadt und eine Sprache, die ich
zwar einigermaßen beherrschte, mich aber keineswegs sicher mit ihr fühlte.
Hinzu kam, dass ich meine Familie zuhause vermisste, in Paris noch keine Menschenseele
kannte und zu meinen Gasteltern ein eher distanziertes Verhältnis hatte.
Aber nach ungefähr drei Wochen hatte ich mich arrangiert, ich hatte eine
gute Sprachschule gefunden und über die Aupair-Treffen, die regelmäßig
von der französischen Partnerorganisation veranstaltet werden, ein paar sehr
nette Mädels kennen gelernt.
Sobald man sich eingewöhnt hat, eröffnet sich eine Welt voller neuer,
interessanter Erfahrungen und Erlebnisse. Paris ist eine spannende, multikulturelle
Stadt und selbst nach den sieben Monaten habe ich das Gefühl, noch lange
nicht die vielen, verschiedenartigen Facetten kennen gelernt zu haben. Man wird
konfrontiert mit einer teilweise noch völlig unbekannten Kultur, mit anderen
Bräuchen, Lebens- und Denkweisen und bekommt einen Einblick in das Familienleben
von anfangs noch völlig fremden Menschen. Besonders faszinierend war es für
mich, Menschen aus anderen Ländern zu treffen, die genau wie ich der französischen
Sprache wegen gekommen waren und Paris liebten. Ohne einen solchen Auslandsaufenthalt
in einer Weltstadt wie Paris hätte ich niemals die Chance gehabt, so viele
faszinierende und besondere Menschen aus allen möglichen Ländern kennen
zu lernen- zu vielen halte ich noch den Kontakt und hoffe sehr, dass er
nicht abreißt.
Obwohl die Arbeit als Aupair nicht immer einfach ist und ich mit den dreizehnjährigen
Jungs oft Probleme hatte, sind mir die Kinder doch schnell ans Herz gewachsen.
Als ich nach den sieben Monaten die Koffer packte, weinten die beiden Mädchen
und meine Gastmutter. Der Abschied fiel wirklich schwer. Auch wenn es zwischendurch
Schwierigkeiten gab, entwickelt sich fast immer eine sehr enge Bindung an die
Familie, mit der man schließlich so lange zusammen gelebt hat.
Zusammenfassend kann ich nur noch einmal sagen, dass ich diese Erfahrung nicht
missen möchte. Ich habe in meiner Zeit im Ausland sehr viel gelernt-auf allen
Ebenen-und tolle Dinge erlebt. Für mich persönlich ist letztendlich
auch klarer geworden, in welche Richtung mein Studium gehen soll. So ein Auslandsaufenthalt
ist auf jeden Fall bereichernd!
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