|
Berichtstext:
|
Ich bin schon seit einiger Zeit wieder zurück in der Schweiz, d.h. seit über vier Monaten, aber so richtig weg aus Südafrika bin ich trotzdem noch nicht. Für mich war die Zeit im Süden eine Erfahrung an die ich mein Leben lang zurück denken werde.
Dabei könnte ich nicht behaupten dass es mir immer nur gut ging... Als ich also im Januar in Kapstadt ankam und mich die erste Woche zu sehr in Anspruch nahm um auch nur im entferntesten an die Heimat zu denken gings mir bei meinem ersten Projekt dann plötzlich ganz anders. Als einzige Volontärin in einer Südafrikanischen Familie zu leben, deren Mentalität so ganz anders ist, war schon schwierige genug (auf jedenfall in den ersten wochen), dass mein Englisch einfach nicht gut genug war, hat die Sache auch nicht gerade leichter gemacht. Obwohl wir nur einige Kilometer von Port Elizabeth entfernt wohnten, bekam ich die Stadt nur selten zu gesicht, weil die Familie einfach nicht genug Geld hatte um öfters dort hin zu fahren. Aber mit viel Geduld hat mir meine \"Gastmama\" dann alles erklärt und nachdem die Anfangsschwierigkeiten dann überwunden waren hab ich die Tage trotz der vielen Arbeit einfach nur genossen. Auf die Dauer wurde mir dann die Einsamkeit aber doch zu gross und ich hab mich spontan dazu Enschlossen noch ein anderes Tierprojekt zu besuchen und bin dann schliesslich in Plettenberg Bay in Monkeyland gelandet. Die Zeit dort war das komplette Gegenteil der vergangenen zwei Monate. Kaum angekommen wurde ich schon von allen Seiten in Anspruch genommen. Da hab ich dann auch zwei andere Volontärinnen aus Deutschland kennengelernt. Mit Daria und Viola (liebe grüsse!), die beide zur gleichen Zeit ankamen wie ich, hatte ich jede Menge Spass. Auch mit unseren einheimischen Arbeitskollegen hatten wir allerlei zu feiern und unternehmen. Alles in allem hab ich das Halbe Jahr in Südafrika sehr genossen und hab auch wahnsinnig viel daraus gelernt. Verglichen mit den vielen Problemen mit denen Südafrikanische \"Townshipfamilien\" sich rumschlagen müssen, kommen mir viele Dinge die in Mitteleuropa passieren sehr unwichtig vor. Trotz des vielen Leids in den Townships laufen die Leute oft mit einem Lächeln durch die Strassen und sind zufrieden mit dem was sie haben. Und vor allem das hat mich wohl geprägt, einfach das Leben ein bisschen mehr zu geniessen, wenn auch nicht immer alles so läuft wie es nun mal sollte. Ich kann allen abenteurlustigen Leuten nur empfehlen für einige Monate nach SA zu gehen, wer sich auf die Mentalität einlassen kann und sich mit den Leuten da anfreundet wird bestimmt viel erleben. Nicht nur Schönes, auch viel Trauriges; aber Lohnen tut es sich auf alle Fälle. |