Volunteer in Südafrika
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Berichtstext: Die Erlebnisse und Erfahrungen, die ich in Südafrika gemacht habe sind sehr vielfältig.
Die beiden gewählten Projekte hätten mir nicht besser die unterschiedlichen Seiten Südafrikas verdeutlichen können. Die ersten drei Monate arbeitete ich in einem recht wohlhabenden Heim für psychisch Kranke (Erwachsene) in Stellenbosch bei Kapstadt. Meine Aufgabe in diesem Heim war es in erster Linie, gemeinsam mit einer Schweizer Volontärin eine Gruppe von etwa 30 Bewohnern bei der täglichen Arbeit zu beaufsichtigen. Ihre Arbeit bestand u.a. darin, für den bevorstehenden „Tag der offenen Tür“ Weihnachtsschmuck zu basteln. Hierfür war es notwendig, die Arbeit in kleinste Schritte zu untergliedern, die Gruppe entsprechend aufzuteilen und die Bewohner bei den Einzelschritten anzuleiten. Weitere Aufgaben waren u.a. das Leiten kleiner Malgruppen sowie die Ausgabe und das Verteilen von Essen.
Die Arbeit bereitete viel Spaß, obgleich meine Geduld des öfteren auf die Probe gestellt wurde. Aggressives, verwöhntes und kindliches Verhalten war keine Seltenheit.
Als zweites Projekt wählte ich ein Kinderheim in Greytown (in etwa 2 Stunden von Durban entfernt), in dem ich ca 2 Monate verbrachte. Greytown – ist aus meiner Sicht – wesentlich afrikatischer und konfrontierte mich mit den Problemen des Landes wie HIV, Tuberkulose und Kriminalität. Die Aufgaben im Kinderheim waren u.a. das Begleiten der Kids zum Kindergarten und zur Grundschule, Arzt- und Krankenhausbesuche, die alltägliche Unterstützung der Hausmütter bei der Beaufsichtigung der Kinder, bei der Zubereitung der Mahlzeiten und dem Baden der Kleinkinder. Hauptaufgabe war es aber auch, mit den Kindern soviel Zeit wie möglich zu verbringen, mit ihnen zu spielen und Spaß zu haben.
Insgesamt habe ich die Arbeit im Kinderheim sehr genossen. Neben der täglichen Arbeit hatte ich die Gelegenheit, viel über Land, Leute und die vorherrschenden Probleme zu erfahren u.a. haben wir Zulu-Gottesdienste und verschiedene Schulveranstaltungen besucht. Wir sind in ländliche Gebiete gefahren, um dort Essenspakete an Zulu-Schulen, sowie an, in ärmsten Verhältnissen lebende Familien zu verteilen.
Zu beiden Projekten möchte ich anmerken, dass sowohl Unterkunft als auch Verpflegung weit meine Erwartungen übertrafen. Weiterhin haben sich Leitung und Personal die größte Mühe um unser Volontär-Wohlergehen gegeben.
Negativ anzumerken ist, dass der Transport in Südafrika ein großes Problem darstellt und ich mich somit in beiden Projekten recht eingesperrt fühlte. Da eine Fortbewegung zu Fuß, sowie Taxen zu gefährlich sind und ein Auto nicht ohne weiteres (fehlende Autovermietung und Geldfrage) zu mieten war, musste ich oft auf Unternehmungen am Abend (selbst in nahegelegene Bars) und Exkursionen am Wochenende verzichten.
Insgesamt war mein Aufenthalt in Südafrika sehr lehrreich. Ich habe es zu schätzen gelernt in einem so wohlhabenden Land zu leben, in dem man sich – egal zu welcher Stunde – vergleichsweise sicher fühlt, in dem man nicht mit der permanenten Angst vor der Kriminalität leben muss, in dem man sooo einfach von A nach B kommt (selbst wenn man kein eigenes Auto besitzt), in dem die öffentlichen Krankenhäuser hygienisch sind und der Arzt nicht Stunden auf sich warten lässt.
Auch wenn nicht alle Erfahrungen schön waren, bin ich sehr sehr froh, den Schritt nach Südafrika zu gehen, gemacht habe.