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Berichtstext:
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Seit einem halben Jahr lebe ich nun etwa 45. Minuten mit dem Zug vonLondon entfernt
in einem richtig kleinen, aber süßen Dorf. Wohnen tue ich hier in einem riesigen
Haus Mitten auf einem Bauernhof.
An die vielen Tiere um mich herum (2 Hunde, 1 Katze, 4 Pferde und 10 Hühner)
und ein ganz anderes Leben, als ich es bisher gewohnt war, musste ich mich jedoch
erst gewöhnen ;-)
Meine Familie hat 2 Mädchen, Emily ist 5 und Annabel 2 Jahre alt. Als ich im
Juni hier ankam, wusste ich, dass ich eine Woche zusammen mit dem alten Aupair
hier leben werde. Zu erst war ich etwas unsicher und wusste nicht, wie die Kinder
auf mich reagieren würden. Es hat sich jedoch als sehr positiv herausgestellt.
Das alte Aupair hat mich nicht nur eingearbeitet sondern mir auch manche Tricks
gezeigt, wie man am besten mit den Kindern umgeht. Auch der Abschied von dem
alten Aupair fiel den Kindern nicht allzu schwer, auch wenn sie sie sehr sehr
gern hatten. Sätze wie: “Die hat das aber immer besser gemacht“ oder „Wir wollen
sie zurück“ blieben zum Glück aus.
Schade war, dass meine Gasteltern so gut wie keine Zeit für mich hatten um mich
kennen zu lernen oder mir persönlich zu erzählen, was sie von mir erwarten.
Das hat mir die Anfangszeit recht erschwert und ich habe mich oft alleine gefühlt.
Meine Gasteltern waren jedoch sehr glücklich als sie gesehen haben, wie gut
ich mit ihren Mädels klar komme und wie viel Spaß sie haben. Das haben sie mir
auch oft gesagt. Zu meinen Aufgaben hier gehört, morgens die Betten der Mädchen
zu machen und ihnen beim anziehen zu helfen. Nach dem Frühstück mache ich das
Schulbrot für Emily, die dann ab 9 in der Schule ist. Den Rest des Vormittages
spiele ich mit Annabel. Je nach Wetter gehen wir entweder viel raus, schaukeln,
sammeln Blätter, fahren Roller oder machen Puzzles, „backen“ oder „bauen“ mit
Knete oder machen im Spielzimmer ein Picknick mit den Puppen.
Während Annabel schläft, füttere ich die Hühner und sammele die Eier ein. Mittagessen
koche ich unter der Woche. Da meine Gastmutter von Zuhause aus arbeitet, kommt
sie so oft sie kann zu uns zum Mittagessen.
Ab und zu muss ich auch das Abendessen für die Kinder kochen und beim Baden
helfen, das ist aber nicht regelmäßig.
Da die Familie 2 Putzfrauen hat, muss ich so gut wie keine Hausarbeit (abgesehen
von Arbeiten in der Küche) erledigen.
Emily und Annabel sehen ihre Eltern recht wenig. Von daher sagen sie oft „Ich
will nicht, dass du das machst“ oder einfach nur „Ich will Mama“ das kann auf
Dauer schon sehr anstrengend sein und manchmal auch traurig machen. Dafür sagen
sie dann aber auch Sätze wie: „Rebecca, ich will, dass du für immer hier bleibst“
oder „Schön, dass du wieder da bist“ das freut mich dann auch immer wieder zu
hören Ich habe hier ein Auto zu Verfügung gestellt bekommen, damit ich fahre
ich 2x die Woche zum College und an meinen freien Tagen (Freitags und Samstags)
auch so noch mal in den nächsten Ort oder in die umliegenden Städte. Viele Aupairs
habe ich leider nicht kennen gelernt. Die meisten anderen Aupairs meiner Agentur
wohnen fast alle in und um Oxford (40 Min. mit dem Auto entfernt) oder bleiben
unglücklicherweise nur für 6 Monate. Da ist das College schon eine gute Möglichkeit
um immer wieder Neue kennen zu lernen und auch mal aus dem „Familienleben“ und
den „Kinderunterhaltungen“ heraus zu kommen.
Auch wenn meine Gasteltern nicht viel Zeit haben, bemühen sie sich doch, dass
es mir gut geht. Ich habe einen Internetanschluss in mein Zimmer bekommen, das
Auto zu meiner eigenen Benutzung und ich darf Freunde oder meine Familie empfangen,
wenn sie im Urlaub sind. Einmal die Woche esse ich mit meinen Gasteltern zu
Abend, das ist immer wieder sehr schön, gerade wenn man etwas auf dem Herzen
hat ein guter Zeitpunkt es anzusprechen.
Weihnachten habe ich dieses Jahr hier mit der Familie verbracht und das war
wirklich eine sehr gute Entscheidung. Es war ein richtig herzlicher und schöner
Tag (auch wenn es ungewohnt war, dass sie erst am 1. Weihnachtstag und nicht
an Heilig Abend feiern.) Die Eindrücke und Erlebnisse dieses Tages möchte ich
nicht missen.
Abschließend kann ich sagen, dass, so toll die Familie auch ist (und ich fühle
mich hier sehr sehr wohl), kleine Streitereien und Meinungsverschiedenheiten
nicht ausbleiben.
Ich hatte vor allem in den ersten 2 Wochen recht viel Heimweh, aber sobald man
sich eingelebt hat und die Familie immer besser kennenlernt, ein paar Leute
und seine Umgebung kennt und auch weiß, was man in der Freizeit machen kann,
bleibt das richtige Heimweh zu 95% aus.
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