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Progamm
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Mein Bericht
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Berichtstext:
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Ich bin vor einigen Wochen von einem dreimonatigen Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt. Ich habe als Volontärin in der Nähe von Stellenbosch (ca. 40 km von Kapstadt entfernt) gearbeitet. Um mein Fazit gleich vorwegzunehmen: Ich hatte eine unglaublich schöne und lehrreiche Zeit, in der ich sehr freundliche Menschen kennen gelernt und wichtige Erfahrungen gesammelt habe. Von daher kann ich jedem Interessierten nur empfehlen, sich länger im Ausland aufzuhalten. Man sammelt nicht nur wichtige Erfahrungen, sondern entwickelt sich auch persönlich weiter. Für mich war es der erste lange Auslandsaufenthalt alleine. Es ist auf jeden Fall viel Selbstständigkeit und die Fähigkeit schnell zu lernen gefragt, und so entwickelt man sich auch persönlich zu einem unabhängigeren Menschen weiter. Südafrika macht einem das Wohlfühlen als Fremder sehr einfach. Nicht nur die Landschaft und Kultur, sondern auch die bedingungslose Gastfreundschaft und Offenheit der Einheimischen tragen dazu bei, dass man sich schnell einlebt.
Während meines Aufenthalts habe ich für „Cheetah Outreach“ gearbeitet. Dies ist ein Projekt, das versucht durch Bildungsprogramme das Aussterben von Geparden zu verhindern. So schön meine Zeit in Südafrika auch war, habe ich dies definitiv nicht meinem Arbeitgeber zu verdanken. Die Bedingungen unter denen Volontäre dort leben und arbeiten müssen haben dafür gesorgt, dass alleine während meines Aufenthaltes mehrere Volontäre das Projekt fast frühzeitig verlassen hätten (Dies wird versuch durch eine „Kaution“ von 300 € zu verhindern. Es bestehen erhebliche Schwierigkeiten diese mach dem Aufenthalt vollständig zurückzuerhalten.) und ein Angestellter gekündigt hat. Einerseits wird von den Volontären bedingungslose Aufopferung und sehr harte Arbeit gefordert. Überstunden sind die Regel und es kam vor, dass ich ausnahmsweise bis zu 12 Stunden am Tag gearbeitet habe. Selbst, wenn man von diesem Umstand absieht, sorgte doch das teilweise sehr schlechte Arbeitsklima bei allen für Frustration. Volontäre werden wie Mitarbeiter zweiter Klasse behandelt (Wir prägten den Begriff „sub-species“, denn so fühlte man sich teilweise.), obwohl ein Großteil der Arbeit von „Cheetah Outreach“ auf unserem Mitwirken basiert. Die Worte, vor allem mir in Gehirn gebrannt sind, sind „now“ und „quickly“. So erledigen die Volontäre nun alle ihre Aufgaben “now“ und „quickly“, was teilweise ein großes Problem ist, denn niemand von den höheren Angestellten nimmt sich die Zeit, neue Volontäre ordentlich einzuweisen. Jeder ist selbst verantwortlich, sich das nötige Wissen anzueignen und steht ziemlich alleine da, angewiesen auf die Hilfe der anderen Volontäre. So kam es reihenweise zu Missverständnissen über die Aufgabenteilung auf der Arbeit. Wurde man zurechtgewiesen wusste man oft nicht einmal, was man falsch gemacht hatte, da es niemals vorher erwähnt oder erklärt worden war. Des Weiteren tut sich das Management außerordentlich schwer auf die Wünsche und Vorschläge von Volontären einzugehen. So musste ich 3 Wochen um einen gemeinsamen freien Wochenendtag mit meiner Zimmernachbarin kämpfen. Dieser wurde uns immer wieder zugesagt und dann jedes Mal wieder kurzfristig verschoben, nachdem wir schon alles weitere engagiert hatten. Dies führt mich auch schon zum Thema Freizeit.
Jeder möchte während seines Aufenthaltes etwas von so einem großartigen Land sehen und dessen Menschen und Kultur kennen lernen. Auch an seinen freien Tagen stand man allerdings vor einem großen Problem. Da Südafrika über so gut wie kein oder ein extrem unsicheres öffentliches Transportsystem verfügt, ist man ohne eigenes Auto mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten. Alls ihr interessiert seid, müsst ihr euch bewusst machen, wie abgeschieden das Volontärhaus wirklich ist und das Volontärauto muss tagsüber auf Arbeit sein und abends spätestens um 11 Uhr wieder zu Hause, dient also NICHT als privates Transportmittel der Volontäre. Auch im Volontärhaus war das Leben teilweise alles andere als einfach. Sieht man von der schlampigen Bauweise (zentimeterdicke Ritzen ermöglichen allen Insekten freien Zutritt), ständigen Stromausfällen und tagelangen Wasserausfällen ab, wird auch sonst nicht grade versucht Volontären das Existieren dort leicht zu machen. Das Haus muss als Hochreinheitstrakt gehalten werden, Handtücher sowie Toilettenartikel im Bad sind eigentlich nicht erlaubt, genauso wie mehr als ein paar Schuhe pro Person vor der Tür. Das mag lächerlich klingen, da es aber in den Zimmern („Schlafkojen“ ohne Türen) auch keinerlei Kleiderschrank gibt, hatte man wenige Möglichkeiten seine Sachen anderswo zu verstauen. Wir fragten uns des öfteren, ob unsere Existenz im Haus überhaupt erwünscht ist. Auch der Fakt, dass es nur ein Bad und einen Kühlschrank für 5 Personen gibt macht den Tagesablauf schwierig. Diese Liste wäre sowohl für die Umstände auf Arbeit als auch im Haus beliebig fortzuführen.
Letztendlich kann ich niemandem die Arbeit für dieses Projekt empfehlen, worauf ich auch meine Betreuerin bei Multikultur hingewiesen habe. Nachdem das Management von „Cheetah Outreach“ erfuhr, dass ich einen Erfahrungsbericht für Multikultur schreiben möchte, wurde mir die Ausstellung eines Praktikumszeugnis und des üblichen Zertifikats verweigert. Dies ist KEINE private Abrechnung mit „Cheetah Outreach“ oder gar eine „Warnung“ vorm volontieren, sonder vielmehr ein Hinweis an alle Volontäre sich vorher genau über ihr Projekt zu informieren, damit sie keine Überraschungen erleben!
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Datum:
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15-02-2007 16:55:52
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