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Mein Bericht
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Berichtstext:
Jeden Tag den Horizont erweitern



Mit dem Abiturzeugnis und einer Portion Fernweh im Gepäck, träumte ich mich nach meinem Schulabschluss in weitentfernte Länder und fremde Kulturen. Damals traf ich meine Entscheidung nach Neuseeland zu gehen, ins Land der Hobbits und der Kiwis.



• Die Planung: Ein Visum musste beantragt, der Flug gebucht und eine Agentur gefunden werden. Denn ich wollte auf jeden Fall in Neuseeland arbeiten dürfen, um mir meinen Unterhalt selbst zu verdienen. Ich bekam die Möglichkeit ,mich für ein halbes Jahr auf eine Aupairstelle zu verpflichten, bevor ich ein halbes Jahr durch das Land reisen würde. Ich nahm das Angebot an, und so entschied ich mich für Multikultur. Um rechtzeitig zum Beginn des Studienjahrs wieder zurück zu sein, legte ich meinen Abreisetermin auf den 17. September 2007.

• Der Abschied: Nach der obligatorischen Abschiedsfeier in Deutschland verstrich die Zeit wie im Flug und ehe ich mich versah, saß ich alleine in der Flughafenhalle. Durch die großen Fenster konnte ich meine Eltern, meinen Bruder und meine beste Freundin Rhea zwar sehen, aber der Abschied fiel trotzdem schwer. Die Reise in einen neuen Lebensabschnitt begann.

• Angekommen: Ziemlich müde und geschafft vom Flug und den 12 Stunden Aufenthalt in Kuala Lumpur kam ich in Manukau, Aucklands Flughafen an. Da in meinem Paket auch freie Nächte in der Jugendherberge (hier: Hostel) inklusive waren, verbrachte ich dort auch die ersten Tage. Hier knüpfte ich bereits viele Kontakte und stellte fest:
Halb Deutschland und halb Europa schien sich in NZ zu befinden.

• Der Alltag: Dann kam der spannende Tag, wo ich zum ersten Mal auf meine Gastfamilie traf, die ich, für mich völlig untypisch, direkt ins Herz schloss.
Zwei Wochen später ging der Schulalltag der Kinder los: Seitdem bereitete ich morgens die Cornflakes vor und sorgte dafür, dass sich die beiden Mädchen anzogen und für die Schule fertig machten. Das war manchmal gar nicht so einfach, denn die kleine Sorrel besteht bereits morgends auf mehrere Garderobenwechsel. Ihre große Schwester Saffron saß da schon meistens fix und fertig am Frühstückstisch. Bevor es aus dem Haus ging, musste der Sonnenschutz aufgetragen werden. Schließlich ist da unten die Sonneneinstrahlung dreißig Mal so stark wie in Deutschland. Was ich auch das ein oder andere Mal zu spüren bekam, als ich meinen Hut vergessen hatte und mir den Scheitel verbrannte. Dann begann ein abwechslungsreiches Wochenprogramm mit den Kindern: Schwimmen, tanzen, Brownies und Pippins und dann mussten auch noch die Freunde getroffen werden. Die meisten Tage waren völlig ausgebucht.



• Freundschaften: Gleich in den ersten Tagen schloss ich Bekanntschaft mit Moni, die mir eine gute Freundin wurde. Sie war auch Aupair von zwei Kindern im Schulalter, was uns beiden zu freien Vormittagen verhalf. So unternahmen wir Shoppingtouren, trafen uns zum Kaffee oder legten uns einfach am Strand in die Sonne. Nach einer Weile suchten wir uns jedoch beide einen Job für zwei bis drei Vormittage die Woche, um noch etwas dazu zu verdienen.

• Nebenbei: arbeitete ich als Kassierin in einem kleinen Obst- und Gemüseladen, während sie kellnerte. Ich genoss die Arbeit und war somit immer viel ausgeglichener mit den Kindern, als ich es ohne gewesen wäre.

An den Wochenenden gingen Moni und ich aus und kamen so in Kontakt mit den Einheimischen.



