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Seit knapp drei Wochen bin ich nun zurück in der Schweiz. Es hat eine Weile gedauert bis ich mich wieder eingelebt hatte, es besteht doch ein ziemlicher Unterschied zwischen Südafrika und der Schweiz. Ende Januar dieses Jahres habe ich mich von meiner Familie und meinen Freunden verabschiedet, das erste Mal für eine so lange Zeit.
Das war nicht einfach, vor allem da ich nicht genau wusste was mich auf der anderen Seite der Erde erwarten würde. Am Flughafen in Joburg (Johannesburg) konnte ich die Freundlichkeit der Südafrikaner schon kennen lernen: es herrschte das totale Chaos, die Computer funktionierten nicht und musste noch mein Gepäck wieder einchecken und meinen Boarding-Pass erhalten.
Ich stand also etwas verloren in der Gegend herum, als ein netter Mann in mittlerem Alter auf mich zu kam und mir seine Hilfe anbot, dankbar nahm ich an (nachdem ich auf mein Bauchgefühl gehört hatte, da man nicht allen die einem Hilfe anbieten trauen kann, leider) und so war alles bald erledigt. In Kapstadt wurde ich dann von meinen Betreuern in Empfang genommen und fühlte mich sofort sehr gut aufgehoben. Nach der Einführungswoche wurde ich nach Durbanville ins dortige Children’s Home gebracht.
Dort wurde ich von zwei anderen Volontärinnen, beide aus Deutschland, begrüsst. Später lernte ich auch die zwei männlichen Volontäre die zu dieser Zeit ebenfalls da waren kennen. Wir Frauen wohnten ich einer kleinen Wohnung im oberen Stock des Hauptgebäudes, da kamen in der Regel auch die zwei Männer hin und wir fünf hatten immer sehr viel Spass. Wir verstanden uns sehr gut und haben auch viel gemeinsam unternommen (den Volontären stand ein Auto zur Verfügung was vieles einfacher gemacht hat). Eigentlich hatte ich vor nur für zwei Monate in Durbanville zu bleiben, da mein eigentliches Ziel im 450 km entfernten George lag. In dieser Zeit arbeitete ich mit den ca. 25 behinderten Kindern im Durbanville Children’s Home.
Die Arbeit war nicht immer einfach und oft wurden mir auch Steine in den Weg gelegt von den anderen Betreuerinnen. Trotzdem waren es zwei sehr lehrreiche und spannende Monate. Als es dem Ende zuging beschloss ich meinen Aufenthalt noch um einen Monat zu verlängern, da es mir einfach zu gut gefiel und ich ja nicht wusste ob es in George noch besser wird. Ich habe meine Betreuerin angerufen und sie hat das alles für mich geregelt – sehr unkompliziert und flexibel! Anfang Mai war dann aber trotz allem die Zeit des Abschieds gekommen. Der fiel mir ziemlich schwer, da ich mich in Durbanville sehr wohl gefühlt habe. Mit dem Überlandbus ging es in sechs Stunden nach George.
Da wurde ich von einer sehr netten Frau von CMSR (Christian Medical Service and Relief) abgeholt. Meine Unterkunft war ein kleines Holzcottage auf dem Gelände von CMSR. Leider sollte ich für die ganzen drei Monate alleine darin wohnen – eine ziemliche Umstellung nach Durbanville. Aber daran habe ich mich schnell gewöhnt, vor allem auch, da mir die Arbeit sehr gefallen hat. Es wurde sehr auf meine Wünsche gehört und ich konnte viele eigene Ideen einbringen. Ich habe hauptsächlich im Hospice mit den Kindern (die meisten sind für die sechsmonatige Tuberkulose-Behandlung da) gearbeitet. Zudem engagierte ich mich auch an verschiedenen anderen Ecken, z.B. bei der Sozialarbeiterin im Children’s Home oder bei den erwachsenen Patienten im Hospice.
Ich habe mit sehr netten Leuten zusammen gearbeitet und habe mich sehr wohl gefühlt. Mit der Zeit habe ich auch die einen oder anderen Einheimischen kennen gelernt und so einiges über Südafrika und auch Namibia gelernt. Es waren drei sehr abwechslungs- und lehrreiche Monate. Ich kann nur positiv über dieses halbe Jahr berichten. Es war eine unglaubliche Erfahrung! Ich war ganz auf mich alleine gestellt (klar hatte ich Betreuer aber zumindest zu Beginn kannte ich niemanden) und sehr weit weg von zu Hause, ich konnte also bei einem Problem nicht einfach mal schnell zu Hause anrufen, sondern musste selbst eine Lösung finden. Ich habe eine völlig andere Kultur kennen gelernt und das kann man so nur wenn man für eine längere Zeit dort arbeitet.
Ich habe fantastische, unglaublich wertvolle Einblicke in dieses Land gewonnen, nicht nur die positiven, schönen Seiten sondern auch die Probleme und Schwierigkeiten die dieses Land hat gesehen. Die Erfahrungen, die so unglaublich vielseitig sind, kann mir niemand mehr nehmen und sind von unschätzbarem Wert. Mir wurden die Augen geöffnet und ich betrachte die Welt und auch die Schweiz von einem ganz anderen Standpunkt. Ich kann so einen Auslandaufenthalt und ganz besonders auch ein Volontariat in einer völlig fremden Kultur nur weiterempfehlen. Jeder der diese Chance: bitte nutze sie! Du wirst es nicht bereuen! Auch wenn du auf Schwierigkeiten stösst, am Schluss ist die Bilanz auf jeden Fall positiv!
Südafrika ist ein tolles Land, es hat noch viele Probleme und es ist noch ein weiter Weg bis zur Stabilität, aber es hat ein unglaubliches Potential und eine faszinierende Kultur (bedenke nur einmal, dass es 11 offizielle Landessprachen hat!) – die Leute sind unglaublich freundlich und offen, man fühlt sich fast zwangsläufig wohl! Ich möchte unbedingt, so bald wie möglich, zurück und ich kenne kaum jemanden dem es nach einem Südafrika-Aufenthalt anders ginge.
    
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