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Berichtstext:
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Nachdem ich die Schule beendet hatte, entschloss ich mich im November 2006 kurzfristig
für einen Brasilienaufenthalt, bevor ich mich im Herbst 2007 an mein Studium
wagen werde.
Nach kurzem Suchen bin ich auf Multikultur gestoßen, fand, dass es sich
sehr gut anhörte und am 20.1. 2007 bin ich dann nach Brasilien abgeflogen,
wo ich am 21.1. in Sao Paulo am Flughafen ankam.
Dort hat mich der Bruder von Maria Cecilia, meiner Ansprechpartnerin von Mulit
Cultura aus Brasilien, abgeholt und mich zum Busbahnhof gebracht.
Nach 8-stündiger Fahrt, kam ich abends um 23 Uhr in Birigüi an, wo
ich von meiner Gastfamilie empfangen wurde. Dann habe ich auch gleich das brasilianische
Lieblingsgericht genießen dürfen: Pizza!
Nach dem Essen sind wir dann nach Hause gefahren - groß, hell und offen
gebaut und sehr modern eingerichtet!
Abends im Bett konnte ich mein Glück kaum fassen, dass ich die nächsten
3,5 Monate -woraus dann irgendwann 5 wurden - hier verbringen werde.
Am nächsten Tag habe ich dann auch Maria Cecilia persönlich kennen
gelernt und mit meiner Familie eine Stadtfahrt durch Birigüi gemacht, um
auch etwas von meiner neuen Heimatstadt zu sehen.
Da ich kein Wort Portugiesisch sprach und meine Gasteltern weder Deutsch noch
Englisch, gingen alle Gespräche über Paula, meine Gastschwester, die
zum Glück sehr gut Englisch spricht. Deshalb gings dann auch gleich mit
meinem Sprachkurs mit Maria Cecilia in Aracatuba, der Nachbarstadt, los. Ab
da bin ich 2 Monate lang jeden Tag mit dem Bus nach Aracatuba gefahren, um meine
100 Stunden Sprachkurs hinter mich zu bringen.
Aber eigentlich hat es mir sehr viel Spaß gemacht, denn ich hatte ja die
beste Lehrerin der Welt: Maria Cecilia, die auch sonst bei irgendwelchen Problemchen
immer da war und mir geholfen hat.
Aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht, weil man den Erfolg von Woche
zu Woche gemerkt hat. Nach etwa 3 Wochen konnte ich mich einigermaßen
ohne Paula´s Hilfe mit meinen Gasteltern verständigen und nach 2
Monaten sprach ich Portugiesisch.
In meinem Projekt, dem instituto pró-crianca, einer sozialen Einrichtung
in Birigüi, wo an 3 Tagen die Woche jeweils 5 -7 Kinder aus armen Familien
zur Gruppe kommen. Dort wird mit ihnen gemalt, gebastelt, Schmuck gemacht oder
mit Holz gearbeitet. An diesen 3 Tagen war ich auch immer bei der Gruppe dabei.
An den anderen 2 Tagen der Woche hatte Vanessa, die auch mit den Kindern als
Psychologin arbeitet, Einzelgespräche. Somit konnte ich anfangs nur 3 Tage
die Woche arbeiten. Doch bald dann kam eine andere brasilianische Freiwillige
ins Projekt, Maria-Júlia, die Mutter eines der Kinder, die zur Gruppe
kommen. Ab da haben wir zusammen auch an den anderen Tagen gearbeitet und das
Material für die Kinder vorbereitet.
Pró-crianca wird von den örtlichen (Schuh-) Fabriken finanziell
und auch von einigen Ärzten und Apothekern unterstützt.
Die Arbeit im Projekt hat mir wahnsinnig gut gefallen, die Kinder haben mich
von Anfang an akzeptiert, waren brav und haben mir im Notfall alles 5 Mal erklärt,
wenn ich's nicht auf Anhieb verstanden hatte
Auch für sie war es
interessant, eine Person aus einem anderen Land kennen zu lernen. Anfangs wollten
sie wissen, wie alle möglichen Dinge (z.B.: Schere, Kleber,
) auf
Deutsch heißen und was es alles in Deutschland gibt.
Mitte Mai haben wir mit dem Projekt einen Basar auf dem Marktplatz Birigüi´s
gemacht. Die Woche zuvor haben wir mit vielen freiwilligen Helfern und den Kindern
noch fleißiger als sonst gearbeitet und hatten dann sehr viel Schmuck,
Kissen, Teppiche und andere Kleinigkeiten zu verkaufen, was uns sehr gut gelungen
ist. Ende des Jahres wird es einen weiteren Basar geben und mit dem Erlös
wird mit den Kindern was veranstaltet - einen Ausflug oder ähnliches.
An meinem letzten Arbeitstag habe ich im Projekt eine Überraschungs-Abschiedsparty
bekommen, was mich wirklich sehr gefreut und auch zu Tränen gerührt
hatte, da wirklich die ganze Mannschaft versammelt war, das heißt, alle
Kids, die Betreuerinnen, die anderen Freiwilligen, die Reinigungskraft und die
Sekretärinnen!
Auch von dem wunderschönen Land Brasilien durfte ich ein wenig kennen
lernen. Im März war ich eine Woche 2 Freundinnen aus Deutschland in Bahia
in der Nähe von Salvador besuchen.
Als im April Vera ankam, um auch als Freiwillige zu arbeiten, waren wir zusammen
für ein paar Tage in der cidade maravilhosa - Rio de Janeiro und Anfang
Juni über ein Wochenende Sao Paulo anschauen.
Mitte Juni gings für mich wieder nach Deutschland zurück, worüber
ich ziemlich traurig war. Habe in Birigüi eine zweite Familie und viele
Freunde gefunden, die ich sehr bald wieder besuchen will.
Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch mal bei Maria-Cecilia und ihrem
Mann bedanken für die gelegentliche Schlafgelegenheiten und natürlich
auch für alles andere, was sie für mich gemacht hat/haben, bei Vanessa
und allen anderen von pro-crianca dafür, dass ich gleich so lieb aufgenommen
wurde und immer sehr viel Spaß mit ihnen hatte , bei meinen Freunden,
dafür dass ich sie gefunden habe und natürlich bei meiner Familie,
die mich von Anfang an wie ein festes Familienmitglied behandelt hatten, eu
amo voces!
und bei ganz Brasilien möchte ich mich bedanken, dafür dass
es so ein einzigartiges Land ist, wo es nichts gibt, was es nichts gibt und
für die Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit und Lebensfreude der Einwohner
- ihr seid die Tollsten! :
Beijo, Josepha
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