• Zwei besondere Aktionen gab es während meines Aufenthalts in Neuseeland:
Vom 18. bis zum 22. Oktober flog ich mit meiner Gastfamilie zu Verwandten nach Australien. Die Abmachung war, dass ich als Gegenleistung für die Bezahlung meines Fluges an einem Abend sowohl Saff und Sorrel als auch ihre beiden Cousins babysitte.
 Sydney: Somit blieb mir trotzdem noch viel Freizeit und ich erkundete auf eigene Faust Sydney.
Es war richtig spannend alle Postkartenmotive einmal in Echt zu sehen. Das Opernhaus empfand ich als erschreckend klein und war viel mehr von den botanischen Gärten und der Harbour Bridge beeindruckt. Viel zu schnell saßen wir allerdings im Flieger zurück nach Neuseeland.
 Bald darauf stand dann für mich und meine Gastfamilie der Umzug in ein anderes Haus an. Ein Wochenende bestand nur aus Kartons schleppen. Diese waren zum Glück von der Umzugsfirma gepackt worden, was uns einiges an Arbeit abnahm. Nach dem Wochenende waren wir alle geschafft und ich hatte mir mein Extra-Taschengeld redlich verdient. Das neue Haus war viel größer und schöner gelegen.



Nach einiger Zeit kamen immer mehr und mehr Aupairs in unsere Gegend und ich schloss eine weitere Freundschaft mit Fredrick, einem Schweden. Auch er wurde ein guter Freund und Vermittler neuer Freundschaften.



Als Saffron eines Tages sagte „Du bist wie eine Schwester, nur anders!“ freute ich mich sehr.
• Dennoch hieß es im April Abschiednehmen. Die beiden Mädchen sollten für einen Monat nach England fahren um ihren Vater zu besuchen und ich wollte mit meiner Rundreise beginnen.

• Reisen: Zunächst besuchten Moni und ich den nördlichen Teil der Nordinsel. Auf Wochenendausflügen hatten wir schon einige Teile derselben besucht gehabt.

• Bevor es auf die Südinsel ging, machten wir noch eine Zwischenstopp in Auckland, wo ich für meine Unibewerbung in Deutschland einen TOEFL- Test anstelle des hochschulinternen Spracheignungstests absolvierte. So konnte ich auf dem Rest der Reise - mithilfe meiner Mutter, der ich die ganzen Papiere schickte und die sich mit meiner Vollmacht an den Unis bewarb - meine Bewerbungen machen.

• Moni und ich flogen auf die Südinsel und reisten die Westküste hinunter, die Ostküste wieder hoch. Dann musste ich mich auch schon von ihr verabschieden, da sie vor mir zurück nach Deutschland fliegen wollte.
Ich reiste von da an noch weitere sechs Wochen alleine weiter, in denen ich jeder Menge Deutschen und jeder Menge anderer Europäer begegnete, mit denen ich mich gut verstand.



• Nach Hause: Dann ging ich noch einmal zu meiner Gastfamilie, um meine restlichen Sachen zu packen und mich zu verabschieden. In der Zwischenzeit hatten die Mädchen eine Nanny bekommen für den Übergang. Die Kinder hatten ihr schon von mir erzählt und waren froh mich wiederzusehen. Dieses Mal fiel der Abschied dann auch für sie nicht so schwer, denn einen Tag bevor ich flog, kam das neue Aupair. Sie war auch aus Deutschland und wir beiden hatten vorher schon Kontakt gehabt. Ich war mir sicher, dass das alles rund laufen würde.



• Was noch zu sagen wäre: Die Entscheidung für eine solche Auszeit nach dem Schulabschluss war für mich die beste Idee. Ich kann jedem empfehlen, so etwas zu machen. Ich habe nicht nur mein Englisch verbessert, sondern auch mein Selbstbewusstsein verändert. Nicht zuletzt weil mir diese Zeit auch geholfen hat mich aus meiner Unschlüssigkeit über meinen weiteren beruflichen Werdegang rauszuholen. Ich habe im Umgang mit den Kiwis und den Maoris verschiedene Lebensweise kennen und schätzen gelernt ebenso wie den Umgang mit anderen Kulturen.



Es war es wert.


Datum: 15-08-2008 12:32:51
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